Neuer Monat, neue Ziele

Wieder mehr Verbindungen am Bremer Flughafen

Corona hat den Flugverkehr weltweit zum Erliegen gebracht. So langsam erholt sich die Branche. Auch ab Bremen werden wieder mehr Ziele angeflogen. Einige wurden aber komplett aus dem Sommerflugplan gestrichen.
01.07.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Wieder mehr Verbindungen am Bremer Flughafen
Von Stefan Lakeband
Wieder mehr Verbindungen am Bremer Flughafen

Sonnenaufgang über dem Bremer Flughafen: Ab Juli dürften am Himmel wieder mehr Flugzeuge zu sehen sein.

Sina Schuldt/dpa

Wer regelmäßig in den Himmel schaut, der hat sie in den vergangenen Monaten vielleicht vermisst – oder war froh, dass sie nicht da waren: Flugzeuge. Die Corona-Krise hatte den weltweiten Flugbetrieb weitestgehend lahmgelegt. Im Juli dürfte der Blick nach oben aber ein anderes Bild zeigen. Vielerorts starten wieder vermehrt Flugzeuge. Auch der Himmel über Bremen dürfte voller werden.

Rechtzeitig zur Urlaubszeit wurden bereits vergangenen Monat viele Reisewarnungen aufgehoben, gleichzeitig haben Airlines ihr Angebot wieder hochgefahren. In diesem Monat wird sich dieser Trend fortsetzen, glaubt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Er hat ermittelt, dass Passagiere ab Juli 239 Ziele in 69 Ländern ab deutschen Flughäfen erreichen. Während die Fluggesellschaften im Juni rund 30 Prozent ihres ursprünglichen Streckennetzes bedienten, sollen es im Juli wieder 60 Prozent sein.

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Diese Zahlen bedeuten aber nur eine kleine Besserung: Denn – auch das geht aus der Analyse des BDL hervor – die Fluggesellschaften liegen noch weit unter der Auslastung des Vorjahres. Im Juni waren es gerade einmal 14 Prozent, für Juli rechnet der Verband mit Flügen, die etwa 27 Prozent des Angebots des vergangenen Jahres entsprechen.

Verbindungen gestrichen

Auch der Bremer Flughafen spürt noch die Folgen der Pandemie. Vor Corona sei man von 30 Zielen im Sommerflugplan ausgegangen, sagt Andrea Hartmann, Sprecherin des Flughafens. Jetzt plane man mit 23, die früher oder später angeflogen werden sollen. Die eigentlich geplanten Ziele Danzig, Hurghada, Kiew, Neapel, Toulouse, Vilnius und Zadar wurden bereits gestrichen. Dem Trend folgend bringt der Juli auch in Bremen Veränderung. Die Zahl der angeflogenen Ziele verdreifacht sich – von vier im Juni auf nun 13. Noch in dieser Woche kommen unter anderem Verbindungen nach Alicante, Frankfurt, London, Mallorca und Istanbul hinzu.

Ab Mitte Juli soll das Angebot noch einmal zusätzlich wachsen; weitere Verbindungen und erhöhte Frequenzen sind auch für August geplant. Bei einigen Airlines steht noch nicht fest, wann sie den Betrieb am Airport wieder aufnehmen.

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Wer sich die momentan angeflogenen Ziele anschaut, dem fällt auf, dass es vor allem Verbindungen innerhalb Europas sind, die wieder bedient werden – und hier vor allem die klassischen Urlaubsgebiete. Laut BDL sind im europäischen Ausland 168 Zielorte in 39 Ländern zu erreichen, was 79 Prozent der im Juli 2019 angeflogenen Destinationen entspricht. Am häufigsten angesteuert werden Palma de Mallorca, Istanbul, Wien, Antalya und London.

Häufig nach New York

Wer in ein Land außerhalb Europas reisen will, braucht etwas mehr Glück, eine Verbindung zu finden. Nach BDL-Angaben sind rund 50 Ziele in etwa 30 Ländern im interkontinentalen Verkehr wieder zu erreichen. Das entspricht 29 Prozent des eigentlichen Streckennetzes. Die am häufigsten angeflogenen Ziele hierbei sind Doha, Tel Aviv, Dubai, New York und Toronto. Gemessen in Abflügen beträgt das Langstreckenangebot 15 Prozent gegenüber Juli 2019.

Laut BDL-Präsident Peter Gerber versuchen die Fluggesellschaften jetzt, „den Passagieren ein möglichst großes Netz anzubieten“. Oberste Prämisse sei, den Neustart der Luftfahrt verantwortungsbewusst zu gestalten. „Das heißt, dass entlang der gesamten Reisekette Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen gelten, die das Infektionsrisiko gering halten.“

Strenge Regeln an Flughäfen

Diese Regeln sorgen auch dafür, dass sich die Abläufe an den Flughäfen verändert haben. So gilt im Terminal sowie in den Geschäften eine Maskenpflicht. Auch viele Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, schreiben ihren Passagieren eine Mund-Nase-Bedeckung vor. Im Flughafen werden die Reisenden aufgefordert, einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen zu halten.

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Zudem haben einige Flughäfen und Fluggesellschaften auf Anordnung der Bundespolizei das Handgepäck limitiert. Für alle Passagiere gilt: nur ein Gepäckstück pro Person. Dadurch sollen die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle und beim Boarding, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenstehen, so kurz wie möglich sein.

In Bremen haben diese Regeln laut Andrea Hartmann bislang gut funktioniert. Die Reisenden hätten sich bereits daran gewöhnt. Hartmann sagt: „Die Menschen kennen solche Vorschriften bereits von Orten wie dem Supermarkt oder den Restaurants.“

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