Zuwächse auch in Bremen

Immer mehr Leihautos in Deutschland

Mal eben zum Baumarkt oder den Wocheneinkauf machen: Deutsche setzen dafür immer häufiger auf Carsharing-Dienste. Auch in Bremen bestätigt sich der positive Trend bei Anbieter Cambio.
19.02.2020, 10:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Heimann und Maurice Arndt

Carsharing nimmt in Deutschland weiter stark zu. Die Anzahl der Fahrzeuge lag Anfang des Jahres bei 25 400, ein Zuwachs um 25,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte der Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing, Gunnar Nehrke, am Dienstag bei der Vorstellung der Carsharing-Statistik 2020 in Berlin mit. Auch in Bremen verzeichnet Carsharing-Anbieter Cambio einen positiven Trend.

Der Bremer Anbieter für Leihfahrzeuge baut aktuell sein Angebot von Transportern aus. Gerade erst hat Cambio in Peterswerder und am Torfhafen in Findorf je einen neuen Ford Transit stationiert und kommt nun auf 20 dieser Fahrzeuge. Insgesamt werden in Bremen nun 350 Autos angeboten, die von 17 500 Kunden genutzt werden. Erst Anfang Februar hatte das Unternehmen seine Unternehmenszahlen bekannt gegeben. Deutschlandweit hat Cambio rund 130 000 Kunden. Sie haben 2019 mit den 3200 Fahrzeugen insgesamt 76,6 Millionen Kilometer zurücklegt. Cambio erwirtschaftete so 19,4 Millionen Euro.

Bundesweit stieg die Zahl der Anbieter um 45 auf 226. Sie stellen ihre Fahrzeuge inzwischen an 840 Orten in Deutschland zur Verfügung – das sind Nehrke zufolge 100 mehr als ein Jahr zuvor. „Carsharing wächst nicht nur in den Großstädten“, sagte er. „Es ist auch in der Fläche immer stärker verbreitet.“

Allerdings gilt nach wie vor: je größer die Stadt, umso besser das Angebot. So gibt es Carsharing in 77 und damit fast allen Großstädten und zudem an 238 Orten mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern – das ist ein Anteil von 46,8 Prozent. In Orten mit unter 20 000 Einwohnern liegt der Anteil bei lediglich 4,3 Prozent. Auf dem Land funktioniert Carsharing Nehrke zufolge wirtschaftlich oft nicht. Häufig würden die Angebote von Kommunen mitfinanziert oder Vereinen getragen.

Bund und Kommunen sollten überlegen, wie sie Carsharing stärker fördern könnten, sagte Kerstin Haarmann, Vorsitzende des ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland. Die Anzahl der Pkw in Deutschland deutlich zu reduzieren, gehe nur mit Carsharing. Nehrke sagte, er wünsche sich eine Förderung von Carsharingstationen. Außerdem plädierte er für die Einführung einer City-Maut und höherer Gebühren für Anwohnerparken, um den klassischen individuellen Autoverkehr unattraktiver zu machen.

Die Zahl der Fahrzeuge ohne feste Ausleih- und Rückgabestation ist im vergangenen Jahr um 4400 auf 13 400 gestiegen. Grund dafür sind dem Verband zufolge neue große Anbieter wie Sixt und Volkswagen. Die Zahl der Fahrzeuge an festen Stationen, wie bei Cambio, hat dagegen nur um 800 auf 12 000 zugelegt. Bei der Zahl der Nutzer legten die stationsbasierten Dienste hingegen um 60 000 auf 710 000 zu. Jene Modelle ohne feste Leihpunkte mussten einen Rückgang um 230 000 auf 1 580 000 hinnehmen. Dies liegt an der Fusion der beiden Branchengrößen Car2go und Drive Now von Daimler und BMW zu Share Now. Das sei Anfang des Jahres noch nicht abgeschlossen gewesen. Die Gesamtzahl der Nutzer von Carsharing-Angeboten lag zu Jahresbeginn bei 2 290 000.

Elektrofahrzeuge waren mit insgesamt 4561 Stück noch die Ausnahme. Die Anschaffung sei teuer und der Wiederverkaufswert unklar, erläuterte Nehrke. Sie seien außerdem häufig schlechter ausgelastet. Dennoch geht der Verbandschef davon aus, dass ihr Anteil weiter zunimmt.

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