Ticketanbieter Eventim schafft umstrittene Online-Servicegebühr ab

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs hatte Ticketanbieter CTS Eventim auf seine Online-Gebühren für Eintrittskarten verzichtet. Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg sagt, warum das nun auf Dauer sein soll.
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Eventim schafft umstrittene Online-Servicegebühr ab
Von Florian Schwiegershausen

Der Anbieter für Eintrittskarten, CTS Eventim, schafft die umstrittene Servicegebühr für selbst ausgedruckte Online-Tickets dauerhaft ab. Das hat der Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ gesagt. Das Unternehmen reagiert damit auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom August. Darin hatten die Richter in letzter Instanz die pauschale Servicegebühr von 2,50 Euro gekippt, die das MDax-Unternehmen für Tickets im sogenannten Printdirect-Verfahren über seine Online-Plattform eventim.de erhoben hatte. Der BGH hatte im Urteil darauf hingewiesen, dass eine Anpassung der Gebühr durchaus zulässig sein könnte.

Kurz danach hatte Eventim den Aufschlag in Höhe von 2,50 Euro vorerst gestrichen. Der Ticketanbieter hatte sich aber gleichzeitig vorbehalten, künftig eine Gebühr in geringerer Höhe zu verlangen. Das sei nun vom Tisch, wie Schulenberg sagte: „Wir wollen keinen Streit.“ Für die selbst ausgedruckten Tickets habe man zwar an vielen öffentlichen Hallen in Kontrollsysteme investieren müssen, in vielen anderen Ländern sei die Zusatzgebühr auch überhaupt kein Problem, sagte Schulenberg. Aber man habe die Mechanik hinter der Online-Gebühr „nicht überzeugend genug vermitteln können“. Deshalb werde man in Deutschland auf Dauer auf die Gebühr verzichten.

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Bei der Online-Gebühr gehe es nur um Erlöse von einer Million Euro im Jahr, sagte Eventim-Chef Schulenberg jetzt. Nur ein kleiner Teil der Fans drucke seine Konzerttickets selbst aus. Dagegen hat das Unternehmen eine Servicegebühr für Fußballtickets und andere Karten, die über seine Tochter Eventim Sports verkauft werden, bis heute vorerst beibehalten, da sich die Entscheidung des BGH nicht unmittelbar gegen die Firmentochter richtet. Nach Unternehmensangaben laufen derzeit Gespräche mit den Sportvereinen, um eine Lösung im Sinne der Klubs, der Fans und des Unternehmens zu finden. Scharfe Kritik äußerte Schulenberg an den Entscheidungen des Bundeskartellamts, das wegen Eventims dominanter Stellung auf dem deutschen Ticketmarkt mehrere Verfahren gegen das Unternehmen geführt hatte.

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