HGM-Gruppe

Unternehmensgründer Dieter Vollkammer ist tot

Dieter Vollkammer ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Unternehmer gründete 1972 die HGM-Gruppe im Industriehafen. Das Unternehmen handelt mit Mineralöl- und Biokraftstoffen.
09.09.2020, 05:00
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Unternehmensgründer Dieter Vollkammer ist tot
Von Peter Hanuschke
Unternehmensgründer Dieter Vollkammer ist tot

Dieter Vollkammer starb im Alter von 88 Jahren.

HGM

Der Unternehmer Dieter Vollkammer ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Vollkammer war Gründer der HGM-Gruppe, deren Unternehmen auf den Import, die Lagerung, den Umschlag und den Vertrieb von Mineralöl- und Biokraftstoffen spezialisiert sind. Dem Leitgedanken „Alles muss fließen“ folgt die HGM Energy GmbH seit 1972, als Dieter Vollkammer mit Partnern die HGM Handelsgesellschaft Mineralöl GmbH gründete und aus der später die HGM Holding wurde. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im Industriehafen, wo Dieter Vollkammer unter anderem Anfang der 1980er-Jahre die Weichen für den Bau eines unabhängigen Seehafentanklagers stellte.

Die Firma sei Mittelpunkt seines Wirkens gewesen, heißt es vonseiten der Geschäftsführung. Dieter Vollkammer habe besonders sein ausgeprägter Unternehmergeist, soziale Verantwortung, Begeisterungsfähigkeit und Weitsicht ausgezeichnet. Außerdem sei ihm sein sehr gutes Verhandlungsgeschick und enormes Detailwissen über seine Unternehmen und das Marktgeschehen zugutegekommen, um die Firma zu dem zu machen, was sie sei: Die HGM-Gruppe habe sich im Wettbewerb als verlässlicher und leistungsfähiger Anbieter von Kraft- und Brennstoffen etabliert und damit zum Partner von Mineralölgesellschaften jeder Größe entwickelt.

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„Dieter Vollkammer war ein Aktivposten – nicht nur in seinem Unternehmen“, sagt Heiner Heseler, der mit ihm nicht nur als Geschäftsführer der Initiative Stadtbremische Häfen (ISH) zu tun hatte, sondern schon vorher über Jahre als Staatsrat beim Senator für Wirtschaft und Häfen. „Er hat es geschafft, ein mittelständisches Unternehmen aufzubauen, das sich in einem hart umkämpften Markt etabliert hat, der zum Großteil von international aufgestellten Konzernen dominiert wird. Und sich in einem solchen Markt durchzusetzen und von den Großkonzernen wahrgenommen zu werden, zeugt davon, dass Dieter Vollkammer ein sehr gutes Gespür fürs Geschäft hatte.“ Es sei auch sehr beeindruckend, „dass er bis zum Schluss maßgeblich an operativen und strategischen Entscheidungen beteiligt war.“

Dass Dieter Vollkammer die ISH mitgründete, war sehr wichtig für die Hafenwirtschaft. Für die ISH war Dieter Vollkammer über die Jahre jemand, der sich über die Grenzen seines Unternehmens hinaus für die Interessen des Häfen-Standorts Bremen einsetzte. Dass sich das weniger in der Öffentlichkeit abspielte, hatte einen einfachen Grund: „In meiner Wahrnehmung war Dieter Vollkammer nie jemand, der darüber Schlagzeilen lesen wollte. Es ging ihm nur darum, das Ziel zu erreichen.“ Und genauso wie er es in seinem Unternehmen geschafft habe, neue Trends und neue Entwicklungen zu erkennen – etwa durch den Handel mit Biokraftstoffen –, habe er auch bei der ISH immer sehr flexibel agiert. „Es hat Spaß gemacht, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen.“

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Dieter Vollkammer sei stets Zukunftsthemen zugewandt gewesen. So habe er zu Beginn der HGM-Zeit die Umstellung von Kohle auf Öl für den Aufbau seines Unternehmens als Chance gesehen und sie genutzt, heißt es von der Geschäftsleitung. In den vergangenen Jahren habe er vor allem die Geschäftserweiterung mit Bio- und synthetischen Kraftstoffen vorangetrieben. Ihm sei es auch immer wichtig gewesen, die Lager- und Umschlagkapazitäten auszubauen und zu modernisieren. Das Unternehmen habe sich unter seiner Regie auch zu einem Logistik- und Handelsplatz für emissionsarme, nachhaltig produzierte Verbrennungskraftstoffe entwickelt.

Seine Art der Unternehmensführung sei vor allem durch ein besonders Gespür für wirtschaftliche Chancen und Märkte geprägt gewesen, so die Geschäftsführung. „Zudem war Dieter Vollkammer immer optimistisch und mutig in jeder Situation.“ Was die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung anging, habe er ihr einen großen Gestaltungsfreiraum gegeben. Hervorzuheben sei vor allem auch die große Empathie gegenüber dem einzelnen Mitarbeiter.

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