Senat berät am Dienstag

Finanzspritze für Flughafen geplant

Wie viele deutsche Flughäfen ist auch der Bremer Airport von der Corona-Krise hart getroffen worden. Der Senat wird der stadteigenen Gesellschaft voraussichtlich eine kurzfristige Finanzspritze gewähren.
12.04.2021, 05:00
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Finanzspritze für Flughafen geplant
Von Jürgen Theiner
Finanzspritze für Flughafen geplant

Am Flughafen Bremen ist gegenwärtig kaum Betrieb. Das Unternehmen ist deshalb finanziell angeschlagen.

Christina Kuhaupt

Bremen wird der Flughafen GmbH voraussichtlich eine dringend benötigte Finanzspritze gewähren, ohne die das städtische Unternehmen von der Insolvenz bedroht wäre. Das geht aus einer vertraulichen Beschlussvorlage für die Senatssitzung am Dienstag hervor. Das Papier liegt dem WESER-KURIER vor. Darin geht es um eine erste Abschlagszahlung in Höhe von 17 Millionen Euro.

Der Bremer Flughafen, der mit seinen Tochterfirmen rund 420 Menschen beschäftigt, ist wie viele andere Airports von der Corona-Krise schwer gebeutelt. Weil der Flugverkehr dramatisch zurückging, fehlen dem Unternehmen Einnahmen in Millionenhöhe. „Aufgrund der unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Flughafen Bremen GmbH stellt sich die wirtschaftliche Situation derzeit kritisch dar“, heißt es in der Vorlage. Das Jahresdefizit 2020 belaufe sich auf rund 26 Millionen Euro, für das laufende Jahr wird wegen der anhaltenden Reisebeschränkungen mit einem Verlust von fast 19 Millionen Euro gerechnet. Der Rekapitalisierungsbedarf liegt also bei rund 45 Millionen Euro. Dass Bremen als Eigentümerin dem Flughafen überhaupt beispringen darf, ergibt sich aus einer von der EU genehmigten Bundesregelung.

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Aktueller Handlungsbedarf besteht, weil der Flughafen seinen Überziehungskredit beim Bremer Finanzressort (sogenanntes Cash-Pooling) zur Jahresmitte aus haushaltstechnischen Gründen zurückführen muss. Dabei geht es um die besagten 17 Millionen Euro, für die jetzt eine Lösung gebraucht wird. Das Geld soll aus dem Bremen-Fonds fließen, einem von der Bürgerschaft bewilligten Kreditrahmen, aus dem der Senat Maßnahmen mit Corona-Bezug finanzieren kann. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Parlaments muss allerdings zustimmen. Bei der Rekapitalisierung der Flughafen GmbH hofft der Senat auch auf Bundesmittel. In welcher Höhe Geld aus Berlin fließen wird, ist gegenwärtig noch unklar.

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