Neue und alte Geschäftsfelder OLB setzt auf Fußball und Schiffsfinanzierungen

Der Vorstand der Oldenburgischen Landesbank finanziert weiterhin Schiffe und gibt Fußballvereinen Kredite. Wie sich die Minuszinsen für Geldeinlagen entwickeln, hänge davon ab, wie die Mitbewerber hier agieren.
02.03.2021, 16:44
Lesedauer: 3 Min
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OLB setzt auf Fußball und Schiffsfinanzierungen
Von Florian Schwiegershausen

Es ist genau das Feld, das die Bremer Landesbank in Schieflage gebracht und zu ihrem Ende geführt hatte: die Schiffsfinanzierungen. Danach zogen sich viele Banken aus diesem Geschäft zurück. Die Oldenburgische Landesbank (OLB) dagegen hält an Schiffskrediten weiterhin fest. Das hat der Vorstand am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz gesagt. Momentan liege das Volumen der Schiffsfinanzierungen unterhalb des dreistelligen Millionenbereichs, was Finanzvorstand Rainer Polster als eher klein bezeichnete: „Die OLB hat ja durchaus eine lange wechselvolle ­Historie in diesem Bereich. Was dabei für uns interessant und ausschlaggebend ist: Wir haben die Expertise dazu im Haus und wollten sie nicht aufgeben. Außerdem haben wir unsere Lektion aus den vergangenen zehn Jahren gelernt.“

OLB finanziert nur Seeschiffe, keinen Binnenschiffe

Demnach verfolge die OLB die Finanzierungen in einem sehr selektiven Umfang. So gehe es nur um Seeschiffe, nicht um Binnenschiffe. „Dann geht es um die Abhängigkeit bei den Frachtraten – mit entsprechenden langläufigen Charterverträgen“, ergänzte Polster. Die Finanzierung ermögliche die OLB nur inhabergeführten Reedereien, die über eine entsprechende Expertise verfügen. „Daran sieht man, dass wir da sehr selektiv unterwegs sind, wenngleich in den vergangenen Monaten die Frachtraten im positiven Sinne regelrecht explodiert sind.“ Da setze die OLB auf „regionale Spieler, die die letzten zehn Jahre gut überstanden haben.“ Dem Geldinstitut gehe es darum, mit verschiedenen Spezialsegmenten möglichst breit aufgestellt zu sein.

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Daher will die Bank auch das Geschäft mit dem Fußball ausbauen. Hier setzt die OLB auf klassische Kredite für Fußballklubs in der Bundesliga sowie die obersten Ligen in England, Frankreich, Italien und Spanien. Außerdem geht es um den Ankauf von Forderungen – wenn beispielsweise ein Verein das Geld für einen Spielertransfer erst in zwei Jahren erhalten soll. Dann kann die OLB dem abgebenden Verein Liquidität verschaffen und die Forderung übernehmen. Mittelfristig will das Geldhaus hier mit einem Volumen in Höhe einer halben Milliarde Euro unterwegs sein.

Als Bruttovorsorge für mögliche Kreditausfälle im gesamten Geschäftsbereich hat die OLB mehr als 50 Millionen Euro für dieses Jahr in der Bilanz verbucht – knapp 24 Millionen Euro davon dienen dabei als Puffer.

Baufinanzierung gewinnt für OLB an Bedeutung

Einen bedeutenden Anteil ihres Geschäfts macht die OLB mit privaten Baufinanzierungen. In diesem Bereich schloss die Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr mit mehr als 5000 Kunden ein Gesamtkreditvolumen von mehr als 1,1 Milliarden Euro ab. Das bedeutet gegenüber 2019 einen Zuwachs von 1,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich belief sich das Bestandsvolumen der privaten Baufinanzierungen auf 6,1 Milliarden Euro gegenüber 5,7 Milliarden Euro im Jahr davor.

Insgesamt steigerte die OLB die operativen Erträge auf knapp 450 Millionen Euro gegenüber 421 Millionen Euro im Vorjahr. Damit verbesserte sich das Betriebsergebnis auf fast 136 Millionen Euro, knapp 129 Millionen Euro waren es 2019. Der Jahresüberschuss sank von knapp 110 Millionen Euro auf rund 79 Millionen Euro. Seit dem Start der Corona-Kredite durch die KfW hat die OLB bisher 400 Anträge mit einem Volumen über 300 Millionen Euro vermittelt. Die ­Bilanzsumme stieg um mehr als neun Prozent auf knapp 21,5 Milliarden Euro. Zur künftigen Zahl der Filialen sagte der OLB-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Klein nichts.

Eine Anpassung der Minuszinsen bei der OLB sei für den Fall notwendig, „wenn andere um uns herum höhere Negativzinsen verlangen und den Betrag senken, ab wann diese Negativzinsen greifen, dann müssen auch wir reagieren“. Sonst würden Kunden ihre Gelder zur OLB verschieben. Derzeit müssen Privatkunden bei der Bank ab einer Geldeinlage von 100.000 Euro 0,4 Prozent Minuszins zahlen.

In Zukunft will das Geldinstitut noch stärker auf das Wertpapiergeschäft setzen, das unter anderem beim Bankhaus Neelmeyer als OLB-Marke angesiedelt ist, das mit zum Unternehmen gehört.

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