Auswirkungen der Corona-Pandemie Airbus: 1100 Leiharbeiter vor dem Aus

In den Airbus-Werken Hamburg, Buxtehude, Stade und Bremen sollen 1100 Leiharbeiter nicht länger beschäftigt werden. Die IG Metall befürchtet, dass im nächsten Schritt auch feste Werksarbeiter entlassen werden.
12.06.2020, 05:00
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Airbus: 1100 Leiharbeiter vor dem Aus
Von Florian Schwiegershausen

Jüngste Nachrichten von Airbus verheißen für die Mitarbeiter nichts Gutes. Demnach werden in den Werken Hamburg, Buxtehude, Stade und Bremen 1100 Leiharbeiter bereits zum 15. Juni ihren Job verlieren. So hat es ein Airbus-Sprecher dem WESER-KURIER bestätigt und begründete dies mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. An den genannten Standorten waren zuletzt 2900 Leiharbeiter tätig. Allerdings gebe es in Bremen momentan kaum noch Leiharbeiter, wie aus dem Werksumfeld zu erfahren war. Die Bremer IG-Metall-Geschäftsführerin Ute Buggeln sagte: „Davon wird vor allem das Hamburger Werk betroffen sein.“

Sie sieht dies als ersten Schritt: „Zuerst trifft es immer die Leiharbeiter.“ Danach müsse man damit rechnen, dass auch feste Werksmitarbeiter entlassen werden. „Airbus ist in einer Krise, und dem können wir uns nicht verschließen. Wenn es zu Entlassungen kommt, geht es darum, wie man das möglichst sozial verträglich hinbekommt.“ Inzwischen haben sich bei der IG Metall eine Reihe von Leiharbeitern gemeldet, die im Anschluss von ihrer Zeitarbeitsfirma gekündigt wurden. Auch da hat die Gewerkschaft ein Auge drauf, wie Buggeln erläutert: „Es ist ja nun auch den Zeitarbeitsfirmen das Mittel der Kurzarbeit erlaubt. Da schauen wir, inwiefern sie diese Möglichkeit nicht in Erwägung gezogen haben.“ Für die Betroffenen bietet die IG Metall inzwischen Online-Beratungen an.

Eigentlich hatte Buggeln bereits für Donnerstag mit neuen Informationen vom Vorstand zu weiteren Entlassungen gerechnet: „Das hat der Vorstand nun vertagt.“ Als einen Grund sieht sie die Nachricht vom Dienstag, dass Frankreich die Luftfahrtindustrie mit 15 Milliarden Euro stützen wolle – gleich danach Entlassungen anzukündigen, habe man „wohl als nicht angebracht gesehen“. Inzwischen plant die IG Metall noch für Juni eine Aktionswoche, um auf die Probleme in der Krise verstärkt aufmerksam zu machen.

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