Terminalbetreiber Eurogate behauptet sich in schwierigem Marktumfeld

Der Terminalbetreiber Eurogate hat seinen Jahresüberschuss in 2017 steigern können. Während der Containerumschlag in Hamburg eingebrochen ist, profitierten die Standorte Bremerhaven und Wilhelmshaven.
11.04.2018, 13:45
Lesedauer: 3 Min
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Eurogate behauptet sich in schwierigem Marktumfeld
Von Peter Hanuschke

Der Terminalbetreiber Eurogate hat 2017 seinen Jahresüberschuss um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 85,2 Millionen Euro steigern können. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, die sich sehr unterschiedlich auf die 14 Terminals der Bremer Unternehmensgruppe ausgewirkt haben: So brach am Eurogate-Terminal in Hamburg der Containerumschlag um etwa ein Viertel ein. Im Gegensatz dazu profitierten die Standorte Bremerhaven und Wilhelmshaven von der Restrukturierung der Reederei-Großallianzen.

Mit 14,4 Millionen Standardcontainern (TEU) stagnierte allerdings insgesamt das Containerumschlagvolumen der Logistikgruppe. Die Steigerung des Jahresüberschusses sei vor allem auf Sondereffekten wie Personalüberlassungen und Vermietungen zurückzuführen, sagte Marcel Egger, Mitglied der Gruppengeschäftsführung, am Mittwoch bei der Präsentation der Jahreszahlen. Diese werde es 2018 nicht mehr geben, ergänzte Eurogate-Chef Michael Blach. Deshalb geht der Terminalbetreiber von einem schwächeren, aber positiven Ergebnis am Jahresende aus. Dass die Umsatzerlöse um 4,9 Prozent auf 607,9 Millionen Euro gesunken sind, resultiere in erster Linie aus den mit 25,6 Prozent deutlich rückläufigen Umschlagmengen des Hamburger Eurogate-Terminals.

Große Herausforderungen

Insgesamt sei das Jahr von der Umbruchphase in der Containerschifffahrt geprägt gewesen, so Blach. Die Konsolidierungswelle unter den Reedereien und der Trend zu Großcontainerschiffen mit bis zu 23.000 TEU Transportkapazitäten hätten die Häfen und deren Betreiber vor große Herausforderungen gestellt. Der Eurogate-Container-Terminal-Wilhelmshaven, Deutschlands einziger Tiefwasserhafen, habe von dieser Entwicklung allerdings erneut profitieren können und steigerte seinen Containerumschlag um 15,1 Prozent auf 554.449 TEU.

„2017 hat uns gezeigt, dass wir viele Chancen haben, aber unsere Anstrengungen erhöhen müssen, um sie gewinnbringend nutzen zu können“, erklärte Blach. Positiv sei hervorzuheben, dass die Ocean Alliance mehrerer Reedereien nun Wilhelmshaven in ihr Netzwerk aufgenommen habe. Erfreulich sei auch die Nachricht, dass VW auf den Standort setze und dort ein Logistikzentrum errichten werde. Das gebe Wilhelmshaven zusätzlichen Aufwind. Eurogate geht davon aus, dass es am Jade-Weser-Port auch in diesem Jahr ein Wachstum im zweistelligen Bereich gibt – trotz der Ankündigung der Reederei Maersk, im Rahmen der Anpassung ihrer Liniendienste Wilhelmshaven künftig weniger anzulaufen. Das bedeute aber nicht weniger Ladung für Wilhelmshaven, so Blach. Schiffe kämen zwar seltener, seien dafür aber voller. „Der anhaltende Trend zu Großcontainerschiffen von bis zu 23.000 TEU hat allerdings Auswirkungen auf unsere Prozesse. Im Sinne unserer Wettbewerbsfähigkeit setzen wir daher langfristig auf die Standardisierung und die Implementierung von Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien sowie die ständige Optimierung von Prozessen.“

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Die drei Containerterminals in Bremerhaven verzeichneten 2017 laut Eurogate einen Anstieg des Umschlags um 0,9 Prozent auf 5,537 Millionen TEU. „Auf der einen Seite profitierte der Standort von der Restrukturierung der Reederei-Allianzen“, sagte Blach. Dadurch hätte es am Eurogate-Container-Terminal-Bremerhaven eine Steigerung der Umschlagmenge um 15,5 Prozent gegeben. „Auf der anderen Seite haben sich Kapazitätseinschränkungen durch Reparaturmaßnahmen an Containerbrücken und den Cyberangriff auf die Reederei Maersk-Line im Juni auf den North-Sea-Terminal-Bremerhaven und damit auf die Gesamtumschlagbilanz des Standorts Bremerhaven ausgewirkt und den Anstieg niedriger als erwartet ausfallen lassen.“

Positive Nachrichten

In Hamburg sei Ladung am Eurogate-Terminal vor allem durch die Fusionen der Reedereien UASC mit Hapag-Lloyd und der chinesischen China Shipping mit COSCO und damit verbundenen Routenänderungen abhandengekommen, so Blach. Außerdem resultiere der Umschlagverlust durch die Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin Shipping. Insofern geht Eurogate dort auch in 2018 von einem rückläufigen Umschlag aus. Dennoch gebe es auch Positives zu vermelden: So habe die Reederei Hyundai Merchant Marine angekündigt, einen Fernost-Nordeuropa-Dienst zu betreiben. Dieser Dienst werde künftig am Eurogate-Container-Terminal-Hamburg abgefertigt. Außerdem erwartet Eurogate Ladung von der zu Maersk gehörenden Reederei Hamburg Süd. Der Vorteil von Eurogate sei, dass das Unternehmen sehr breit aufgestellt sei, sagte Thomas Eckelmann, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung. So hätten die Einbußen in Deutschland – insgesamt 5,5 Prozent weniger Umschlag im Vergleich zum Vorjahr – durch Standorte im Ausland kompensiert werden können.

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