Gründung gegen Wegwerfbecher

Cup2date gewinnen Wettbewerb im Kraftwerk

Die Studenten hinter Cup2date haben sich im Start-up-Wettbewerb der Uni Bremen durchgesetzt. Das Mehrwegsystem für Kaffeebecher überzeugte Publikum und Jury. Nun will das Team bald gründen.
04.07.2018, 22:19
Lesedauer: 2 Min
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Cup2date gewinnen Wettbewerb im Kraftwerk
Von Lisa Boekhoff
Cup2date gewinnen Wettbewerb im Kraftwerk

Setzten sich durch: Lucian Suhrhoff (von links), Jana Pernak, Merle Ridder und Walter Steinhauer von Cup2date.

Christina Kuhaupt

Damit Kaffeebecher zum Mitnehmen in Zukunft nicht einfach weggeworfen werden, haben sich die Studenten hinter Cup2date etwas überlegt. Denn im von ihnen ausgetüftelten Mehrwegsystem können wiederverwendbare Becher gegen Pfand ausgeliehen werden. In Bremen beteiligen sich bereits 30 Cafés an diesem Verleihprinzip. Die Idee von Cup2date kam auch bei der Veranstaltung „Start Inn“ am Mittwoch gut an.

Das Bremer Team konnte sich mit seiner Präsentation im Kraftwerk City Accelerator gegen zwei andere Studentengruppen durchsetzen. Doch nur ganz knapp verpassten E.T. und Clubhero den Sieg – die Auftritte der beiden Projekte überzeugten ebenfalls. Adnan Alic studiert in Bremen Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing und Logistik. Er will mit E.T. eine Lösung gerade für kleine und mittelständische Spediteure schaffen, damit diese Leerfahrten vermeiden können. Heute gebe es dafür kein automatisiertes Angebot. Efficient Transport erhöhe dagegen unkompliziert die Auslastung der Lkw. Der Standort als „Hub für Logistik“ sei da ein Vorteil. Alic will die Idee nun in die Tat umsetzen: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Vorstellung Start-up-Projekte - Kraftwerk Accelerator

Vereinshelden: Sascha Franke (links) und Robin Dünnwald wollen Vereine digitalisieren. Ihr Start-up heißt Clubhero.

Sascha Franke und Robin Dünnwald sehen das genauso. Die beiden Informatiker wollen ihr Studium abbrechen und sich ganz auf ihr Start-up Clubhero konzentrieren. „Wir digitalisieren die Vereine“ ist das Motto von Franke und Dünnwald. In von ihnen entwickelten Apps sollen Vereinsmitglieder sich austauschen können – über Spiele, Trainingszeiten oder Feste. Dadurch, dass die Apps lokale Werbung integrieren, sollen die Vereine und natürlich Clubhero etwas verdienen. Der Auftritt in Bremen war der erste für das Projekt.

Sieben Minuten blieben den Studenten, um ihre Ideen zu präsentieren. Im Anschluss stellten das Publikum und die Jury Nachfragen. Gründerexperten saßen ganz vorne auf den Plätzen: In der Jury stimmten Vertreter der Start-ups Homevoice, Myolio, Dotaris und des Bremer Unternehmens Encoway ab. Außerdem gab es für die Teams Rückmeldung von Michael Vogel. Der Professor der Hochschule Bremerhaven baut gerade einen Studiengang für Gründer auf. Organisiert wurde „Start Inn“ ebenfalls von Studenten der Uni Bremen.

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Bald soll aus dem Projekt Cup2date ein echtes Start-up werden. „Jetzt wollen wir Gas geben, gründen und weiter wachsen“, sagte Ideengeber Walter Steinhauer. Unterstützung gibt es aus einem Crowdfunding sowie dem Wettbewerb „Ideen für Bremen“ und damit zusätzliches Startkapital von mehr als 10 000 Euro. Nicht nur in Bremen wollen Lucian Suhrhoff, Jana Pernak, Merle Ridder und Walter Steinhauer ihr Netz ausweiten, sondern auch Partner in Hannover oder Bremerhaven gewinnen, damit ihr Angebot für Pendler interessant wird. Ihr Motto bezieht sich offensichtlich auf die weggeworfenen Einwegbecher: „Wir bechern euch weg!“ Allein in Bremen sind es jährlich 23 Millionen.

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