Wechsel bei Mercedes

Bremer Werksleitung geht

Markus Keicher war noch nicht lange Chef des Werks von Mercedes in Bremen. Nun wechselt er innerhalb des Konzerns nach Ludwigsfelde. Wer ihm in Bremen folgt, das ist noch unklar.
21.02.2020, 16:22
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremer Werksleitung geht
Von Lisa Boekhoff
Bremer Werksleitung geht

Markus Keicher bleibt bei Mercedes, wechselt nun aber nach Ludwigsfelde und wird dort Standort- und Produktionsleiter im Werk.

Daimler AG

Es ist noch nicht lange her, dass der WESER-KURIER titelte "Ade Stuttgart – moin Bremen". Anlass für diese Zeile war der neue Standortleiter für das Werk von Mercedes in Bremen: Markus Keicher wechselte damals von Stuttgart in den Norden. Nun ist nach eineinhalb Jahren die Station für den Manager zu Ende: Keicher soll innerhalb des Konzerns wieder eine neue Aufgabe übernehmen. Der 51-Jährige leitet ab April den Standort und die Produktion in Ludwigsfelde bei Berlin. Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Keicher folgte erst 2018 auf Peter Theurer.

Wer in Bremen nun sein Nachfolger wird, das ist derzeit offen. „Über die Nachfolge von Keicher in Bremen wird zeitnah entschieden“, heißt es in der Mitteilung von Mercedes. Gerade erst einigten sich Betriebsrat und Standortleitung hier nach intensiven Verhandlungen auf ein neues Zukunftsbild für das Werk mit 12.500 Mitarbeitern. Das sieht vor, dass neben dem EQC ein neues Elektroauto ebenfalls in Bremen von Band laufen soll. Außerdem werden C-Klasse und SL ebenfalls weiter in Bremen produziert, was nicht selbstverständlich ist.

IG-Metall Chef bedauert Keichers Abschied

Der Bremer Betriebsratschef Michael Peters hat kurzfristig vom Weggang Keichers erfahren. "Das ist natürlich sehr schade, dass er geht", sagt der Arbeitnehmervertreter. Keicher sei in Bremen nicht sehr lange tätig gewesen, dabei habe man gut zusammengearbeitet. "Natürlich wünscht man sich Kontinuität", sagt Peters. Die gab es zuvor mit Peter Theurer – 15 Jahre war er in Führungspositionen in Bremen tätig und stieg dann zum Chief Engineer Production für Daimler auf. Der Bremer IG-Metall-Chef Volker Stahmann äußert sich über Keichers Abschied ähnlich: "Ich bedauere das außerordentlich. Er war einer, der sich wirklich eingesetzt hat, mit dem man gut reden und Lösungen finden konnte." Doch Keichers Familie lebe in Berlin. Darum könne er auch verstehen, dass er das Angebot angenommen habe. Stahmann hofft jetzt, dass seine Nachfolge bald geklärt ist.

Lesen Sie auch

In Ludwigsfelde wechselt Keicher auf den Posten, den zuvor Sebastian Streuff innehatte. Der wiederum leitet seit Anfang des Monats die Transformationsinitiative bei Mercedes-Benz Vans. Die soll maßgeblich dazu beitragen, „den Van wieder auf die Erfolgsspur zu bringen“, äußert sich der Leiter von Mercedes-Benz Vans, Marcus Breitschwerdt, in der Mitteilung. Der Leiter Mercedes-Benz Vans Operations, Ingo Ettischer, freut sich derweil auf die Zusammenarbeit mit Keicher: "Mit seiner Expertise in den verschiedensten Produktionsbereichen weltweit hat er das richtige Rüstzeug, um unser Werk für die offenen Baumuster des Sprinter erfolgreich weiterzuführen.“ Markus Keicher hat nach seinem Maschinenbaustudium in Stuttgart und der Promotion in London tatsächlich bereits viele Stationen bei Daimler genommen – angefangen mit einem Nachwuchsprogramm bis hin zum Aufbau des Motorenwerks in Peking. Vor Bremen leitete er die Motorenproduktion am Mercedes-Benz Standort Untertürkheim und fungierte als Sprecher des gesamten Produktionsverbundes der Motoren weltweit.

Überhaupt gibt es bei Daimler derzeit eine Personalrochade. Unter anderem ist Vorstandschef Ola Källenius künftig auch direkt für das Van-Geschäft zuständig. Zuletzt hatte es Milliardenverluste angehäuft. Der Finanzvorstand der Mercedes-Benz AG, Frank Lindenberg, verlässt zudem das Unternehmen. Daimler hatte vergangene Woche einen heftigen Gewinneinbruch verkünden müssen.

+++ Dieser Text wurde um 19:57 Uhr aktualsiert. +++

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+