Handelskammer Bremen Die Wirtschaft in Bremen hat sich wieder erholt

Bremen. Die Wirtschaft in Bremen sieht wieder Silberstreifen am Horizont. 170 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, Handel und Dienstleistung hat die Handelskammer zum Jahresbeginn zur aktuellen Geschäftslage und zu ihren Erwartungen befragt.
02.03.2010, 18:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Reinhard Wirtz

Bremen. Die Wirtschaft in Bremen sieht wieder Silberstreifen am Horizont. 170 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, Handel und Dienstleistung hat die Handelskammer zum Jahresbeginn zur aktuellen Geschäftslage und zu ihren Erwartungen für die kommenden Monate befragt, und die Rückmeldungen zeigen: Die konjunkturelle Lage der bremischen Wirtschaft hat sich insgesamt erholt.

'Anzeichen einer nachhaltigen Belebung' habe beispielsweise die bremische Industrie signalisiert, vermerkt die Kammer in ihrem aktuellen Konjunkturreport. Die Geschäftssituation werde als zufriedenstellend bezeichnet, die Ertragslage habe sich wieder erholt. Verbessert habe sich besonders die Situation in der Zulieferindustrie. Positive Rückmeldungen kommen auch aus dem Ernährungssektor, wo die Aufträge aus dem Ausland wieder anziehen. Rund 80 Prozent der Industrieunternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Situation oder mit gleichbleibenden Geschäften.

Aufgehellt erscheint die Situation auch im Bremer Groß- und Außenhandel. Noch im Herbst 2009 hatte ein Drittel der Unternehmen die eigene Geschäftslage als schlecht bewertet, nun kommen nur noch 15 Prozent zu dieser Einschätzung. Im Binnengroßhandel sind demnach die Geschäftsaussichten zum ersten Mal seit 2007 wieder positiv.

Die Investitionsbereitschaft in den Handelsunternehmen ist gestiegen, die Personalpläne haben sich stabilisiert. Verhaltener hingegen ist die Stimmung im Einzelhandel. Hier hat sich zwar das Geschäftsklima leicht verbessert - die Firmen bewerten ihre eigene Situation als befriedigend - Unsicherheit besteht aber über den weiteren Gang der Dinge: Nachdem sich die Konsumneigung der Kunden zuletzt verschlechtert hat, blicken die Einzelhändler dem Jahresverlauf skeptischer entgegen. Ähnlich ist die Situation im Gastgewerbe: Stabilisierungstendenzen einerseits, Sorgen andererseits angesichts des Preisdrucks und der womöglich sinkenden Bereitschaft der Gäste, Geld auszugeben.

Während die Lage für Dienstleister als 'unverändert freundlich' charakterisiert wird - zufrieden zeigten sich besonders die Medienwirtschaft und die IT-Unternehmen - gab es keine Entwarnung für das Verkehrs- und Logistikgewerbe. Die Situation ist nach wie vor unbefriedigend. Erholt hat sich zwar der Hafenumschlag, beklagt wird aber eine nachlassende Zahlungsmoral der Kunden und ein schwierigerer Zugang zu Kapital.

Jedes vierte Bremer Unternehmen spürt zurzeit verschlechterte Kreditkonditionen, unterstreicht die Kammer. 'Um gestärkt aus der Krise zu gehen, brauchen die Unternehmen jetzt verlässliche Rahmenbedingungen', betont Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer. Erfreulich allerdings sei, dass viele Unternehmen ihre bisher zurückhaltenden Personalplanungen 'spürbar revidiert' hätten. Fonger: 'Der konjunkturelle Druck auf dem Arbeitsmarkt dürfte nachlassen und der Anstieg der Arbeitslosenzahlen geringer ausfallen als bisher befürchtet.'

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