Investoren beauftragen zwei neue Bauunternehmen Im Mai endet die Zwangspause für das Weserkraftwerk

Bremen. Die Zwangspause ist beinahe vorbei: Swb und Enercon haben am Dienstag mitgeteilt, dass sie die Bauunternehmen Heinrich Hecker aus Oldenburg und Gottfried Stehnke aus Osterholz-Scharmbeck beauftragt haben, die Arbeit am Weserkraftwerk fortzusetzen.
30.03.2010, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Im Mai endet die Zwangspause für das Weserkraftwerk
Von Michael Brandt

Bremen. Die mehrmonatige Zwangspause ist beinahe vorbei: Swb und Enercon haben gestern mitgeteilt, dass sie die Bauunternehmen Heinrich Hecker aus Oldenburg und Gottfried Stehnke aus Osterholz-Scharmbeck beauftragt haben, die ruhende Arbeit am Weserkraftwerk fortzusetzen. Ende 2011, so die jetzige Terminplanung, soll das Millionen-Projekt unterhalb des Hastedter Osterdeichs endgültig fertig gestellt sein und Wasserkraft zu Strom machen.

Die Firmen wollen die Großbaustelle zunächst wieder einrichten und dann Mitte Mai die Arbeit aufnehmen. 'Mit dieser Lösung haben wir ein gutes Gefühl', sagt Weserkraftwerk-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig vom Auricher Windenergie-Unternehmen Enercon.

Auf ein Investitionsvolumen von 40 Millionen Euro ist das Weserkraftwerk in der Vergangenheit geschätzt worden. Eine neue Kalkulation liegt swb-Sprecher Christoph Brinkmann zufolge noch nicht vor. Die genannte Summe werde jedoch 'bei weitem' nicht ausreichen. Weil damit auch klar sei, dass die Rendite durch die Verteuerung nicht so hoch ausfallen wird wie ursprünglich erwartet, liegt das Thema Bürgerbeteiligung seit Herbst auf Eis. Denkbar aber, dass diese Idee später wieder aufgegriffen werde.

Im Dezember 2009 hatten swb und Enercon - die zu je 50 Prozent an der Weserkraftwerk GmbH beteiligt sind - den Vertrag mit den bisherigen Bauunternehmen gekündigt. Die Rede war damals von einer Reihe von Gründen, unter anderem Bauverzögerungen und Kostensteigerungen, die die Vertrauensbasis zwischen Investoren und Ausführenden untergraben haben. Während der Frostperiode hatten dann allein Wachleute auf der Baustelle am Weserufer das Sagen.

Der Bau des Weserkraftwerks ist im Mai 2008 begonnen worden. Es soll, wenn es denn fertig ist, 17000 Haushalte mit ökologischem Strom versorgen. Die Anlage ist ein zentraler Baustein der Bremer Klima-Planungen, 35500 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid sollen jährlich gegenüber der herkömmlichen Stromproduktion eingespart werden.

Derweil hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Rechtsstreit der Sportfischer gegen das Weserkraftwerk beendet. Der Verband Deutscher Sportfischer und der Landesfischereiverband hatten gegen das Projekt geklagt, weil ihnen der Schutz der Fische zu gering ausfiel. Das Oberverwaltungsgericht in Bremen hatte die Klage abgewiesen, das Bundesverwaltungsgericht hat dies vor wenigen Tagen bestätigt. Das Weserkraftwerk wird mit einem Schutz ausgestattet, durch den verhindert werden soll, dass Fische aus der Weser in die Turbinen gelangen.

Das Umweltressort begrüßt, dass die rechtlichen Fragen damit geklärt sind. Behördensprecher Michael Ortmanns zur jetzigen Entwicklung: 'Das ist der Durchbruch für das Projekt.' Er verweist auf die Bedeutung des Vorhabens für die Klimaschutzziele der Senats.

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