Bremer Gründungsinitiative

Förderbank setzt auf Cluster

Die Bremer Aufbau-Bank will das Angebot für Gründer verbessern. Dafür sollen Schwerpunkte gesetzt werden – orientiert an Bremens Stärken. Das soll letztlich auch Gründer erst an den Standort locken.
26.06.2018, 20:10
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Förderbank setzt auf Cluster
Von Lisa Boekhoff
Förderbank setzt auf Cluster

Marcel Kein hat die Förderbank im vergangenen Jahr unterstützt. In Horn betreibt der Gründer seine „Parfum Akademie“. Kunden können hier in Workshops eigene Düfte entwerfen.

Jonas Kako

Der Umzug ist ein großer Schritt. Im Mai 2019 geht es für die Bremer Aufbau-Bank (BAB) vom Kontorhaus an den Domshof. Die Distanz ist zwar überschaubar, doch mit dem Einzug ist ein Neuanfang verbunden. Denn die Initiative „Start-Haus“ soll am neuen Sitz eine echte Anlaufstelle für Gründer bieten. Öffentliche und private Akteure sollen sich hier vernetzen, es soll Co-Working-Plätze geben. „Es soll ein Ökosystem für Gründer geschaffen werden“, sagte Ralf Stapp, Geschäftsführer der Förderbank für Bremen und Bremerhaven. 1,4 Millionen Euro stehen dafür jährlich zur Verfügung.

„Bremen braucht ein eigenes Gesicht"

Außerdem will Stapp verstärkt Schwerpunkte passend zum Standort entwickeln – wie dem der Luft- und Raumfahrt: „Bremen braucht ein eigenes Gesicht und muss nach außen strahlen.“ Das könne auch Gründer von außerhalb bewegen, an den Standort zu wechseln. Um das Gründungsklima zu bewerten, sollen intensiver Daten erhoben werden: „Wir müssen messbar werden.“

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Am Dienstag stellte die BAB ihren Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vor. Ralf Stapp zeigte sich dabei zufrieden. „Wir haben es trotz des schwierigen Zinsumfelds geschafft, unser Geschäftsvolumen leicht zu steigern. Was noch wichtiger ist für uns als Förderbank: Wir haben deutlich mehr Arbeitsplätze sichern können.“ Mehr als 16.000 Stellen seien durch Programme gesichert und 450 neue Beschäftigungen geschaffen worden. Die Bank hat Kredite in Höhe von rund 116 Millionen Euro vergeben. Dabei unterstützte sie Gründer mit 100 Krediten – zum Beispiel Marcel Kein.

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Sein Unternehmen „Parfum Akademie“ bietet unter anderem Workshops an, in denen die Kunden ein eigenes Parfum kreieren können. Ebenfalls förderte die BAB Claudia Schreiber und ihre Seifenmanufaktur Martha’s Corner in Findorff. Insgesamt werden Gründungsangebote laut BAB aber weniger nachgefragt.

100 Wohnungen unterstützt

Zur Aufgabe der Bank gehört auch die Wohnraumförderung. Gerade in der jetzigen Phase sei es wichtig, Antworten auf die Anforderungen zu haben, sagte Stapp: „In Bremen ist der Wohnraum knapp.“ Im Jahr 2017 habe man 100 Wohnungen unterstützt. „Wir tragen dazu bei, dass hier soziale Wohnraumförderung ermöglicht wird.“ Dabei schlägt nach Ansicht des Geschäftsführers gerade gar nicht unbedingt die Stunde der BAB. Denn Förderbanken seien oftmals dann gefragt, wenn es kritischer werde. Derzeit gehe es der Wirtschaft gut. Die BAB sei jedoch vorbereitet: „Wir sind gerüstet, wenn das Umfeld sich verändert.“

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Seit dem vergangenen Jahr kann die BAB dabei Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung für Gründer und junge Unternehmen nutzen. 20 Millionen Euro sind es bis zum Jahr 2021. Die Förderbank kommt zusammen mit eigenen Mitteln in diesem Fonds auf ein Fördervolumen von rund 46 Millionen Euro. „Darüber zu verfügen, macht es uns sehr viel leichter“, sagte Jörn-Michael Gauss, Geschäftsführer der BAB. Bisher seien allerdings nur im kleinen Umfang Mittel aus dem Fonds abgerufen worden. Eigentlich solle das Geld, das verwendet werden könne, aber platziert werden: „Wir haben da eine Vertriebsaufgabe – auch wenn wir das Wort Vertrieb als Förderbank nicht gerne hören und den Kollegen in den Geschäftsbanken nicht in die Quere kommen dürfen.“

Neben Krediten unterstützt die BAB Nachwuchs in Bremen auch mit der Crowdfunding-Plattform „Schotterweg“. Insgesamt seien seit Beginn des Projekts bereits 87 Vorhaben verwirklicht worden, sagte Gauss. „Wir sagen, dass dieser Schotterweg inzwischen zu einer gut ausgebauten Landstraße geworden ist. Wir haben sehr viele Start-ups und Existenzgründer begleitet.“

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