Rekord in Bremen Daimler baut so viele Autos wie nie

Bremen. Der Daimler-Konzern hat im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Auch im Bremer Mercedes-Werk wurde ein neuer Produktionsrekord aufgestellt. Trotzdem ist die Prognose des Autobauers für 2013 eher verhalten.
08.02.2013, 05:00
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Daimler baut so viele Autos wie nie
Von Petra Sigge

Bremen. Der Daimler-Konzern hat im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Auch im Bremer Mercedes-Werk wurde ein neuer Produktionsrekord aufgestellt. Trotzdem ist die Prognose des Autobauers für 2013 eher verhalten.

Im vergangenen Jahr hat Daimler unterm Strich rund 6,5 Milliarden Euro verdient. Das waren acht Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei machte jedoch allein der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS 709 Millionen Euro aus – ohne dieses Geschäft wäre der Gewinn geschrumpft. Der Umsatz stieg von 106,5 auf 114,3 Milliarden Euro – ein Plus von rund sieben Prozent. Auch beim Absatz erzielte der Konzern eine neue Bestmarke: Weltweit wurden fast 2,2 Millionen Autos verkauft. Damit wurde das Vorjahresergebnis um vier Prozent übertroffen. Zum Produktionsrekord hat auch das Bremer Mercedes-Werk beigetragen. "Wir haben im letzten Jahr über 316600 Fahrzeuge produziert und damit unsere Bestmarke aus 2011 nochmals getoppt", erklärte Werksleiter Andreas Kellermann.

Die Bilanz von Konzernchef Dieter Zetsche fiel gestern dennoch verhalten aus: "Das abgelaufene Jahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial." Das Unternehmensergebnis entspreche nicht den eigenen Erwartungen und Ansprüchen. Auch sei Daimler nicht so rentabel wie erhofft. Ein Grund dafür sind die schrumpfenden Gewinne in der Autosparte. Nach einem Rückgang des operativen Ergebnisses 2012 rechnet Zetsche für 2013 im Konzern insgesamt mit einer Stagnation. Erst von 2014 an stellte der Vorstandsvorsitzende auch für die Autosparte Mercedes Benz Cars wieder steigende Gewinne in Aussicht.

Dazu sollen die Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden. Ein milliardenschweres Sparprogramm namens "Fit for Leadership" wurde aufgelegt. Der Titel verrät, worin das Ziel besteht: Zetsche will bis 2020 mit seiner Autoabteilung die deutschen Oberklasse-Konkurrenten BMW und Audi überholen. Derzeit haben die Bayern bei Absatz und Profit noch klar die Nase vorn. Um das zu ändern, will Daimler allein im Pkw-Bereich zwei Milliarden Euro einsparen, eine weitere Milliarde Euro bei den Lkw. Der Haupteffekt des Programms soll erst 2014 greifen. Welche Auswirkungen das Vorhaben auf die einzelnen Produktionswerke hat, ist nach Angaben des Betriebsrats noch völlig unklar. "Das dümpelt vor sich hin. Bisher wurden weder konkrete Ziele noch Themen benannt, die man angehen will", sagt der Betriebsratsvorsitzende des Bremer Mercedes-Werks, Uwe Werner. Die Ungewissheit sorge in der Belegschaft für Unruhe und Verunsicherung. Gespräche mit der Werkleitung in der kommenden Woche sollen für Klarheit sorgen – hofft zumindest der Betriebsrat. Entlassungen, so wird von Konzernseite immer wieder betont, werde es nicht geben. Darf es auch nicht: Für die Mitarbeiter des Autobauers in Deutschland gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2016.

Ende 2012 beschäftigte der Konzern weltweit mehr als 275000 Menschen – 3717 mehr als im Jahr zuvor. Den Zuwachs gab es allerdings nur im Ausland. In Deutschland ging die Zahl der Beschäftigten dagegen leicht auf 166363 zurück. Auch in Bremen verringerte sich die Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr um 165 auf 12678.

In diesem und im nächsten Jahr will der Autobauer seine Produktion abermals steigern. Helfen sollen dabei neue Modelle: Bis 2020 will Daimler 13 neue Typen auf den Markt bringen – Autos, die bisher keinen Vorgänger hatten. Vor dem Hintergrund der laufenden Programme zur Effizienzsteigerung soll dies mit einem "weitgehend stabilen Personalbestand" geschehen, erklärte Zetsche. Neue Arbeitsplätze sollen "tendenziell eher in den internationalen Wachstumsmärkten" entstehen, also vor allem in China und den USA. Vom westeuropäischen Markt seien "keine Impulse zu erwarten". Seinen Aktionären will Daimler für 2012 eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie zahlen und damit genauso viel wie vor einem Jahr. Kommentar Seite 2

Daimler baut so viele Autos wie nie

Rekord in Bremen / Trotzdem durchwachsene Bilanz

Zitat:

"Ein Jahr mit Erfolgen, aber auch mit erkennbarem

Verbesserungspotenzial."

Daimler-Chef Dieter Zetsche

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