Nach sehr gutem dritten Quartal will der Konzern in diesem Jahr nun mehr als sieben Milliarden Euro verdienen Daimler schraubt Erwartungen noch höher

Stuttgart. Daimler schaltet noch einen Gang hoch und fährt mit Vollgas in Richtung Jahresende. Wegen der brummenden Nachfrage nach Luxusautos in China und einer Belebung des Lastwagengeschäfts schraubte Konzern-Chef Dieter Zetsche gestern die Erwartungen für 2010 bereits zum dritten Mal nach oben. Einen operativen Gewinn von mehr als sieben Milliarden Euro will der Manager nun einfahren. Der Großteil davon ist schon geschafft: Nach neun Monaten waren es 5,7 Milliarden Euro.
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Von Stefanie Koller

Stuttgart. Daimler schaltet noch einen Gang hoch und fährt mit Vollgas in Richtung Jahresende. Wegen der brummenden Nachfrage nach Luxusautos in China und einer Belebung des Lastwagengeschäfts schraubte Konzern-Chef Dieter Zetsche gestern die Erwartungen für 2010 bereits zum dritten Mal nach oben. Einen operativen Gewinn von mehr als sieben Milliarden Euro will der Manager nun einfahren. Der Großteil davon ist schon geschafft: Nach neun Monaten waren es 5,7 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal verbuchten die Stuttgarter kräftige Zuwächse bei Gewinn, Umsatz und Absatz. Auch für den Jahresschlussspurt ist Zetsche optimistisch: 'Natürlich ist die Weltwirtschaft noch nicht wieder so stabil wie vor der Rezession, aber wir sind zuversichtlich, dass wir in unseren Märkten weiterhin erfolgreich sein werden.' Finanzvorstand Bodo Uebber sagte: 'Wir sind gut für die Zukunft gerüstet.'

Von Juli bis September verzeichnete der Oberklasse-Hersteller einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte sich der Dax-Konzern noch mit einem schmalen Nachsteuerergebnis von 56 Millionen Euro zufriedengeben müssen. Das operative Ergebnis vervielfachte sich auf 2,4 Milliarden Euro (2009: 470 Millionen Euro). Der Umsatz legte um 30 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro zu.

Absatzplus von 23 Prozent

Die Stuttgarter profitierten vor allem von der ungebrochenen Begeisterung der Chinesen für Luxuslimousinen. Aber auch die Erholung des US-Marktes und das nach der Krise wieder erwachte Interesse der Kunden für teure Autos mit besserer Ausstattung beflügelte die Pkw-Sparte. Das Herzstück des Konzerns steuerte mit 1,3 Milliarden Euro den größten Teil zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern bei. Aber auch die anderen Sparten lieferten operative Gewinne.

Der weltweite Absatz von Pkw und Lastwagen erhöhte sich im dritten Quartal um 23 Prozent auf 475110 Fahrzeuge. Dabei steigerte nicht nur die Pkw-Sparte den Absatz kräftig, sondern auch die Belebung auf den Lastwagenmärkten wirkte sich positiv aus. Die Truck-Sparte verzeichnete nach harten Monaten während der Krise einen starken Aufwärtstrend.

Beim operativen Gewinn von sieben Milliarden Euro 2010 soll der Löwenanteil mit 4,5 Milliarden Euro von der Pkw-Sparte kommen. Die Trucks sollen mehr als 1,1 Milliarden Euro beisteuern. Zuletzt hatte Zetsche noch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern für den gesamten Konzern von sechs Milliarden Euro in Aussicht gestellt, zu Jahresbeginn war er sogar nur von 2,3 Milliarden Euro ausgegangen.

Deutlich zulegen wollen die Stuttgarter auch bei Umsatz und Absatz. In welchem Umfang die Erlöse (2009: 78,9 Milliarden Euro) und der Absatz (1,6 Millionen Fahrzeuge) steigen sollen, ließ Zetsche aber weiter offen. Die Zahl der Beschäftigten werde im Vergleich zum Jahresende 2009 leicht steigen. Derzeit arbeiten bei Daimler weltweit knapp 260000 Menschen.

Auch der Leiter des Bremer Mercedes-Benz-Werks, Andreas Kellermann, kommentierte die Zahlen der zurückliegenden drei Monate hoch erfreut: 'Im dritten Quartal haben wir im Werk Bremen nahtlos an die sehr positive Auftragslage der ersten Jahreshälfte angeschlossen. Unsere Produktion war aufgrund der enormen Nachfrage nach den von uns gefertigten Modellen weiterhin voll ausgelastet und das Quartal endete mit einem Rekord-September für die Produktionswerke von Mercedes-Benz Cars.' Auch für die Zukunft ist Kellermann zuversichtlich: 'Das Werk Bremen hat eine attraktive und gefragte Produktpalette und blickt daher optimistisch nach vorn.'

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