Zuschuss für Elektroautos

Bundesregierung verlängert Kaufprämie für E-Autos

Bis Ende 2020 will die Bundesregierung nun den Kauf eines Elektro-Neuwagens mit 4000 Euro Prämie fördern. Stimmen aus Bremen und Niedersachsen fordern gleichzeitig dringend den Bau von mehr Ladesäulen.
31.05.2019, 20:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Hoenig und Florian Schwiegershausen
Bundesregierung verlängert Kaufprämie für E-Autos

Die Prämie für Käufer eines Elektroautos soll es noch bis Ende 2020 geben. Der Kfz-Landesverband Niedersachsen-­Bremen spricht sich gleichzeitig für mehr Förderung beim Bau von Ladesäulen aus.

Bockwoldt/DPA

Autofahrer können beim Kauf von Elektroautos länger als bisher geplant eine staatliche Prämie bekommen. Um die weiter schwache Nachfrage anzukurbeln, verlängert die Bundesregierung die Prämie bis Ende 2020. Die Förderung kann aber schon vorher auslaufen, wenn der Prämien-Topf von insgesamt 1,2 Milliarden vor Ende 2020 leer ist.

Ob es auch in den Jahren danach eine Förderung gibt, ist offen. Was die Neuzulassungen angeht, stand im vergangenen Jahr der Renault Zoe an der Spitze mit 6360 Pkw, gefolgt vom VW E-Golf und vom Smart EQ Fortwo. Entsprechend sieht Heiner Hinrichs, Vertriebsleiter beim Renault- und Dacia-Autohaus Krügel in der Stresemannstraße, die Verlängerung der E-Prämie durchaus als positive Nachricht für die Kunden.

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Er konnte feststellen, dass das Interesse durch die Prämie zugenommen habe, und sagt: „Elektromobilität muss bezahlbar sein.“ Doch seiner Meinung nach würden in Bremen wesentlich mehr Menschen ein Elektroauto kaufen, wenn es eine ausreichende Zahl an Ladesäulen gäbe.

„Während es in Hamburg schon fast 880 Ladesäulen gibt, sind es in Bremen nur 177.“ Da müsse Bremen dringend nachlegen. Dabei verweist er auf andere Bundesländer: „Nordrhein-Westfalen gibt Gewerbetreibenden beispielsweise zusätzlich zur E-Prämie noch 8000 Euro Förderung bei Nutzfahrzeugen.“

Die Prämie für Elektro- und Hybridautos sollte eigentlich in diesem Jahr Ende Juni auslaufen. Der „Umweltbonus“ war vor drei Jahren eingeführt worden, hat die Erwartungen bisher aber nicht erfüllt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kündigte am Freitag in Berlin die Verlängerung an, die sich bereits angedeutet hatte. „Wir brauchen Kontinuität bei der Förderung“, sagte der Politiker, der die Federführung bei dem Umweltbonus hat.

Altmaier forderte von der Autoindustrie mehr Anstrengungen beim Ausbau der Elektromobilität. „Die Anzahl der E-Modelle, die im Markt verfügbar sind, wächst, aber hier ist die Industrie gefragt, noch bessere Angebote zu machen.“ International erfolgreiche E-Autos seien auch entscheidend für den künftigen Erfolg der deutschen Autoindus­trie und damit für Hunderttausende Arbeitsplätze. Wie es nach dem Auslaufen der Prämie weitergeht, ist offen. Verkehrsminister An­dreas Scheuer (CSU) hatte vorgeschlagen, die Prämie zu verdoppeln.

Davon hält Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen und niedersächsischer CDU-Landtagsabgeordneter, nichts. Er sagt dem WESER-KURIER: „Die Kaufprämie zu verdoppeln, halte ich für den falschen Weg. Man kann den Menschen die Elektromobilität nicht aufzwingen.“

Bley spricht sich eher für die Förderung der Infrastruktur aus, um die Zahl der Ladesäulen zu erhöhen: „Die Reichweite der E-Autos ist zu gering, der Kaufpreis zu hoch.“ Krügel-Vertriebsleiter Hinrichs sieht es so: „Die Deutschen lieben Sicherheit, aber E-Mobilität erfordert Umdenken.“

Für das Sicherheitsgefühl seien mehr Ladesäulen notwendig, denn viele Autofahrer möchten eben das Gefühl haben, „dass sie sich jederzeit ins Auto setzen und beispielsweise nach München fahren können.“ Zwar steigen die Neuzulassungen für E-Autos in Deutschland, die Zahl der Fahrzeuge liegt aber weiter auf niedrigem Niveau.

Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw erst bei rund 83 000 Fahrzeugen, der an Hybrid-Pkw bei rund 341 000 Autos – bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen. Die Prämien sehen bei Batterieautos einen Zuschuss von 4000 Euro vor, bei Hybridautos 3000 Euro. Das Elektroauto muss einen Netto-Listenpreis für das Basismodell von unter 60 000 Euro haben. Im Topf liegen insgesamt 1,2 Milliarden Euro, je zur Hälfte vom Bund und der Autoindustrie.

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