Halbjahresbericht

Tiefrote Zahlen bei BSAG und Flughafen

Die Corona-Krise drückt eine Reihe öffentlicher Unternehmen in Bremen weiter in die Verlustzone. Das geht aus einem aktuellen Halbjahresbericht hervor. Besonders gebeutelt sind BSAG und Flughafen.
07.09.2021, 19:46
Lesedauer: 2 Min
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Tiefrote Zahlen bei BSAG und Flughafen
Von Jürgen Theiner
Tiefrote Zahlen bei BSAG und Flughafen

Die BSAG setzt verstärkt auf Hygiene in ihren Bussen und Bahnen, doch viele Fahrgäste bleiben weiterhin fern.

Frank Thomas Koch

Die bremischen Unternehmensbeteiligungen leiden weiter unter den Folgen der Corona-Krise, doch es gibt auch Lichtblicke. Es ist also ein gemischtes Bild, das der aktuelle Halbjahresbericht zeichnet. Schlecht geht es vor allem der Bremer Straßenbahn AG und der Flughafen GmbH. Ihre Verluste müssen vom Finanzsenator aufgefangen werden.

Die öffentliche Hand ist in Bremen an einer Vielzahl von Firmen beteiligt, überwiegend als Alleineigentümer. Das Spektrum reicht von Großbetrieben mit mehreren Tausend Beschäftigten wie dem Klinikkonzern Gesundheit Nord bis zu kleinen Einheiten wie der Bremer Toto und Lotto GmbH. Insgesamt erfasst der Beteiligungsbericht, der am Dienstag dem Senat vorlag, über 30 Unternehmen. Sie stehen für ein Beschäftigungsvolumen von fast 22.000 Vollzeitstellen, sind also ein relevanter Akteur in der Wirtschaft des kleinsten Bundeslandes.

Will man das Pandemie-Vokabular bemühen, dann könnte man sagen: Die BSAG befindet sich weiter auf der Intensivstation. Nach dem Einbruch der Passagierzahlen im ersten Coronajahr war das Verkehrsunternehmen  eigentlich mit dem Anspruch angetreten, das Vertrauen der Fahrgäste in Bus und Straßenbahn als sicheres Verkehrsmittel mit geringer Corona-Ansteckungsgefahr zurückzugewinnen. Doch das ist ausweislich der Geschäftszahlen nicht gelungen.

Im Gegenteil: Die Fahrgelderlöse lagen im ersten Halbjahr 2021 fast ein Viertel unter dem Planwert und sogar noch deutlich unter den Einnahmen im Vorjahreszeitraum. Der Verlustausgleich durch den Alleineigentümer Bremen stieg auf 43,7 Millionen Euro. Das volle Ausmaß des Verlustes an Kundschaft zeigt sich, wenn man das Halbjahresergebnis 2021 mit dem des Jahres 2019 – also vor der Pandemie – vergleicht. "Hierbei errechnen sich ein Rückgang der Fahrgelderlöse um 36 % und ein Rückgang der beförderten Personen um 44 %", heißt es in dem Bericht aus dem Haus von Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne).

Unerfreulich sind auch die Zahlen der Flughafen GmbH. Sie galt schon vor der Corona-Krise als Sanierungsfall, der Einbruch im Flugverkehr seit dem Frühjahr 2020 warf das Unternehmen vollends aus der Bahn. Wie aus dem Beteiligungsbericht hervorgeht, hat das Management zudem die Erholung der Luftverkehrswirtschaft im laufenden Jahr zu optimistisch eingeschätzt. Für das gesamte Jahr wurde ein Passagieraufkommen von 442.000 Personen angesetzt. Zur Mitte des Jahres wurden am Neuenlander Feld allerdings erst 91.000 Fluggäste abgefertigt. Der schon vor Corona angelaufene Sanierungsprozess müsse vor diesem Hintergrund "beschleunigt und intensiviert" werden, schreiben die Fachleute der Finanzbehörde.

Zum Gesamtbild der bremischen Beteiligungen gehört aber auch, dass sich einige Unternehmen wieder berappelt haben und ihr Betriebsergebnis steigern konnten. Zu dieser Kategorie gehört zum Beispiel der Logistiker BLG, um den es zeitweise schlecht stand. Die BLG, die 2020 noch ein dickes Minus von über 42 Millionen Euro verbuchte, ist durch die allgemeine Erholung der Weltwirtschaft wieder in der Spur. Sie wird das Jahr voraussichtlich mit einem leichten Plus abschließen.

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