Ersatz für Drehbrücke Eine Fähre als Ponton

Die Drehbrücke im Überseehafengebiet in Bremerhaven wurde nach einem Totalschaden vor ein paar Wochen abgebaut. Bis zum Bau einer neuen Brücke wird als Übergangslösung eine Fähre als Ponton favorisiert.
23.06.2021, 18:41
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Eine Fähre als Ponton
Von Peter Hanuschke

Eine Fähre hat praktische Eigenschaften: Je nachdem, wie die Fähre angelegt hat, fahren die Lastwagen und Autos rauf oder runter über eine Rampe am Bug oder am Heck. Genau diesen Vorteil will die stadtbremische Hafengesellschaft Bremenports nutzen, um eine Übergangslösung für die Drehbrücke zu schaffen, die in Bremerhaven im Überseehafengebiet Anfang April einen Totalschaden erlitten hat und inzwischen abgebaut wurde. Bremenports will eine 40 Meter lange gebrauchte Fähre anschaffen, die dann wie eine Art temporärer befahrbarer Ponton eingesetzt wird. Die 90 Jahre alte Verbindungsbrücke zwischen Überseehafen und Columbusinsel ermöglichte zuvor durch einen Drehmechanismus die Durchfahrt für Schiffe zwischen Kaiser- und Nordhafen.

Bremenports habe mehrere Varianten geprüft, so Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe bei der Präsentation "Temporäre Brückenlösung" an diesem Mittwoch im Hafenausschuss. Wichtig sei gewesen, dass zum einen eine Querungsmöglichkeit für Fahrzeuge und zum anderen durch eine flexible Handhabung die Durchfahrt für Schiffe ermöglicht werde. Die Lösung mit der Fähre erfülle diese Kriterien am besten. Eine Übergangslösung ist deshalb notwendig, weil Bremenports davon ausgeht, nicht vor fünf Jahren mit dem Bau einer Ersatzbrücke beginnen zu können. Allein die Voruntersuchungen, die als Grundlage dafür dienten, welche Lösungen überhaupt möglich wären, nehme 18 Monate in Anspruch. Das Häfenressort rechnet mit einer Fertigstellung der neuen Brücke „gegen Ende des Jahrzehnts“. Für deren Planung hatte der Senat bereits vor Wochen Mittel in Höhe von mehr als 2,44 Millionen Euro freigegeben. 

Die Drehbrücke war im Überseehafen vor allem für die Unternehmen der Columbushalbinsel wichtig. Sie stellte die einzige direkte Verbindung in die nördlichen Teile des Hafens für den Schwerlastverkehr dar. Und dass der Kaiserhafen für Schiffe zugänglich ist, ist für den Autoumschlag in Bremerhaven von großer Bedeutung – er ist eine der führenden Drehscheiben für den Autoexport und -import in Europa.

Die Fähr-Lösung wäre aus Kostensicht günstiger als eine Variante mit einer Behelfs-Drehbrücke oder einer Roll-Behelfsbrücke, so Howe. Zumal die Fähre auch dem künftigen Bau der neuen Brücke nicht im Wege stünde. Bremenports sei bereits in Gesprächen für den Kauf oder das Chartern einer gebrauchten Fähre. Ob es im Falle eines Kaufs anschließend eine Nachnutzung gebe, müsse geprüft werden. Man rechne damit, dass die Öffnung für den Schiffsverkehr etwa 45 Minuten dauere und plane mit jährlich etwa 120 bis 150 Passagen von Auto-Carriern, die Priorität vor dem Fahrzeugverkehr hätten. Die Fähr-Variante wäre in neun bis zwölf Monaten einsatzbereit.

An der Detail-Planung sei man mit Hochdruck dran, um schnellstmöglich einen politischen Beschluss für diese Vorzugsvariante herbeiführen zu können, so Staatsrat Tim Cordßen-Ryglewski.

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