Das Firmentagebuch - Tag 14

Wir fahren auf Sicht

Aus dem Café ist eine Packstation geworden, denn die Zahl der Bestellungen geht nach oben. Und wir haben echtes Glück mit unserem Fahrdienst für die Auslieferungen.
04.04.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Wir fahren auf Sicht
Von Timo Thalmann
Wir fahren auf Sicht

Konditormeister Bernard Timphus vom Café Stecker berichtet jeden Tag von seiner Situation in Zeiten der Coronakrise.

Christina Kuhaupt

Unser Café ist jetzt zur Verpackungsstation geworden. Denn wir erhalten derzeit auf vielen Wegen zahlreiche Bestellungen: Im Online-Shop, am Telefon, per E-Mail. Ein Kunde hat sogar einen ganz normalen Brief geschickt, weil er uns telefonisch nicht erreicht hat, wie er darin schreibt. Ehrlich gesagt, steht das Telefon auch kaum still und das zerrt ein ganz bisschen an den Nerven.

Gefragt sind vor allem gut haltbare und verpackte Sachen: Cantuccini, Käse- und Teegebäck oder Mandelblätter. Normalerweise endet die Saison dafür mit der kalten Jahreszeit spätestens im März. Wenn es wärmer wird, zieht normalerweise das Geschäft mit den Obst- und Sahnetorten an. Aber wir stellen uns auf die Kunden ein, auch wenn der Arbeitsaufwand an den einzelnen Gebäcktüten sehr hoch ist.

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Unser Glück ist Wuppis Fahrdienst. Normalerweise sitzen da Fahrgäste im Auto. Jetzt hat die Dame angeboten, die Leckereien ins Haus zu bringen und die Menschen bleiben zuhause. Für Stecker eine tolle Sache. Sie findet auch jede Adresse aus dem Kopf.

Und sie fährt zum Selbstkostenpreis, denn so eine Tour von der Innenstadt zum Beispiel bis Borgfeld für fünf Euro, das deckt vermutlich gerade so eben den Aufwand. Wie das weitergeht, wenn die aktuell geltenden Einschränkungen vorbei sind, weiß ich nicht. Aber im Moment funktioniert es. Wir fahren auf Sicht. Wie alle.

Aufgezeichnet von Timo Thalmann.

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