Berufliche Ausbildung Jeder fünfte junge Bremer hat keinen Berufsabschluss

Im vergangenen Jahr hatten 22,1 Prozent der Bremer zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss. Der DGB fordert mehr Unterstützung für Jugendliche mit schlechten Chancen.
03.12.2019, 21:45
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Jeder fünfte junge Bremer hat keinen Berufsabschluss
Von Lisa Schröder

Aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamts für 2018 geht hervor: Im vergangenen Jahr hatten 22,1 Prozent der Bremer zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss. „Dagegen ist bislang viel zu wenig unternommen worden“, kritisiert die DGB-Vorsitzende Annette Düring. Dringend seien mehr Ausbildungsplätze nötig. Zwar gebe es unbesetzte Stellen, aber auch viele Jugendliche mit schlechten Chancen, die Unterstützung bräuchten. Weil es bei einigen Problemen keine Verbesserung gebe, sagt Düring: „Wir haben definitiv eine Ausbildungskrise. Arbeitgeber müssen sich stärker um Ausbildung kümmern. Sonst wird es ihnen schwerfallen, Nachwuchskräfte zu finden.“ Schließlich sei eine Ausbildung, da seien sich alle einig, die Grundvoraussetzung, um in der Gesellschaft einen Platz zu finden: „Wir haben junge Leute, die hier keinen Start bekommen.“ In der Altersgruppe 30 bis 34 lag der Anteil ohne Abschluss 2018 bei 26,4 Prozent.

Dazu, dass mehr als jeder Fünfte keine Ausbildung hatte, sagt Michael Zeimet, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der Handelskammer Bremen: „Diese hohe Zahl kann niemanden befriedigen.“ Das sei auch ein Problem für Unternehmen, die weiter händeringend Fachkräfte suchten. Für junge Menschen, die nicht ausbildungsfähig seien, brauche es konkrete Maßnahmen, um sie in Beruf und Ausbildung zu bringen.

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Die Handelskammer gehört zu den Partnern der Bremer Vereinbarung für Ausbildung. An diesem Mittwoch liegt der Wirtschaftsdeputation die Ausbildungsmarktstatistik der Partner vor. Darin heißt es, dass die Zahl der Ausbildungsstellen im Land 2018 wieder hinter dem Bedarf lag. Zudem sank die Anzahl an neuen Ausbildungsverhältnissen. Erneut wurde das Ziel der Vereinbarung von 7800 neuen Ausbildungen nicht erreicht.

Derzeit laufen Gespräche für eine Novelle der Vereinbarung. Und es gibt eine neue Lenkungsgruppe, um die Ausbildungssituation in Bremen zu verbessern. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) lässt derzeit prüfen, wie sich ein Ausbildungsfonds umsetzen ließe. „Wir können es uns nicht leisten, dass junge Menschen mit unterdurchschnittlichen Schulabschlüssen nicht in Ausbildung kommen und auf der anderen Seite zum Beispiel dem Handwerk die Auszubildenden fehlen. Wir arbeiten daran, sowohl für diese Schulabsolventen als auch für die ausbildenden Betriebe Unterstützungssysteme zu etablieren“, verspricht Vogt. Vielleicht müsse man sich eingestehen, dass nicht alle Schulabsolventen die Ausbildung in der Regelzeit abschließen können.

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