Kindersoftwarepreis „Tommi“

Elektronischer Spaß fürs Spielzimmer

Der Deutsche Kindersoftwarepreis 2020 „Tommi“ zeichnet die besten Anwendungen für Smartphones, Tablets, Computer und Konsolen aus. Das sind die Nominierten in diesem Jahr.
01.10.2020, 04:59
Lesedauer: 4 Min
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Elektronischer Spaß fürs Spielzimmer
Von Lisa Urlbauer
Elektronischer Spaß fürs Spielzimmer

Pädagogisch wertvolle Spiele zeichnet der Kindersoftwarepreis "Tommi" aus.

Illustration: 123RF

Computer, Tablets und Smartphones ziehen in immer mehr Kinderzimmer ein. Seit 2002 prämiert der Kindersoftwarepreis „Tommi“ digitale Spiele für Kinder. Mit der Auszeichnung wollen die Initiatoren Eltern und Pädagogen einen Überblick über einen unübersichtlichen Markt bieten – und gleichzeitig digitale Spiele und Bildungsangebote einem größeren Publikum bekannt machen. Alle Nominierten und Gewinner der vergangenen Jahre können Eltern, Pädagogen und Kinder auf der Webseite des Kindersoftwarepreises aufrufen.

Eine Fachjury trifft die Vorauswahl, das letzte Wort haben die Kinder: 3300 Sechs- bis 13-Jährige haben vergangenes Jahr an der Preisfindung teilgenommen, allein oder als ganze Schulklasse. Sie testen die Spiele ausgiebig und vergleichen sie miteinander, kritisieren sie und diskutieren mit anderen Mitgliedern der Kinderjury über ihre Entscheidungen. In 20 Bibliotheken deutschlandweit wählen sie aus 40 Nominierungen aus. Eine Auswahl der Nominierten, über die die Kinderjury in diesem Jahr entscheiden darf.

Konsolenspiele

Die zehn Nominierten in der Kategorie Konsolenspiele können auf der Switch oder Playstation 4 (PS4) gespielt werden. Einer der Nominierten ist „Port Royale 4“ von Kalypso. Ziel des Spiels ist es, in einer karibischen Spielwelt mit simulierten zwölf Millionen Quadratkilometern ein Handels- und Wirtschaftsimperium aufzubauen. „Eine Wirtschaftssimulation konsequent und zeitgemäß“ heißt es in der Vorstellung des Spiels. Für Kinder ab zehn Jahren.

Auch nominiert ist „Just Dance“ von Ubisoft. Beliebte und aktuelle Lieder können allein oder mit Freunden und Familie nachgetanzt werden – am Prinzip des Spiels hat sich nichts geändert. „Die Bewegungssteuerung funktioniert gut und kann auch von jüngeren Kindern schnell umgesetzt werden“, steht in der Vorstellung. „Eine gute Möglichkeit durch Tanzen das eigene Körpergefühl zu erproben.“ Für Kinder ab acht Jahren.

PC-Spiele

Die Sims machen jetzt auf öko – und werden dafür für den Deutschen Kindersoftwarepreis 2020 nominiert. Das Erweiterungspack „Nachhaltiges Leben“ von Electronic Arts soll junge Nutzerinnen und Nutzer im Umgang mit Natur und Ressourcen sensibilisieren; die Sims werden zu Selbstversorgern, indem sie recyceln, Regenwasser sammeln oder Strom durch Solarzellen erzeugen. Für Kinder ab zehn Jahren.

Im Computerspiel „Luna – The Shadow Dust“ von Application Systems Heidelberg werden handgezeichnete Charaktere durch Animationen zum Leben erweckt. „Eine ganz besondere, dichte, fast lyrische Atmosphäre“ steht in der Beschreibung des Spiels, das zudem ganz ohne Dialoge auskommt. „Tatsächlich sind die Rätsel nicht leicht, und das ist auch gut – denn einmal in die Welt von Luna eingetaucht, möchte man gar nicht so schnell wieder auftauchen.“ Für Kinder ab zehn Jahren.

Apps

Bei „Democratia“ für iOS und Android von Blindflug Studios leben fünf Stämme auf einer imaginären Insel und fällen allerhand Entscheidungen. Über dasselbe WLAN können sich bis zu fünf Spielerinnen und Spieler beteiligen und die Auswahl für jeweils einen Stamm treffen – vom bedingungslosen Grundeinkommen bis zum Bann von Alkohol. Und wie gewinnt man? Indem die Spieler miteinander kooperieren. „Ein zwar komplexes, aber auch faszinierend gut durchdachtes Spiel, das Spaß macht und zum Diskutieren anregt“, heißt es in der Beschreibung. Dazu der Hinweis, dass die App eine Verbindung zu Facebook-Servern aufbaut. Für Kinder ab zehn Jahren.

Mit der App „Kleine Löschmeister“ der Versicherungskammer Bayern für iOS und Android können Kinder in die Rolle von Feuerwehrleuten schlüpfen, Brände löschen und Gefahrenquellen beseitigen. Ohne Lesekenntnisse zeigt die App, was die Kleinen tun müssen. „Brandheiße Empfehlung.“ Für Kinder ab sechs Jahren.

Elektronisches Spielzeug

Mit „Orboot“ von Shifu können Kinder die Welt von ihrem Zimmer aus entdecken. Eine Augmented-Reality-App ergänzt den Globus und erlaubt Kindern damit, Länder und Regionen noch besser kennenlernen zu können – wie zum Beispiel kulturelle Gepflogenheiten, Tiere oder regionale Besonderheiten. Für Kinder ab fünf Jahren.

In „Lego Super Mario Adventure“ kommen Lego und Super Mario ab sofort gemeinsam daher: Durch markante Teile sind die Level von Mario in die Lego-Welt überführt. Kinder können die einzelnen Bestandteile zusammensetzen und von neuem auf Münzjagd gehen. Für Kinder ab sieben Jahren.

Bildung

Die meisten Einreichungen sind in diesem Jahr in der neuen Kategorie „Bildung“ eingegangen. Einer der Nominierten ist die App „Berlin 1945“ vom Verein Berlin History. Über Karten, Videos und Fotos wird die zerstörte Stadt kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gezeigt und mit Hilfe eines Schiebereglers kann zwischen historischer und moderner Ansicht gewechselt werden. „Die Vorher-nachher-Bilder verfehlen ihre Wirkung nicht“, heißt es über die Nominierung. Allerdings gibt es auch den Sicherheitshinweis, dass die App Daten zu Analyseanbietern überträgt. Für Kinder ab zehn Jahren.

Mit der „Kinderuniversität des Goethe-Instituts“ geht Studieren schon im Grundschulalter: ob Übungen zur Blindenschrift, Filme über Wetterphänomene oder Wissenswertes über den 3D-Druck – in den drei Fakultäten „Mensch“, „Natur“ und „Technik“ gibt es vielfältige interaktive Angebote. „Alle Pakete sind übersichtlich gestaltet und bieten ein breites Angebot von kindgerechten Filmen, Beispielaudios oder Bastelanleitungen, die auch leicht im heimischen Kinderzimmer umgesetzt werden können“, lautet die Beschreibung. Für Kinder ab sieben Jahren.

Kindergarten und Vorschule

„Ben und das verschwundene Pony“ ist ein interaktives Kinderbuch von Cortea. Kinder können sich die Geschichte vorlesen lassen, dürfen einen Kriminalfall lösen und Entscheidungen über den Verlauf des Abenteuers treffen. „Alles ist so einfach gemacht, dass auch die Jüngsten mitmachen können“, lautet das Fazit. Für Kinder ab vier Jahren.

Die App „Tiger und Bär“ erweckt die Figuren aus den bekannten Janosch-Büchern zum Leben: Dabei kommt Augmented Reality zum Einsatz und bringt so die Charaktere ins Kinderzimmer. „Diese App verbindet und fördert zugleich sehr gut Neugierde, Unterhaltung, Spaß und Interesse an digitalen Medien von Kindern“, heißt es in der Vorstellung. Für Kinder ab vier Jahren.

Weitere Informationen zu „Tommi“, den Deutschen Kindersoftwarepreis, gibt es im Internet unter kindersoftwarepreis.de. Normalerweise wird die Auszeichnung auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Das ist in diesem Jahr anders: Die Preisverleihung wird am Sonnabend, 17. Oktober, um 17 Uhr auf dem Fernsehsender Kika und im Internet unter kika.de übertragen.

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