Bremer Bank

Finanzaufsicht stellt Insolvenzantrag für Greensill Bank

Die Finanzaufsicht Bafin hat für die Bremer Greensill Bank einen Insolvenzantrag gestellt. Die Bank lockte mit hohen Zinsen, doch jetzt könnten Einlagen von Kunden gefährdet sein.
16.03.2021, 10:01
Lesedauer: 2 Min
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Finanzaufsicht stellt Insolvenzantrag für Greensill Bank
Von Jean-Pierre Fellmer
Finanzaufsicht stellt Insolvenzantrag für Greensill Bank

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat für die in Turbulenzen geratene Greensill Bank einen Insolvenzantrag gestellt.

Sina Schuldt / dpa

Für die Bremer Greensill Bank hat die Finanzaufsicht Bafin am Montagabend einen Insolvenzantrag gestellt, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Bremen dem WESER-KURIER am Dienstagmorgen auf Anfrage mitteilte. Eine Entscheidung soll zeitnah fallen - ob das noch am Dienstag passiere, konnte die Sprecherin nicht sagen. Das Gericht will über den weiteren Verlauf informieren.

Die Bank gehört zum britisch-australischen Finanzkonglomerats Greensill. Seit Anfang März ist die Bremer Bank für den Kundenverkehr geschlossen. Sparer kommen seitdem nicht mehr an ihr Geld, auch niedersächsische Kommunen wie etwa Osnabrück oder Nordenham sind betroffen, ebenso Städte anderer Bundesländer und mehrere Rundfunkanstalten. Die Finanzaufsicht stellte Strafanzeige gegen die Greensill AG, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dem Vernehmen nach geht es um den Vorwurf der Bilanzfälschung.

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Nach Informationen aus Finanzkreisen sind bei der Bremer Bank rund 3,6 Milliarden Euro an Einlagen gefährdet. Davon dürften etwa 3,1 Milliarden Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung sowie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) gesichert sein. Das gilt vor allem für das Geld von Privatkunden.

Vergangene Woche hatte die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass die Bafin auch gegen den Abschlussprüfer der Bank vorgehe. Wegen möglicher Mängel bei der Abschlussprüfung durch die Stuttgarter Gesellschaft Ebner Stolz wolle die Aufsicht ein Verfahren bei der zuständigen Aufsichtskommission Apas anregen, hieß es. Ebner Stolz habe den Abschluss der Greensill Bank für 2019 testiert. Bei einer weiteren Untersuchung durch die von der Bafin beauftragte Wirtschaftsprüfung KPMG habe die Existenz zahlreicher verbuchter Forderungen aber nicht nachgewiesen werden können.

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Die Bafin äußerte sich nicht zu dem Bericht. Die Apas bestätigte, die Finanzaufsicht habe ihr eine Mitteilung „mit Bezug zur Greensill Bank AG übermittelt“. Einzelne Verfahren kommentiere sie nicht weiter. Ebner Stolz erklärte, man äußere sich nicht zu laufenden Prüfungsmandaten. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit allen beteiligten Behörden und habe eine Kooperation im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten angeboten. „Weder die verantwortlichen Prüfer noch Ebner Stolz als Unternehmen sind in dem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bremen beschuldigt.“

Bei den in Großbritannien und Australien ansässigen Muttergesellschaften von Greensill haben inzwischen Insolvenzexperten der Unternehmensberatung Grant Thornton das Ruder übernommen. (mit dpa)

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