Bremer Abiturienten ausgezeichnet Der Weg zum Abi führt manchmal über Umwege

Bremen. Mit einer Feierstunde im Parkhotel hat die Karl-Nix-Stiftung die besten Abiturienten und die Jugendlichen mit den besten Abschlüssen in der Berufsausbildung geehrt. Dabei zeigte sich, dass auch Preisträger nicht immer schnurgerade Biographien haben.
13.11.2010, 11:19
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Von Achim Eidenberg

Bremen. Edler Rahmen für den Nachwuchs: Mit einer Feierstunde im Parkhotel hat die Karl-Nix-Stiftung die besten Abiturienten und die Jugendlichen mit den besten Abschlüssen in der Berufsausbildung geehrt. Dabei zeigte sich, dass auch Preisträger nicht immer schnurgerade Biographien haben.

 

 

Die mit Abstand höchste Punktzahl bei den Bremer Abiturienten erreichte Lena Elise Weyer vom Alexander von Humboldt-Gymnasium. Sie hat die Schule zunächst nach der elften Klasse abgebrochen, fand über Umwege zurück in die Oberstufe und kann sich nun über ein Preisgeld von 2.500 Euro freuen. Ihr Erfolgsgeheimnis:  „Ohne Spaß am Lernen kommt man nicht weiter, mit Druck erreicht man nur das Gegenteil“. Eltern und Lehrer müssten deshalb Begeisterung für Bildung vermitteln.

Eine andere Preisträgerin, Friederike Wostbrock, scheiterte zunächst an der Hochschulreife. „Aber einer meiner Lehrer hat mir damals Mut gemacht“, erinnert sie sich. Jetzt beendete sie ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel mit einem der besten Abschlüsse der Handelskammer, das Abitur möchte sie nun irgendwann nachholen. „Ich weiß jetzt, dass ich das schaffen kann.“

Die Japanerin Ryoko Nakamura war so angetan vom deutschen System der dualen Berufsausbildung, dass sie hier eine Lehre als Konditorin begann – und als eine der Jahrgangsbesten abschloss. „Ich habe ihr das Handwerk beigebracht, die Kunst hat sie selber hinzugefügt“, lobt Ausbilder Heiko Schoon von der Konditorei Jacobs seine Preisträgerin.

Traditionell findet die Feier in einem Betrieb statt, der einen der 16 Preisträger ausgebildet hat. Konditorin Kathrin Söhnholz hat ihre Ausbildung im Parkhotel absolviert, somit gab es für die diesjährige Preisverleihung einen besonders edlen Rahmen. Am Dessertbuffet im Kuppelsaal zeigte sie außerdem direkt eine Kostprobe ihrer Kunst.

Der Bremer Kaufmann Karl Nix hat sein gesamtes Vermögen der gleichnamigen Stiftung hinterlassen, um einmal im Jahr die Besten der verschiedenen Schulstufen und Ausbildungsberufe mit einer Urkunde und einem Preisgeld zu ehren. Der Vorstandvorsitzende der Stiftung, Jens-Uwe Nölle, betonte, dass mit den Preisen auch die Arbeit der Ausbildungsbetriebe und Schulen gewürdigt werde. Es sei wichtig, dass der Stellenwert von Bildung stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft rücke. Erst dann könne man erreichen, dass auch mehr Geld in diesen Bereich fließe.

 

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