Die Geschichte der Bremer Landesbank Den Anfang machte 1883 die „Bodencredit-Anstalt“

Es begann im Jahre 1883 im Herzogtum Oldenburg. Daraus wurde später die Bremer Landesbank, deren Name auf der Flagge am Domshof zum letzten Mal im Juli 2018 wehte. Wie die BLB entstand, und wie sie verschwand.
07.03.2020, 09:30
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Den Anfang machte 1883 die „Bodencredit-Anstalt“
Von Florian Schwiegershausen

Im Jahre 1883 wurde im Herzogtum Oldenburg die „Bodencredit-Anstalt“ gegründet. Das war der Beginn für das Geldhaus, aus dem die Bremer Landesbank entstand. Hier die weitere Chronologie:

1938

Es erfolgt die Verschmelzung zu der „Staatlichen Kreditanstalt Oldenburg-Bremen“.

1983

Durch die Fusion mit der „Bremer Landesbank – Girozentrale“ erhält die Bremer Landesbank (BLB) einen neuen Zuschnitt. Das Land Bremen bekommt 25 Prozent der Anteile, die NordLB 75 Prozent.

1994

Das Land Bremen schießt zusätzliches Kapital über „stille Einlagen“ in die Bank. Allerdings erhöhen sich hierdurch nicht die Anteile.

1997

Im Zuge der Haushaltskonsolidierung trennt sich Bremen für 222 Millionen D-Mark von 17,5 Prozent der Anteile.

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Die 2000er-Jahre

Die BLB setzt verstärkt auf spekulative Geschäfte. So verweist die Bank im Geschäftsbericht von 2006 fast schon stolz auf ihre „optimierte Eigenhandelsstrategie“, also Geschäfte ohne jeden Kundenbezug und ihre „rege Neugeschäftstätigkeit“ bei „Credit Default Swaps“ (CDS) – also bei hochgefährlichen Zockerpapieren. Zwischen 2006 und 2010 liegt das CDS-Volumen durchgehend bei mehr als drei Milliarden Euro.

2012

Zur Stabilisierung der Bank wandelt Bremen seine „stillen Einlagen“ in Höhe von 480 Millionen Euro in Eigenkapital um. Der BLB-Anteil der Hansestadt erhöht sich dadurch auf gut 41 Prozent. Die Bilanzsumme erreicht mit 35,6 Milliarden Euro ihren Höhepunkt. Rund 75 Prozent des Geschäftsvolumens entfallen auf „Spezialfinanzierungen“, darunter die Schiffe und „Finanzmarktgeschäfte“.

April 2016

BLB-Vorstandschef Stephan-Andreas Kaulvers gibt bekannt, dass er für 2016 mit einem Minus rechnet. Zu dem Zeitpunkt hat die Bank 650 Schiffe in ihrem Portfolio.

Juni 2016

Für die Hälfte der BLB-Schiffskredite können die Besitzer Zinsen und Tilgungen nicht mehr in vollem Umfang leisten. Für die faulen Schiffskredite sind am Ende Rückstellungen in Höhe von einer Milliarde Euro notwendig. Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne), der als langjährige BLB-Aufsichtsratsvorsitzende mangelnde Kontrolle vorgeworfen wird, übersteht ein Misstrauensvotum.

August 2016

Der Verkauf der BLB an die NordLB ist beschlossen Sache. Das Land Bremen erhält für seine Anteile 180 Millionen Euro in Geld und 82 Millionen Euro in Gestalt der BLB-Beteiligungen an den Wohnungsgesellschaften Brebau und Gewoba und dem Logistikunternehmen BLG. BLB-Vorstandschef Kaulvers tritt zurück.

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September 2016

Der Controllingausschuss beginnt, den Verkauf der BLB zu durchleuchten und wird dazu bis Juni 2018 tagen.

September 2017

Die Übernahme der BLB durch die NordLB ist vollzogen. Es wird bekannt, dass bis 2020 in Bremen 310 Stellen gestrichen werden sollen.

Juli 2018

Ab jetzt weht die NordLB-Flagge am Domshof. Die Marke BLB soll verschwinden. Doch nun gerät die NordLB mehr in Schieflage. Bis Jahresende summiert sich das Volumen der risikobehafteten Schiffskredite auf 7,5 Milliarden Euro.

April 2019

Ein Portfolio fauler Schiffskredite von 2,6 Milliarden Euro geht an Finanzinvestor Cerberus. Es wird bekannt, dass die NordLB bis 2024 die Zahl der 5650 Vollzeitarbeitsplätze auf 2800 bis 3000 reduzieren will. Im November 2019 beschließen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassengruppe, die NordLB mit einer Finanzspritze in Höhe von 3,6 Milliarden Euro zu stützen. Im Dezember 2019 genehmigt die EU-Kommission diesen Plan.

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