HWWI-Neujahrsempfang in Bremen Experten blicken optimistisch in die Zukunft

Der Neujahrsempfang des HWWI in Bremen stand zwar ganz im Zeichen der Corona-Pandemie, doch der Blick ging in die Zukunft: Wie geht es weiter mit der deutschen Wirtschaft?
28.01.2021, 18:53
Lesedauer: 2 Min
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Experten blicken optimistisch in die Zukunft
Von Simon Wilke

Wie sieht die Wirtschaftswelt nach der Pandemie aus? Das war die Frage, die beim virtuellen Neujahrsempfang des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts in Bremen (HWWI) diskutiert wurde. Moderatorin Lisa Boekhoff, Wirtschaftsredakteurin des WESER-KURIER, konnte zum Thema „Die Welt nach Corona: Perspektiven für die deutsche und die globale Wirtschaft“ drei Experten begrüßen: die Klima- und Energieexpertin Sonja Peterson vom Kieler Institut für Weltwirtschaft, HWWI-Direktor Henning Voepel und Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

Neben den Themenkomplexen Schuldenbremse, drohende Insolvenzen oder Föderalismus ging es auch um die Entwicklung zukunftsfähiger Technologien, konkret dem Einsatz von Wasserstoff beispielsweise in der Stahlindustrie und die E-Mobilität. Hüther warnte in diesem Zusammenhang vor den Konsequenzen für die Wertschöpfungskette, sollten Stahl oder Aluminium nicht mehr in Deutschland produziert werden können. Sein Gegenüber Voepel vertrat die These, dass Europa beim Thema Zukunftstechnologien „gnadenlos unterinvestiert“ sei. Es bestehe die Gefahr, dass veraltete Technologien verteidigt werden müssten, weil zu wenig vorausgeplant wurde.

Mit Blick auf die Automobilindustrie ergänzte Peterson, dass jahrelang ein „falsch verstandener Schutz“ vermittelt worden sei. Deshalb seien, sagte die Klimaexpertin, viele notwendige Veränderungen verschlafen worden. Die Konsequenz sei, dass der Wandel nun viel schneller kommen müsse, als es der Branche möglich sei. Sie wünschte sich in Sachen E-Mobil-Infrastruktur zudem zwar eine staatliche Anfangsinvestition, betonte jedoch, dass beim Umfang der Subventionen Augenmaß gefragt sei.

Insgesamt zeigten sich die Experten aber trotz der Krise optimistisch, was die Entwicklung der deutschen und der Weltwirtschaft angeht. Hüther verwies in diesem Zusammenhang auf den Machtwechsel in den USA, das geglückte Brexit-Abkommen und das Investitionsabkommen mit China. Das mache Mut, sagte er. Peterson betonte, dass man die Krise bisher vergleichsweise gut verkraftet habe und freute sich über den „wahnsinnigen Schub in der Digitalisierung“, den sie mit sich gebracht habe. Voepel wiederum wünschte sich, dass die Krise eine Neugestaltung von Gesellschaft und Wirtschaft einleiten möge. Hinter allen liege ein Jahr des Umbaus, sagte er, nun brauche es den Mut, Altes loszulassen.

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