Fast 5000 Bremer Betriebe mit Kurzarbeit

Corona-Folgen belasten Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenzahlen vom April zeigen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt. In Bremen und Niedersachsen sind es 74.000 Betriebe, die mit Kurzarbeit Entlassungen verhindern wollen.
30.04.2020, 11:03
Lesedauer: 2 Min
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Corona-Folgen belasten Arbeitsmarkt
Von Florian Schwiegershausen
Corona-Folgen belasten Arbeitsmarkt

Die Auswirkungen des Corona-Shutdowns sind im Arbeitsmarkt angekommen. Allein im Land Bremen stieg die Arbeitslosenquote von März zu April um einen Prozentpunkt auf elf Prozent.

Sebastian Gollnow/DPA

Die Folgen der Corona-Pandemie für Betriebe sind im April auf den Arbeitsmarkt in Bremen und Niedersachsen durchgeschlagen. Im Land Bremen lag die Arbeitslosenquote im April bei elf Prozent. Das ist ein Prozent mehr als noch im März. Dabei verteilen sich die Zahlen so, dass in der Hansestadt die Quote bei 10,4 Prozent lag, was ebenfalls ein Prozent mehr ist als noch im Vormonat. In Bremerhaven waren 14,1 Prozent ohne Job gegenüber 12,8 Prozent im März. Damit zeigt sich, dass das Land Bremen wesentlich härter getroffen ist als der Bundesdurchschnitt. Bundesweit stieg die Arbeitslosenquote um 0,7 Punkte auf 5,8 Prozent. Damit waren im April mehr als 2,6 Millionen Menschen in Deutschland ohne Job.

Im Land Niedersachsen stieg die Arbeitslosenquote von März zu April um 0,6 Punkte auf 5,7 Prozent. Damit zeigt sich, welche Auswirkungen etwa die Schließung von Unternehmen oder wegbrechende Umsätze in der Wirtschaft in Bremen und Niedersachsen haben. Für den März hatte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) zunächst nur den Zeitraum bis zum 12. März abbilden können - vor dem „Lockdown“.

Der Chef der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, Joachim Ossmann, wies daraufhin: „Normalerweise wäre der April ein Monat, in dem die Arbeitslosigkeit zurückgeht aufgrund der allgemeinen Frühjahrsbelebung. Das ist dieses Mal ausgefallen.“ Ossmann weist darauf hin, dass der Stichtag für die Statistik der 15. April gewesen ist. Damit ist hier noch nicht die Wiedereröffnung des Einzelhandels enthalten. „Ab dem 20. April sind positive Tendenzen zu sehen, weil die Händler ihre Mitarbeiter sowohl in Kurzarbeit bringen konnten als auch aus der Arbeitslosigkeit zurückholen konnten“, ergänzte der Chef der Bremer Arbeitsagentur. Entlassungen habe es vor allem im Gastgewerbe gegeben, im Einzelhandel und in der Zeitarbeit.

Laut Angaben der Arbeitsagentur haben im Bremer Stadtgebiet 4965 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. In Bremerhaven sind es 906 Betriebe. Dabei handelt es sich auch um viele kleine Unternehmen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe sowie aus der Logistik, dem Automobilbereich sowie dem Groß- und Einzelhandel. Ob diese Betriebe dann auch wirklich Kurzarbeit beantragen, zeigt sich erst später, denn für diesen Antrag haben sie bis zu drei Monate Zeit. „Manche Unternehmen haben auch einfach vorsorglich Kurzarbeit angezeigt und nehmen sie dann später doch nicht in Anspruch“, erläutert der Bremer Agenturchef Joachim Ossmann. Von der Kurzarbeit wären damit in Bremen und Bremerhaven mehr als 120.000 Beschäftigte betroffen.

Sorge bereitet Ossmann außerdem der Umstand, dass der Arbeitsagentur verglichen mit dem Vorjahr 15 Prozent weniger Ausbildungsplätze gemeldet wurden, die zu besetzen sind. Gleichzeitig sei die Zahl der Bewerber, die einen Ausbildungsplatz suchen um 3,3 Prozent gestiegen gegenüber 2019. Weniger Stellen gebe es unter anderem aus der Hotel- und Gastronomiebranche. Der Agenturchef appelliert: „Das wäre zu kurzsichtig gedacht, nun auf Ausbildung zu verzichten. Die Krise wird vorbeigehen, und dann braucht man dringend Fachkräfte. Die bekommt man am besten, indem man selbst ausbildet.“

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