Bremer Airport Flughafen verliert Verbindungen nach Brüssel und Toulouse

Die Passagierzahlen vom Bremer Airport sind rückläufig. Nun verliert er auch noch die Flüge nach Brüssel und Toulouse. Besonders Bremer Unternehmen sind davon betroffen.
17.10.2017, 18:47
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Flughafen verliert Verbindungen nach Brüssel und Toulouse
Von Florian Schwiegershausen

Der Flughafen Bremen verliert weitere Verbindungen. Die Lufthansa-Tochter BMI Regional wird die Flüge von Bremen nach Brüssel und von Bremen nach Toulouse einstellen zum 27. Oktober. Die Verbindung nach Brüssel flog BMI Regional im Auftrag der Lufthansa-Tochter Brussels Airlines. Der Sprecher von Brussels Airlines, Geert Sciot, sagte dem WESER-KURIER: „Wir haben die Verbindung aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Es ist der Entwicklung der Route geschuldet.“ Wer bereits Tickets für den Winterflugplan hat, werde von der Fluggesellschaft informiert und soll innerhalb des Lufthansa-Netzes Alternativen über Frankfurt oder München erhalten.

Betroffene Unternehmen

Betroffen davon ist auch das Unternehmen AB Inbev. Regelmäßig fliegen Mitarbeiter nach Brüssel. Denn im Vorort Löwen ist der Stammsitz des Unternehmens, aus dem der Weltkonzern AB Inbev geworden ist. Sprecherin Claudia Hauschild sagte: "Die Streichung der Verbindung Bremen-Brüssel löst bei uns naturgemäß keine Begeisterungsstürme aus. Die Kollegen werden jetzt auf Bahn oder Auto ausweichen müssen, beides nicht sehr ideal, da die Bahnverbindung über Köln auch nicht optimal ist." Fürs Unternehmen tragen bestehende Flugverbindungen wesentlich zur Attraktivität eines Standorts bei. "Daher suchen wir beispielsweise auch ein neues Verwaltungsgebäude mit guter Anbindung zum Flughafen", so Hauschild.

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Ähnlich ist es bei ArcelorMittal Bremen. Sprecherin Marion Müller-Achterberg sagte: „Für unser Management ist die Flugverbindung sehr praktisch und wird öfter genutzt. Wenn sie wegfällt, werden Geschäftsreisen nach Belgien wesentlich zeitaufwendiger." Per Bahn, Auto oder Flieger dauere es wegen der Zwischenstopps nun länger. Die Auslastung der Verbindung lag laut Bremer Airport im Durchschnitt bei 70 Prozent. Sprecherin Andrea Hartmann sagte: "Brüssel ist ein interessantes Drehkreuz, und der Flughafen führt Gespräche mit verschiedenen Airlines, die codesharefähig mit der Lufthansa-Gruppe sind."

Künftige Alternativen

Zum Ende der Flüge nach Toulouse sagte Airbus-Sprecherin Valeska Franke: „Airbus bedauert diese Entscheidung. Dienstreisen nach Toulouse werden von Bremen jedoch weiter mittels Umsteigen möglich sein – je nach Reisezeitpunkt über Amsterdam, Brüssel, Paris, Frankfurt oder München.“ Der Airbus-Einkauf prüfe bereits, was künftige Alternativen sein könnten. Vom Airbus-Standort in Hamburg-Finkenwerder fliegt übrigens von Montag bis Freitag morgens um 7 Uhr und abends um 17 Uhr ein Charterflug nach Toulouse. Den betreibt Germania mit einem Airbus A319 ausschließlich für Airbus-Mitarbeiter.

Gleichzeitig hat der Airport immer noch Probleme bei der Gepäckabfertigung wegen Mangels an Personal (wir berichteten). Weil kurzerhand Mitarbeiter aus der Verwaltung und der Feuerwehr ausgeholfen haben, ist die Gewerbeaufsicht nun am Prüfen, so Radio Bremen. Es steht der Vorwurf im Raum, die Mitarbeiter hätten nicht die notwendige Sicherheitseinweisung gehabt. Tim Cordßen, Sprecher des Wirtschaftssenators, sagte dazu: „Die Gewerbeaufsicht wird schon ihren Job machen. Sollte sich dieser Vorwurf bewahrheiten, sind wir dann als Behörde allerdings gefragt.“ Was die Verbindungen angeht, hofft er, dass das Angebot attraktiv bleibt: „Ansonsten mischen wir uns da beim Airport nicht ins operative Geschäft ein.“

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