Windkraftpionier zieht sich zurück Firmenchef will Bard verkaufen

Bremen·Emden. Das Windkraftunternehmen Bard Offshore steht offenbar zum Verkauf. Das gab das in Bremen gegründete Unternehmen gestern in einer dürren Mitteilung bekannt. Demnach zieht sich der bisherige Hauptgesellschafter Arngolt Bekker aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Seine wie auch alle übrigen Familienanteile seien an die neu gegründete Bard Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Emden übertragen worden. Deren Geschäftsführung liege bei dem Hamburger Rechtsanwalt Thorsten Bieg, hieß es weiter. Zusammen mit dem Bard-Management solle er ein Zukunftskonzept entwickeln. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.
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Von Krischan Förster

Bremen·Emden. Das Windkraftunternehmen Bard Offshore steht offenbar zum Verkauf. Das gab das in Bremen gegründete Unternehmen gestern in einer dürren Mitteilung bekannt. Demnach zieht sich der bisherige Hauptgesellschafter Arngolt Bekker aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Seine wie auch alle übrigen Familienanteile seien an die neu gegründete Bard Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Emden übertragen worden. Deren Geschäftsführung liege bei dem Hamburger Rechtsanwalt Thorsten Bieg, hieß es weiter. Zusammen mit dem Bard-Management solle er ein Zukunftskonzept entwickeln. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Bekker war als Funktionär und Unternehmer in Russlands Gasbranche aktiv, bevor er 2002 nach Bremen einwanderte und die Bard-Gruppe mit heute 1600 Mitarbeitern aufbaute. Das Unternehmen wurde ganz auf den Offshore-Sektor ausgerichtet, wobei die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt werden sollte - von der Produktion der einzelnen Komponenten über die Errichtung bis hin zum Betrieb von Windparks. Als erstes Unternehmen der Branche wagte sich Bard an den Bau des ersten kommerziellen Projektes in der Nordsee: "Bard Offshore I" mit 80 der selbst entwickelten Fünf-Megawatt-Turbinen.

Mit Bekanntwerden der Nachricht wird jetzt spekuliert, was hinter der Neuordnung der Besitzverhältnisse stecken könnte. Bekannt ist, dass der erste Offshore-Windpark nicht in dem Tempo vorankommt wie erhofft. Im Baufeld stehen erst 15 der 80 Anlagen. Vor wenigen Wochen hatte es zudem einen Führungswechsel in der Firmenholding gegeben: Der langjährige Geschäftsführer Heiko Roß war abgelöst worden, der zuvor auf erhebliche finanzielle Belastungen für das Offshore-Unternehmen hingewiesen hatte.

Offiziell erfolgt der Rückzug des Firmengründers aus Altersgründen. Bekker ist inzwischen 75 Jahre alt. Branchenkenner halten es aber auch für möglich, dass es nicht gelungen sei, mit Banken die weitere Finanzierung der Bard-Vorhaben zu sichern.

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