Güterzüge von China bis nach Spanien

Die neue Seidenstraße führt jetzt über Köln bis nach Madrid

Fahren Güterzüge aus China bereits seit dem Jahr2011 bis nach Duisburg, kommt jetzt eine neue Verbindung bis nach Spanien hinzu. Dabei spielt Köln eine Rolle und das Container-Terminal dort am Rhein.
03.01.2019, 21:45
Lesedauer: 2 Min
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Die neue Seidenstraße führt jetzt über Köln bis nach Madrid
Von Florian Schwiegershausen
Die neue Seidenstraße führt jetzt über Köln bis nach Madrid

Im Hafen-Terminal in Köln-Niehl direkt am Rhein werden die Container des ersten Zugs aus China entladen. Ein Teil der Container fährt von dort mit dem Zug weiter bis nach Madrid.

HGK

Bereits seit 2011 verkehren Güterzüge zwischen dem Duisburger Hafen und der chinesischen 30-Millionen-Metropole Chongqing. Inzwischen fahren zwischen Duisburg und verschiedenen Zielen Chinas wöchentlich 30 Güterzüge. Die Rede ist hier von der neuen Seidenstraße. Doch die führt seit kurzem weiter über Köln bis in die spanische Hauptstadt Madrid. Dabei soll die Stadt am Rhein in Zukunft verstärkt als Zielort und kontinentales Drehkreuz für Fernost-Verbindungen dienen. Mehrere Partner haben sich jetzt dazu zusammengeschlossen, um Verkehre von und ins Reich der Mitte zu realisieren.

Seit wenigen Wochen verkehrt nun ein Zug aus Yiwu, etwa 250 Kilometer südlich von Shanghai, ins Kölner Hafenterminal am Rhein. Dort werden die Container umgeschlagen und weitergeleitet. Beim ersten Zug im November blieben acht 40-Fuß-Container mit Konsumgütern in Köln, 28 weitere Container wurden zur finalen Destination Madrid transportiert. Dort wurde damals der Zug vom chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Empfang genommen, der auf Staatsbesuch in Spanien war. Erklärtes Ziel der beteiligten Partner ist es, einen regelmäßigen Verkehr von, nach und über Köln aus China zu etablieren. Das aktuelle Projekt mit der Zugnummer YIWU1102 wurde von dem Logistikunternehmen Interrail Europe in Auftrag gegeben. Beteiligt ist daran die CTS Container-Terminal Köln GmbH, eine Tochter Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) sowie der Logistikdienstleister RheinCargo und das Transportunternehmen Transfesa, das den Weitertransport nach Spanien organisiert. Die Agentur Compass Customs kümmert sich um die Zollabwicklung.

Der erste Zug war im November in der Provinz Zhejiang in der Stadt Yiwu gestartet. Die Route führte von China aus über Kasachstan, Russland, Weißrussland nach Malaszewicze in Polen. Im dortigen Logistikzentrum wurden die Container von Wagen mit der russischen Spurbreite (1520 Millimeter) auf Wagen mitteleuropäischer Normalspur (1435 Millimeter) umgeladen. Nach 15 Tagen erreichte der Güterzug Köln. Während die Fracht mit dem Ziel Madrid am 20. November weitergeleitet wurde, ging ein Zug mit Leer-Containern wieder über Malaszewicze zurück nach China.

Interrail Europe ist seit mehreren Jahren als ein führender Zugoperateur tätig und organisiert heute bereits sieben Züge pro Woche zwischen China und Europa. Ziel des Unternehmens ist, den Fahrplan weiter auszubauen. Köln als zukünftiges Drehkreuz spielt dabei in den Plänen eine gewichtige Rolle. Denn am CTS-Terminal sind weitere Kapazitäten vorhanden – zu den zahlreichen bestehenden Verbindungen vom Hafen Niehl zu internationalen Zielen sollen jetzt regelmäßige Verkehre zwischen dem der Domstadt und dem Reich der Mitte hinzukommen.

Was die Zugverbindungen vom größten Binnenhafen der Welt in Duisburg nach Chongqing mitten im Zentrum Chinas angeht, spielen diese auch für ein Bremer Unternehmen eine Rolle. Denn seit 2017 übernimmt Alexander Global Logistics (AGL) die Vermarktung des Zuges für den chinesischen Staatsbetrieb Yuxinou. Die Container brauchen die Hälfte der Zeit wie auf dem Seeweg, und der Transport kostet die Hälfte von dem für Luftfracht.

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