Serie: Entlang der Lieferkette - Teil IV

Für alle Fälle den richtigen Stapler

Stapler sind vielfältig einsetzbar - ob zum Beladen von Containern oder für den Transport von Gütern innerhalb des Betriebsgeländes. Welches Gerät das passende ist, das weiß Willenbrock Fördertechnik.
17.06.2021, 15:45
Lesedauer: 4 Min
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Für alle Fälle den richtigen Stapler
Von Peter Hanuschke

Der Container, dessen Siegeszug Mitte der 1960er-Jahre startete, gilt als der Transportbehälter schlechthin: Die Blechbox hat sich weltweit durchgesetzt. Ohne sie hätte sich der globalisierte Handel bei Weitem nicht in diesem Umfang und diesem Tempo entwickelt. Das System Container funktioniert aber deshalb nur so gut, weil das Beladen der Blechbox nicht per Hand erfolgt, sondern dafür der Stapler eingesetzt wird – eine Erfindung, die schon weit vor dem Container gemacht wurde. Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Staplern für ganz unterschiedliche Zwecke in ganz verschiedenen Gewichtsklassen. Den Passenden zu finden, das ist eine der Aufgaben der Willenbrock Fördertechnik GmbH, die als Komplettdienstleister fördertechnische Materialflusslösungen innerhalb der gesamten Intralogistik anbietet – ob im Hinterland oder in den Häfen.

Der Markt, in dem sich Willenbrock Fördertechnik bewegt, ist ein Spiegelbild dessen, was in produzierenden Unternehmen und mit Gütern handelnden Betrieben an Produkten und Rohstoffen innerhalb des Firmengeländes für den Produktionsablauf, zum Zweck der Lagerhaltung und dem Verkauf bewegt werden muss. Je mehr bewegt werden muss, desto häufiger kommen Flurförderzeuge und Systemlösungen für einen reibungslosen Materialfluss zum Einsatz – deutlich wird das am zurückliegenden Corona-Jahr.

"Keiner wusste vor einem Jahr, wie sich die Welt weiterentwickeln würde, die ja augenscheinlich in ihren Lieferketten teilweise zusammengebrochen war – letztlich hatten wir aber sehr viel zu tun", sagt Martin Bartsch, Bereichsleiter für Key Account & Intralogistik bei Willenbrock. "Wir konnten mit unseren Produkten und Dienstleistungen vielfach weiterhelfen – auch in Branchen, in denen es zwischendurch nicht so gut lief." Der Bereich Automotive wurde beispielsweise sehr schnell runtergefahren. Da sei es manchmal auch darum gegangen, Kunden bei der Überbrückung von Liquiditätsproblemen zu helfen. Andere Branchen wie der Lebensmittelbereich hätten dagegen zusätzliche Mietfahrzeuge benötigt.

Man pflege sehr lange und partnerschaftliche Beziehungen zu den Kunden, so Bartsch. Es gehe nicht einfach nur um den Verkauf oder das Verleasen eines Fahrzeugs, und das war's. Es gehe darum, Lösungen für die Aufgabenstellung des Kunden zu finden. Das könne bedeuten, dass man einem Kunden weniger Fahrzeuge als angefragt verkaufe – dafür die richtigen für seinen spezifischen Einsatz.

Die Lieferkette habe auch besonders im Online-Handel angezogen – eine Entwicklung, die weiter anhalte, sagt Jens Uwe Meier, der bei Willenbrock für den Verkauf von Großgeräten und Hafentechnik zuständig ist. "Das hatte und hat auch Konsequenzen für uns." Die Nachfrage nach Lagertechnik-Fahrzeugen in der Kurzfristmiete sei seit Monaten extrem hoch. In der Hafenwirtschaft sei es zunächst abwärts gegangen, aber seit Monaten sei der Umschlag wieder auf einem sehr hohem Niveau. "Dass unsere Kunden im Bereich der Hafenlogistik sich vor Monaten mit Geräterückgaben befassten, hat sich längst wieder umgekehrt."

Extrem boome auch der Holzumschlag. "In den Häfen und bei vielen Umschlagbetrieben sieht man überall Holz, das in die USA exportiert wird", so Meier. "Das bedeutet für uns derzeit beispielsweise eine sehr hohe Nachfrage nach Staplern im Bereich von 16 bis 20 Tonnen Tragkraft mit möglichst kurzen Lieferzeiten." Da auch der Hersteller Linde Material Handling natürlich Lieferzeiten habe, sei der Wunschtermin nicht immer einzuhalten. "Unser Vorteil ist, dass wir diese Zeit gut überbrücken können, weil wir über ein sehr großes Produktportfolio verfügen, das eine Vielzahl an Gebrauchtgeräten und eine Flotte von über 1600 Mietfahrzeugen beinhaltet."

Aus dem Unternehmen, das am 1. April 1962 von Heinz-Georg Willenbrock in Bremen mit einem Mitarbeiter gegründet wurde und zunächst vor allem sehr vertriebsorientiert ausgerichtet war, hat sich ein Dienstleister entwickelt, der mehr als 570 Mitarbeiter an den Standorten Bremen, Hannover und Braunschweig beschäftigt. Dass man mit Linde Material Handling, dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Flurförderfahrzeugen, zusammenarbeitet, kommt nicht von ungefähr. Gründer Willenbrock hatte die Vertretung der Linde AG in Norddeutschland übernommen. Später ist Linde Material Handling GmbH auch noch in das Unternehmen eingestiegen und heute zu über 70 Prozent an Willenbrock beteiligt.

Der Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen sowie die Vermietung der Fahrzeuge ist nach wie vor das Kerngeschäft, aber Bereiche wie Konzepterstellung für einen optimierten Materialfluss, die Einbeziehung von autonom agierenden Geräten, Energieberatung oder die zunehmenden Möglichkeiten der Digitalisierung haben die Aufgabenbereiche von Willenbrock in den vergangenen Jahren sehr erweitert. "Und Beratung ist natürlich mit der entscheidende Faktor für den Erfolg unserer Arbeit. Logistikflächen sind teuer und der Warenumschlag ist eng getaktet. Wir analysieren den Einsatz des Kunden und entwickeln für ihn die passende Lösung – ob Frontstapler, Großgerät, Schmalgangstapler oder Hochhubwagen", so Bartsch. Ebenso gehe es darum, in neuen oder bestehenden Lagerhallen mit der richtigen Anordnung und der richtigen Auswahl an Geräten den optimalen Materialfluss zu gewährleisten. Genauso wichtig seien der Arbeitsschutz und die Gesundheit der Mitarbeiter. "Es werden schon seit Jahren in vielen Bereichen Elektroantriebe eingesetzt – lange bevor die Automobil-Industrie sich diesem Thema gewidmet hat."

Die Stapler, die von einer Tonne bis zu 52 Tonnen Tragkraft haben, sind zwar unverzichtbar in der Lieferkette, aber in der Wahrnehmung rangieren sie deutlich hinter dem Container. "Das ist wahrscheinlich so, man sieht ja nur die voll beladenen Containerschiffe", so Bartsch. Wie die Ware in die Blechbox komme, spiele in der Öffentlichkeit meistens keine Rolle. "Das Container-Packing, das ich auch gerne als Tetris für Erwachsene in der realen Welt bezeichne, wäre ohne Stapler, so wie wir es in den deutschen Seehäfen an den verschiedenen Packing-Stationen kennen, einfach nicht möglich – das würde Tage dauern", ergänzt Meier. Generell wäre die Lieferkette von der Geschwindigkeit her ohne Flurförderfahrzeuge massiv beeinträchtigt, so Meier: "Steht ein Stapler, dann ist auch die Produktion beeinträchtigt, oder die Warenmenge in den Regalen würde langsam weniger."

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