Einzelhandel verbucht 2010 das größte Umsatzplus seit sechs Jahren

Berlin. Ob Uhren, Schmuck, Kosmetik oder Schuhe: Die Bundesbürger haben sich im vergangenen Jahr wieder mehr gegönnt und dem Einzelhandel das größte Umsatzplus seit sechs Jahren beschert. Allerdings trübte das Wetter die Kauflaune der Verbraucher ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) gestern berichtete. "Bei Schnee und Eis waren die Kunden nicht in der Lage, in die Städte zu kommen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nach einem überdurchschnittlichen November mit 3,4 Prozent Wachstum habe der Einzelhandel daher im Dezember mit einem Minus von 0,1 Prozent sogar leichte Verluste gemacht.
01.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Antonia Lange

Berlin. Ob Uhren, Schmuck, Kosmetik oder Schuhe: Die Bundesbürger haben sich im vergangenen Jahr wieder mehr gegönnt und dem Einzelhandel das größte Umsatzplus seit sechs Jahren beschert. Allerdings trübte das Wetter die Kauflaune der Verbraucher ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) gestern berichtete. "Bei Schnee und Eis waren die Kunden nicht in der Lage, in die Städte zu kommen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nach einem überdurchschnittlichen November mit 3,4 Prozent Wachstum habe der Einzelhandel daher im Dezember mit einem Minus von 0,1 Prozent sogar leichte Verluste gemacht.

Nicht nur bei frostigen Temperaturen blieben viele Kunden laut HDE lieber daheim - und kauften im Internet ein. "Der Online-Handel ist und bleibt ein Wachstumstreiber", sagte Genth. Er sei 2010 mit einem Plus von acht Prozent überproportional gewachsen. Für das laufende Jahr erwartet der HDE im Online-Handel sogar einen Zuwachs von zehn Prozent. "Wir sehen nach wie vor, dass das eine große Chance für den Einzelhandel bietet." Das Internet sei nicht nur Vertriebs-, sondern auch Informationskanal. Rund 24 Milliarden Euro setzte der Einzelhandel 2010 im Netz um - insgesamt waren es 406,7 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das zwar einem Umsatzplus von 1,8 Prozent, die Einbußen aus dem Krisenjahr 2009 konnten die Einzelhändler damit dennoch nicht ausgleichen.

Zum Ende dieses Jahres werde der Einzelhandel die Verluste aber aufgeholt haben, erwartet Genth. Positiv auf die Kauflust der Bundesbürger wirke sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt aus. Demgegenüber stünden jedoch höhere Energiekosten und Krankenkassenbeiträge. "Die Verbraucher haben in diesem Jahr weniger Netto vom Brutto", sagte der Einzelhandelsexperte. Er rechnete für 2011 daher nur mit einem leichten Wachstum von 1,5 Prozent.

Glaubt man Konsumforschern, bleibt die Kauflust der Deutschen hingegen ungetrübt. Der Konsum werde im Jahr 2011 deutlich anziehen und mindestens um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, prognostizierte Klaus Wübbenhorst von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die schwindende Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes stimuliert die Kauflaune, wie das Konsumklima-Barometer der GfK ergab. Für ihre Einkäufe müssen die Bundesbürger in diesem Jahr allerdings tiefer in die Tasche greifen: "Wir gehen von einem moderaten Anstieg der Verbraucherpreise um 1,5 Prozent aus", sagte Genth.

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