Um als Geldhaus breiter aufgestellt zu sein Bremische Volksbank baut immer mehr Kitas

Mit Kitas und mehr Wohnungen im Eigenbesitz will sich die Bremische Volksbank breiter aufstellen, um Risiken zu streuen. Was Kunden in den Filialen erwartet, und wieviel Dividende es für Mitglieder geben wird.
13.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremische Volksbank baut immer mehr Kitas
Von Florian Schwiegershausen

Die Zahl der Kitas, die der Bremischen Volksbank gehören, nimmt zu. Inzwischen sind es drei, die vierte befindet sich gerade im Bau. Vorstand Detlev Herrmann sagt: „Damit haben wir uns ein kleines Spezial-Standbein aufgebaut.“ Gleichzeitig betont er aber, dass man als Volksbank immer noch eine Kreditgenossenschaft sei. So werde aber das Risiko gestreut - ganz im Sinne der Genossenschaftsmitglieder.

Weiterer Baustein dafür soll die zunehmende Zahl der Immobilien im Eigenbesitz sein. Bei der Entwicklung des Lieken-Geländes in Achim hat die Volksbank mit einem Partner den privaten Wohnungsbau übernommen. Von den 150 Wohnungen in spe will das Geldinstitut einen gewissen Teil mit in den eigenen Bestand übernehmen. Weitere laufende Projekte seien auf dem Weg.

Die gesamte Situation beschreibt der Vorstandsvorsitzende Ulf Brothuhn ansonsten mit „Demut“: „Wir blicken mit Demut und Respekt auf das Jahr 2020 zurück. Außerdem schauen wir mit Zuversicht auf die nächsten Jahre.“ Das betrifft sowohl den Blick nach draußen als auch den ins eigene Unternehmen. Detlev Herrmann sagte: „Wir hatten nicht einen Corona-Fall unter unseren 130 Beschäftigten.“ 60 Prozent der Beschäftigten befinden sich derzeit im Homeoffice. Daraus will die Bank ein intelligentes Modell für die Zukunft entwickeln. Und demütig auch nach außen, weil die Bank in einem schwierigen Pandemie-Umfeld stabil mit Mitgliedern und Partnern durch diese Zeit gekommen sei.

Am Hauptsitz in der Domsheide und den sieben Geschäftsstellen in Bremen und umzu habe man in den Pandemie-Zeiten die Servicezeiten angepasst. Ansonsten sind die Mitarbeiter per Termin individuell bis 20 Uhr unterwegs. In der Filiale in Huchting wolle die Bank in Zukunft Service per Video anbieten. Kunden können dann einen Knopf am Bildschirm drücken und sind werden direkt mit einem Mitarbeiter verbunden. An den Gebühren für die Kontoführung wolle die Volksbank in diesem Jahr nichts ändern. Bei den Minuszinsen ging die Bank aktiv ins Gespräch mit den Kunden: Wer Guthaben von mehr als 100.000 Euro vorhält, erhielt eine Beratung zu Anlagealternativen. Gab es danach keine Bereitschaft für eine der Optionen, wurde ein „Verwahrentgelt“ in Höhe von 0,5 Prozent fällig.

Die Bilanzsumme der Bremischen Volksbank stieg um 170 Millionen Euro auf 1,26 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei etwa neun Millionen Euro. 2019 war das vorläufige Ergebnis vor Steuern bei 7,5 Millionen Euro. „Vor dem gesamten Umfeld ist das als gut zu bezeichnen“, stellte der Vorstand fest. Mit 19,2 Millionen Euro liegt der Zinsüberschuss gut 2,1 Millionen Euro über dem des Vorjahres. Das Kreditgeschäft mit einem Plus von zehn Prozent sei der Wachstumstreiber gewesen. Ein großer Teil entfiel auf Immobilienfinanzierungen im privaten und im gewerblichen Bereich. Die 7000 Genossenschaftsmitglieder sollen erneut zwei Prozent Dividende erhalten.

Mit Demut und auf Sicht soll es 2021 weitergehen. Der Vorstand sagt: „Wir können noch nicht valide einschätzen, welche Domino-Effekte sich aus den realen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Wirtschaft abzeichnen.“ Im zweiten Quartal plant die Volksbank eine nachhaltige Geldanlage, „weil auch Kunden danach fragen“.

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