swb macht auch im Krisenjahr 2009 Gewinn Energiepreise bleiben bis Jahresende stabil

Bremen. Die Preise für Strom und Gas der swb bleiben bis zum Jahresende 'mindestens stabil'. Das versicherte der Vorstand des Energieversorgers bei der Vorlage seiner Jahresbilanz. Danach hat die swb trotz Wirtschaftskrise 2009 ihren Gewinn leicht steigern können.
11.05.2010, 20:30
Lesedauer: 3 Min
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Energiepreise bleiben bis Jahresende stabil
Von Petra Sigge

Bremen. Die Preise für Strom und Gas der swb bleiben bis zum Jahresende 'mindestens stabil'. Das versicherte der Vorstand des Bremer Energieversorgers gestern bei der Vorlage seiner Jahresbilanz. Danach hat die swb trotz Wirtschaftskrise 2009 ihren Gewinn leicht steigern können.

Routine sieht anders aus: Eigentümerwechsel, Gerichtsstreit um das Firmenkürzel swb, Gaspreisverhandlung vor dem Bundesgerichtshof - das waren nur einige Ereignisse, die den Bremer Versorger im vergangenen Geschäftsjahr auf Trab hielten. Seit Oktober 2009 gehört die Bremer swb mit Ausnahme einer Aktie dem Oldenburger EWE-Konzern - als eigenständige AG ohne Beherrschungsvertrag durch die Muttergesellschaft, wie der swb-Vorstandsvorsitzende Willem Schoeber betonte. 'Vertrieb und Netze verbleiben auch weiterhin in unserem alleinigen Zuständigkeitsbereich.'

Marktanteil von 88 Prozent

Für das vergangene Geschäftsjahr weist die swb-Bilanz einen Jahresüberschuss von 42,3 Millionen Euro aus - gut acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz blieb mit 1,14 Milliarden Euro nahezu stabil. Sinkende Preise und Verkäufe im Gasbereich konnten durch gestiegene Absatzmengen im Strom-, Wärme- und Abfallgeschäft wettgemacht werden. Im Privatkundenbereich haben im vergangenen Jahr rund 3000 Stromverbraucher der swb den Rücken gekehrt und sind zur Konkurrenz abgewandert. Wodurch der Marktanteil der swb im Stammgebiet Bremen auf 88 Prozent abgesackt ist. Für den Vorstand kein Grund zur Panik: Im Vergleich zur durchschnittlichen bundesweiten Wechselquote von 21 Prozent stehe die swb mit zwölf Prozent Stromwechslern noch ganz gut da.

Noch weniger Bewegung gab es bei den privaten Gaskunden. Was nach Ansicht von Köhne vor allem daran liegt, dass der Wettbewerb in diesem Bereich längst nicht so ausgeprägt ist wie beim Strom. Sind es beim Gas im wesentlichen die beiden Unternehmen Lichtblick und eprimo, die der swb Kunden abgeworben haben, tummeln sich im Bremer Strommarkt laut Köhne inzwischen über 100 Anbieter. Insgesamt versorgt die swb nach eigenen Angaben derzeit noch rund 120000 Haushalte in Bremen mit Gas und etwa 260000 Haushalte mit Strom.

Was die Verbrauchsmengen angeht, sind die privaten Kunden im swb-Geschäft eher eine kleine Größe. 'Allein die Stahlwerke verbrauchen mit 1350 Gigawatt anderthalb mal so viel Strom wie alle Bremer Privathaushalte zusammen', weiß Köhne.

Im laufenden Geschäftsjahr will die swb ihre Altanlagen weitermodernisieren, aber auch in neue Kraftwerksbauten investieren. Das größte Projekt ist dabei ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk am Standort Mittelsbüren. Die Kosten bezifferte Vorstandschef Schoeber auf eine halbe Milliarde Euro.

Da die swb eine solche Summe nicht allein aufbringen könne, habe man die Deutsche Bahn als Partner gewonnen. Das Gaskraftwerk kann schnell hoch- und runtergefahren werden. Anders als das vor gut zwei Jahren abgeblasene Kohle-Kraftwerks-Neubauprojekt ist es damit in der Lage, als Reservekapazität für Windparks zu dienen, die bei Flaute keinen Strom liefern, erläuterte swb-Chef Schoeber.

Zu den Zielen der swb gehört bis zum Jahr 2020 eine CO2-Einsparung von 20 Prozent, die Steigerung der Energieeffizienz der Produktion um 20 Prozent sowie die Erzeugung von 20 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen. Der Bereich der Erneuerbare Energien soll dabei mit einer Geschwindigkeit von 25 Megawatt pro Jahr ausgebaut werden. Schwerpunkt sind Investitionen im Bereich Windkraft. 2009 hatte die swb mit dem Kauf eines 30-Megawatt-Windparks in Brandenburg seine Windstromerzeugung auf einen Schlag mehr als verdoppelt. Weitere Projekte sollen folgen. Beteiligt ist die swb zudem am Bau des Weserkraftwerks. Ende dieses Monats sollen die Arbeiten hier wieder aufgenommen werden. Geplant ist außerdem der Bau weiterer Biogas- und Photovoltaikanlagen sowie von Ladestationen für Elektroautos. Die swb will sich selbst zwölf E-Mobile anschaffen und im Flottenversuch testen.

Mit rund 2470 Mitarbeitern ist das Bremer Versorgungsunternehmen nach wie vor einer der größten Arbeitgeber im Lande Bremen. Die bis 2013 von der swb gegebene Beschäftigungsgarantie gilt nach Angaben des Vorstands auch unter den geänderten Besitzverhältnissen nach der EWE-Übernahme weiter.

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