Bremer zeigen auf Security-Messe neueste Trends Das Geschäft mit der Sicherheit

IT-Sicherheit ist im Trend. Die Branche ist mittlerweile ein Milliardengeschäft und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Neuheiten sind ab Dienstag auf der Security in Essen zu sehen. Auch Bremer Unternehmen stellen auf der Messe aus.
23.09.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Das Geschäft mit der Sicherheit
Von Kristin Hermann

IT-Sicherheit ist im Trend. Die Branche ist mittlerweile ein Milliardengeschäft und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Neuheiten sind ab Dienstag auf der Security in Essen zu sehen. Auch Bremer Unternehmen stellen auf der Messe aus.

Datensicherheit als Schwergewicht. Wer sein Smartphone, Tablet oder Laptop vor gefährlichen Cyberattacken schützen will, der kann unter anderem auf einen zwölf Kilo schweren Koffer zurückgreifen. Das circa 7000 Euro teure Modell eines bayerischen Unternehmens zählt zu den Neuheiten bei der weltgrößten Sicherheitsmesse Security, die heute in Essen startet und bei der auch Bremer Aussteller ihre Produkte präsentieren.

IT-Sicherheit zählt zu den großen Wachstumstreibern in dem seit mehreren Jahren florierenden Geschäft. Einer der Hintergründe des Booms sei wohl auch die Affäre um den Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, heißt es dazu in einer Studie des Brandenburgischen Instituts für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS). In der mit Mitteln der Bundesregierung geförderten Untersuchung sagen die Forscher der Sicherheitsbranche in Deutschland in den kommenden Jahren ein weiter stürmisches Wachstum voraus.

In einer Umfrage unter 232 Unternehmen der Sicherheitswirtschaft hätten 60 Prozent der befragten Firmen den Bereich IT-Sicherheit als den „Meta-Trend der Zukunft“ bezeichnet, berichtet Forscher Dennis Schmidt-Bordemann. Viele Firmen wollten daher neue Stellen in diesem Bereich schaffen. Die große Mehrheit klage dabei jedoch bereits über Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden.

Dass der Bereich Sicherheit schon länger ein großes Thema für Unternehmen, aber auch für Privathaushalte ist, weiß auch die Bremer Firma Miditec Datensysteme. Sie zeigen auf der Security Neuheiten im Bereich Zutrittskontrolle und Gebäudesicherheit. „Wir haben auch schon vor Edward Snowden einen Boom in unserem Gewerbe erlebt“, sagt Marketingleiter Tammo Berner. Grund dafür sei ein großer Hackerangriff im Jahr 2008 gewesen, nach dem sich viele Firmen Sorgen um die Sicherheit ihrer Produkte gemacht hätten. Laut dem Experten sind mittlerweile aber Schlösser entwickelt worden, die das Siegel „unknackbar“ tragen. Den Besuchern der Security will die Firma vor allem Funkschlösser zeigen, für die man keinen Schlüssel mehr braucht, sondern Chips oder Karten.

Nach einem Umsatzplus um 900 Millionen Euro auf rund 11,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr rechnen die Anbieter von Sicherheitstechnik auch 2014 mit einem deutlichen Wachstum. Erwartet werde ein Zuwachs von drei Prozent, kündigte Peter Krapp vom Zentralverband für Elektrotechnik und Elektronikindustrie an.

Zu den Wachstumstreibern der Branche zählen neben der IT-Sicherheit auch die Bereiche Massenveranstaltungen sowie Reisesicherheit. Angeboten werden etwa sprengwirkungssichere Fensterfolien oder Bildschirm-Alarmierungssysteme für Mitarbeiter bei Gewaltausbrüchen von Kunden.

Massenveranstaltungen beschäftigen auch die Bremer Software-Entwicklungsfirma Inkata. Mithilfe ihres Computer-Programms wollen sie dafür sorgen, dass Katastrophen, wie etwa 2010 bei der Love-Parade in Duisburg, künftig nicht mehr passieren. „Wir haben eine Lösung geschaffen, die alle Faktoren und Personen berücksichtigt, die bei einer solchen Großveranstaltung auftreten können“, sagt Inkata-Geschäftsführer Matthias Bock. In dem Programm sollen beispielsweise Fluchtwege, Sicherheitspersonal und Besucher einer Veranstaltung gleichzeitig und übersichtlich angezeigt werden, sodass die Organisatoren einen umfassenden Überblick über ihren Veranstaltungsort haben. „Momentan läuft tatsächlich noch vieles handschriftlich oder es werden nur einzelne Faktoren am Computer überwacht“, sagt der Diplom-Informatiker. Bock und sein Geschäftspartner haben ihre Software in diesem Jahr bereits bei verschiedenen Festivals wie etwa dem Deichbrand in Cuxhaven getestet – und stellen es nun in Essen vor.

Zu sehen sind dort auch nicht-militärische Drohnen, die nach Überzeugung von Branchenvertretern im Kampf um die Sicherheit bald zu „alltäglichen Lebensbegleitern“ werden sollen. Hauptkunden für solche Sicherheitsprodukte sind vor allem Unternehmen. Im Gegensatz zu den stagnierenden Ausgaben für Öffentliche Sicherheit habe die Bedeutung der privaten Sicherheitswirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, heißt es dazu in der BIGS-Studie. Die Security läuft noch bis zum 26. September. An den vier Veranstaltungstagen werden knapp 40 000 Besucher erwartet.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+