Noch keine Zahlungsausfälle bei SWB Flexstrom beliefert Bremer weiter

Bremen. Kunden des insolventen Energieanbieters Flexstrom in Bremen werden von dem Unternehmen nach wie vor mit Strom versorgt. Die Netzgesellschaft der Bremer SWB leitet den Strom des Berliner Unternehmens vorerst weiterhin durch.
18.04.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Flexstrom beliefert Bremer weiter
Von Petra Sigge

Bremen. Kunden des insolventen Energieanbieters Flexstrom in Bremen werden von dem Unternehmen nach wie vor mit Strom versorgt. Anders als etwa die Stadtwerke Osterholz-Scharmbeck, die ihren Netzzugang für Flexstrom nach eigener Aussage wegen noch ausstehender Zahlungen inzwischen gekündigt haben, leitet die Netzgesellschaft der Bremer SWB den Strom des Berliner Unternehmens vorerst weiterhin durch.

Das bestätigte gestern Unternehmenssprecherin Angela Dittmer auf Nachfrage. Bisher sei es im Zuge der Flexstrom-Insolvenz noch nicht zu Zahlungsausfällen bei der SWB gekommen, so die Sprecherin. "Aber wir beobachten den weiteren Geschäftsverlauf natürlich sehr genau." Über die Zahl der Flexstrom-Kunden im eigenen Versorgungsgebiet machte das Unternehmen keine Angaben.

Solange Flexstrom-Kunden noch mit Energie versorgt werden, müssten sie sich auch vertragstreu verhalten, also die monatlichen Abschläge zahlen, heißt es bei der Verbraucherzentrale Bremen. Größere Vorauszahlungen sollten sie allerdings nicht mehr leisten. "Wer eine Einzugsermächtigung erteilt hat, sollte die möglichst schnell widerrufen", rät Energieexpertin Mechthild Himmelreich. Wurden gerade erst Beträge vom Versorger abgebucht, könnten die Kunden das Geld binnen acht Wochen von ihrer Bank wieder zurückbuchen lassen.

Fristlose Kündigung nicht möglich

Eine fristlose Kündigung bei Flexstrom ist nicht möglich. "Es gelten die im Stromvertrag angegebenen Kündigungsfristen. Daran müssen sich die Kunden auch halten, wenn das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat", so Himmelreich. Eingestellt werden dürften die Zahlungen erst, wenn der Insolvenzverwalter mitteilt, dass das Unternehmen nicht mehr liefert. Sollte es tatsächlich einen Lieferstopp geben, fallen die betroffenen Kunden automatisch in die Ersatzversorgung des örtlichen Versorgers, in Bremen ist das die SWB.

Flexstrom und zwei seiner Tochterfirmen – Optimalgrün und Löwenzahn Energie – hatten am vergangenen Freitag Insolvenz angemeldet. Laut einem Bericht im "Handelsblatt" wird der Stromanbieter künftig auf das Geschäftsmodell mit Vorkasse verzichten. Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger habe mit der Bundesnetzagentur gesprochen und dieser Vereinbarung zugestimmt. Die Bundesnetzagentur hatte zuvor gegenüber Medien angekündigt, das Modell wegen der finanziellen Schieflage des Konzerns verbieten zu wollen. Die Unternehmensgruppe versorgt eigenen Angaben zufolge derzeit rund 500000 Kunden in Deutschland.

Die Gastochter Flexgas wurde inzwischen von der Ako Capital AG übernommen. Der Investor will das Geschäft auf dem deutschen Markt weiter ausbauen. Mit der Übernahme wird aus der Flexgas GmbH das Unternehmen Fairtradegas. Für die Geschäftspartner und Kunden ändere sich damit nichts, teilte Ako gestern mit.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+