Keine Hauptversammlung wie jede andere

Bremen. Hauptversammlung der „Bremer Lagerhausgesellschaft – Aktiengesellschaft von 1877“ – eigentlich jedes Jahr das gleiche Ritual: Der Aufsichtsratsvorsitzende eröffnet die Sitzung, verliest die Tagesordnung, stellt die Beschlussfähigkeit fest und beginnt mit seinem Rechenschaftsbericht.
11.06.2012, 13:27
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Von Asp

Bremen. Hauptversammlung der „Bremer Lagerhausgesellschaft – Aktiengesellschaft von 1877“ – eigentlich jedes Jahr das gleiche Ritual: Der Aufsichtsratsvorsitzende eröffnet die Sitzung, verliest die Tagesordnung, stellt die Beschlussfähigkeit fest und beginnt mit seinem Rechenschaftsbericht.

Gestern, auf der 132. Hauptversammlung der Managementgesellschaft der BLG Logistics Group, gab es eine kleine, aber nicht unbedeutende Abweichung vom Protokoll: Der Aufsichtsratsvorsitzende zog nicht nur die Bilanz des letzten Geschäftsjahres, sondern seiner zwölfjährigen Amtszeit. Denn Josef Hattig tritt mit nunmehr 80 Jahren ab, um einem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Platz zu machen. Er scheidet damit ein Jahr vor dem offiziellen Ende seiner Amtsperiode aus. Das hat er selbst so entschieden. Denn im Mai 2013 geht der BLG-Vorstandsvorsitzende Detthold Aden, gemeinsam mit Finanzvorstand Hillert Onnen. Ende 2013 verabschiedet sich auch Auto-Vorstand Manfred Kuhr. Und Hattig ist der Meinung, wenn die beiden Leitfiguren der BLG gleichzeitig gingen, wäre das nicht gut für das Unternehmen. Auch für diese Weitsicht, vor allem aber für die Kursbestimmung der BLG in seiner Amtszeit, wurde er gestern gebührend gelobt. „Der Erfolg der BLG fällt in die Zeit Ihres Vorsitzes und ist somit auch Ihr Verdienst und Ihr Erfolg“, sagte Finanzsenatorin Karoline Linnert für den Mehrheitsgesellschafter, die Stadtgemeinde Bremen. Der eingeschlagene Weg sei auch gut für Bremen gewesen. Die Zahl der Arbeitsplätze in Bremen und Bremerhaven habe sich in Hattigs Amtszeit von 3000 auf 6000 erhöht „und für den Steuersäckel ist auch ordentlich etwas abgefallen“. Hattig habe sich sowohl

in der Welt der Wirtschaft als auch in der Welt der Politik bewegen können. BLG-Chef Detthold Aden fasste sich anschließend betont kurz: Mit Hattig habe die BLG den deutschen Markenpapst im Haus gehabt, der das Unternehmen als hafennahen Logistikdienstleister profiliert habe. „Auch wir sagen: vielen Dank.“ Man darf vermuten, dass es nicht bei diesen raren Worten bleibt.

Der Redner der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre verglich Hattigs Amtszeit mit der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, die ebenfalls gestern endete: Der Kurs der Aktie der Deutschen Bank sei in der Ära Ackermann um 30 Prozent gesunken, der Kurs der BLG-Aktie in der Ära Hattig von etwas über sieben Euro auf über neun Euro gestiegen.

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