Tarifverhandlungen im Bremer Gastgewerbe Gewerkschaft hält Angebot für "inakzeptabel"

Bremen. Mit deutlichen Worten hat die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) auf das Arbeitsgeberangebot für die Beschäftigten im Bremer Gastgewerbe reagiert: "Das ist völlig inakzeptabel", kommentierte Iris Höppner die erste Verhandlungsrunde.
27.01.2011, 10:59
Lesedauer: 1 Min
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Gewerkschaft hält Angebot für
Von Birgit Bruns

Bremen. Mit deutlichen Worten hat die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) auf das Arbeitsgeberangebot für die Beschäftigten im Bremer Gastgewerbe reagiert: "Das ist völlig inakzeptabel", kommentierte Iris Höppner die erste Verhandlungsrunde.

Nach mehreren Stunden Verhandlung hatte die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Dehoga, am Donnerstagnachmittag ein Angebot vorgelegt. Demnach sollen die Beschäftigten im Gastgewerbe je nach Entgeltgruppe zwischen 0,8 und 4,15 Prozent mehr Geld bekommen, meldet die NGG. Das seien zwischen 30 und 102 Euro. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 60 Euro steigen. Das neue Tarifwerk soll nach Arbeitgeberwillen zwei Jahre gelten.

"Das geht uns nicht weit genug", stellte Iris Höppner gegenüber WESER-KURIER Online klar. Die NGG hatte pauschal 100 Euro mehr für jeden Beschäftigten gefordert - bei einer Laufzeit von nur einem Jahr. Danach sollte neu verhandelt werden. Auf diese Weise sollten besonders die niedrigen Entgeltgruppen gestärkt werden. Zum Vergleich: Die niedersächsischen Kollegen verdienen laut NGG rund neun Prozent mehr.

Doch ganz so schwarz sieht die Lage nach Meinung der Gewerkschaft in Bremen dann doch nicht aus. Immerhin seien die Arbeitgeber generell der NGG-Argumentation gefolgt, dass sich vor allem für Auszubildende und niedrige Lohngruppen etwas ändern müsse. Die Gewerkschaft fordert neben höherem Lohn auch ein einheitliches und verbindliches Tarifwerk für die Auszubildenden. Etwa 750 Azubis gibt es momentan im Bremer Gastgewerbe. Eine NGG-Umfrage im Sommer 2010 hatte gezeigt, dass untertariflicher Lohn und unbezahlte Überstunden offenbar an der Tagesordnung sind.

Die Tarifverhandlungen betreffen etwa 7.700 Beschäftigte in Bremer Hotels und Restaurants. Dazu gehören beispielsweise Kellner, Köche und Reinigungskräfte. Die Gewerkschaft hatte den bisherigen Tarifvertrag zum 31. Dezember 2010 gekündigt, um neu verhandeln zu können.

Gewerkschaft und Arbeitgeber werden die Tarifverhandlungen voraussichtlich Mitte Februar fortsetzen.

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