Zetsche stellt Mitarbeitern "signifikante Erfolgsbeteiligung" in Aussicht / Neue Pläne in China Daimler-Chef bedankt sich mit einem Bonus

Stuttgart·Bremen (psi·wk). Daimler-Chef Dieter Zetsche sagt nach der Krise "Danke" und lässt seine Mitarbeiter am Aufschwung teilhaben. "Wir werden mit Sicherheit in Rechnung stellen, dass die Mitarbeiter einen signifikanten Beitrag geleistet haben, dass wir letztlich stärker aus der Krise hervorgegangen sind", sagte der Konzernlenker in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Es zeichnet sich ab, dass sich ein signifikanter Erfolg und damit auch eine signifikante Erfolgsbeteiligung ableiten lässt." Von dem Bonus, dessen Höhe Anfang nächsten Jahres feststehen soll, profitieren rund 130000 Beschäftigte in Deutschland. 2009 hatte die Daimler-Belegschaft wegen eines Milliardenverlusts keine klassische Ergebnisbeteiligung, sondern eine Sonderzahlung von 500 Euro bekommen. Über die bisher höchste Prämie von 3750 Euro durften sich die Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2007 freuen.
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Von psi·wk

Stuttgart·Bremen (psi·wk). Daimler-Chef Dieter Zetsche sagt nach der Krise "Danke" und lässt seine Mitarbeiter am Aufschwung teilhaben. "Wir werden mit Sicherheit in Rechnung stellen, dass die Mitarbeiter einen signifikanten Beitrag geleistet haben, dass wir letztlich stärker aus der Krise hervorgegangen sind", sagte der Konzernlenker in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Es zeichnet sich ab, dass sich ein signifikanter Erfolg und damit auch eine signifikante Erfolgsbeteiligung ableiten lässt." Von dem Bonus, dessen Höhe Anfang nächsten Jahres feststehen soll, profitieren rund 130000 Beschäftigte in Deutschland. 2009 hatte die Daimler-Belegschaft wegen eines Milliardenverlusts keine klassische Ergebnisbeteiligung, sondern eine Sonderzahlung von 500 Euro bekommen. Über die bisher höchste Prämie von 3750 Euro durften sich die Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2007 freuen.

Neben einer Bonuszahlung plant der Konzern zudem, die Entgelterhöhung für seine 120000 Tarifbeschäftigten in Deutschland vorzuziehen. Statt wie vereinbart zum 1. April 2011 bekommen die Autobauer nun schon ab kommenden Februar 2,7 Prozent mehr Lohn. "Der Einsatz unserer Mitarbeiter in Deutschland ist ein ganz wesentlicher Grund dafür, dass Daimler nach der Wirtschaftskrise so schnell wieder so erfolgreich ist", begründete Personalvorstand Wilfried Porth gestern die Entscheidung.

Profitieren werden davon auch die rund 12500 Beschäftigten des Bremer Mercedes-Werks. Dessen Betriebsratsvorsitzender Uwe Werner nennt das Vorziehen der Tariferhöhung "nur recht und billig". Schließlich hätten die Beschäftigten in der Zeit der Krise Einbußen hingenommen und sich auch bei den Löhnen flexibel gezeigt. Er erinnert daran, dass 2009 die ursprünglich für Mai vereinbarte zweite Stufe der Tariferhöhung um 2,1 Prozent auf Oktober verschoben worden war. Aus seiner Sicht hätte es Daimler "gut zu Gesicht gestanden, wenn man sich angesichts der aktuellen guten Lage schon ein paar Tage früher für eine vorgezogene Lohnerhöhung entschieden hätte, statt zu warten bis Bosch, Ford und andere es tun", meint der Betriebsratsvorsitzende.

Nach Angaben von Konzernchef Zetsche läuft das Geschäft derzeit gut. "Der Oktober hat neuerlich sehr erfreuliche Absatzzahlen mit sich gebracht, der November lief ebenfalls gut. Insofern sind alle Zeichen positiv." Es gebe zwar bremsende Faktoren wie die Rohstoff- oder Wechselkursentwicklung. "Aber insgesamt gesehen sind wir sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Insofern kann ich unsere Prognose in vollem Umfang bestätigen."

Einen operativen Gewinn von sieben Milliarden Euro wollen die Schwaben in diesem Jahr einfahren. Im Krisenjahr 2009 stand noch ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro in den Büchern. Doch trotz der positiven Geschäftsentwicklung ist ein Ausbau der Beschäftigtenzahl derzeit bei Daimler kein Thema. Der Kostendruck bleibe hoch, so Zetsche. Weltweit arbeiten bei Daimler derzeit etwa 256000 Menschen, davon rund 163000 in Deutschland.

China bleibt für den Manager der Wachstumsmarkt der Zukunft. "Wir prognostizieren, dass wir im Jahr 2015 über 300000 Autos in China verkaufen werden. Die Zahl liegt eher noch an der unteren als der oberen Kante der möglichen Entwicklung." Künftig will der Autobauer 70 Prozent der Fahrzeuge für den chinesischen Markt vor Ort produzieren und den Rest importieren. Bisher ist das umgekehrt. Aus diesem Grund solle bis 2015 die Kapazität in China auf über 200000 Einheiten aufgestockt werden. In China wollen die Stuttgarter künftig neben der C- und E-Klasse zwei oder drei weitere Modelle produzieren. "Die Bandbreite geht von der Nachfolgegeneration der A- und B-Klasse über Geländewagen bis hin zu den Limousinen. Aber wir werden das nicht alles industrialisieren." Die abschließende Entscheidung, für welche Baureihen man sich entscheiden werde, sei noch offen, erklärte Zetsche.

Er räumte ein, dass er gern früher als ab 2013 einen neuen Kleinwagen mit dem Partner Renault gesehen hätte. "Wenn wir den Partner früher gefunden hätten, wäre es schön gewesen, ein Jahr früher mit dem Smart-Nachfolger auf den Markt zu kommen." Auch bei den Kompaktwagen will der Daimler-Chef mehr Gas geben und bis 2013 vier Modelle auf den Markt bringen. "Wir werden erheblich mehr Fahrzeuge verkaufen und die Rentabilität deutlich verbessern können gegenüber der heutigen Situation", unterstrich er.

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