Umzug ist fest vereinbart Hansewasser zieht um

Bremen. Der Abwasser-Entsorger Hansewasser verlässt Gröpelingen und zieht in die Überseestadt. Der Umzug ist fest vereinbart.
12.12.2013, 05:02
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Hansewasser zieht um
Von Jürgen Hinrichs

Hansewasser zieht um. Der Abwasser-Entsorger wird in zwei Jahren einen Neubau in der Überseestadt übernehmen. Seinen alten Firmensitz am Schiffbauerweg in Gröpelingen hat das Unternehmen bereits verkauft.

Es soll ein Gebäude mit allen Schikanen werden: Toiletten mit Regenwasser-Spülung, die Energie aus Windkraft, alle möglichen Kniffe, um den Verbrauch zu minimieren, und Betondecken, die mit Wasser gekühlt werden, damit sich in dem extrem stark gedämmten Haus im Sommer nicht die Hitze staut. So will sich Hansewasser in Zukunft mit seinem Firmensitz präsentieren. Der Abwasser-Entsorger gibt dafür sein Gebäude am Schiffbauerweg in Gröpelingen auf und zieht mit seinen 200 Mitarbeitern in die Überseestadt. Geplant ist der Umzug nach Angaben des Unternehmens für Ende 2015.

Hansewasser wollte auf Nachfrage unserer Zeitung zunächst nichts davon wissen, dass der Wechsel in den alten Hafen bereits fest vereinbart ist. Beim Investor, der das Gebäude mit seinen rund 5000 Quadratmetern Bürofläche errichtet, löste das Erstaunen aus. „Die Verträge sind unterschrieben“, sagte Christian Kadow, Projektleiter bei DS Bauconcept in Hamburg.

Die Entwicklungsgesellschaft hat im nordwestlichen Teil der Überseestadt ein 16000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Es ist eines der beiden mit Abstand größten Baufelder in dem Gesamtprojekt „Hafenkante“, das mit einem Investitionsvolumen von annähernd 400 Millionen Euro zu Buche schlägt und in den nächsten zehn Jahren verwirklicht wird.

Beteiligt sind neben DS Bauconcept auch die Sparkasse, Zech Immobilien, die Brebau und die Gewoba. Gebaut werden Gebäude für Gewerbe und Wohnen. Erst kürzlich hatte die Stadt beschlossen, in dem zwölf Hektar großen Gebiet weitere zehn Millionen Euro für den Bau von Straßen zu investieren.

Hansewasser hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 alle Bereiche des Unternehmens so auszurichten, dass sie klimaneutral sind, also kein Kohlenstoffdioxid ausstoßen. Der Fuhrpark zum Beispiel wird konsequent auf Elektro- oder Erdgasfahrzeuge umgestellt. Es gibt außerdem einen Plan zum Energiesparen und Projekte, selbst Energie zu erzeugen – durch Bau und Betrieb einer Biogasanlage und durch Wärmegewinnung mithilfe von Abwasser. Die Kläranlage Seehausen zum Beispiel wird bereits im kommenden Jahr ohne Energie auskommen, die sie nicht selbst erzeugt hat. Die Anlage ist dann autark.

Und schließlich, so stellt es Hansewasser dar, wurde von Anfang an auch über das Firmengebäude nachgedacht. Die Immobilie am Schiffbauerweg lässt sich offenbar nicht in dem Maße sanieren, wie sich das die Führungsleute von Hansewasser unter energetischen Gesichtspunkten gewünscht hatten.

Mit DS Bauconcept hat Hansewasser jetzt einen Handel abgeschlossen, der beide Gebäude umfasst – das alte Haus und jenes, das noch gebaut wird. Was die Hamburger am Schiffbauerweg planen, wenn Hansewasser dort auszieht, ist noch unklar. Dazu wollte der Projektentwickler gestern keine Auskunft geben.

Weit gediehen sind indes die Vorstellungen für das riesige Grundstück in der Überseestadt. Auf der Fläche an der Ecke Überseepark/Kommodore-Johnsen-Boulevard gibt es nach Angaben des Investors viel Platz für weitere Firmen. „Mit Hansewasser haben wir erst ein Drittel realisiert“, erklärte Projektleiter Kadow. Grundidee sei, ein Zentrum für Energie und Umweltschutz zu schaffen, kurz ZEUS genannt. „Das ist ein Steckenpferd der Stadt“, sagte Kadow.

Die Umweltbehörde hat das bestätigt. „Wir konnten den Investor davon überzeugen, an der Stelle Vorbildliches für Energie und Umwelt zu leisten“, erklärte Behördensprecherin Gudrun Eiden. Das Projekt, Eiden bezeichnet es als Kompetenzzentrum, habe für die Stadt eine herausgehobene Bedeutung.

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