Sparkasse Bremen

Klage wegen Bankberatung - 6000 Euro verloren

Mehr als 6000 Euro hat eine Kundin der Sparkasse Bremen verloren, nachdem ihr Geld in einen geschlossenen Fonds für Computerspiele investiert wurde. Nun geht sie gerichtlich dagegen vor.
28.06.2018, 20:43
Lesedauer: 1 Min
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Klage wegen Bankberatung - 6000 Euro verloren
Von Florian Schwiegershausen
Klage wegen Bankberatung - 6000 Euro verloren

Am Brill in der Zentrale der Sparkasse Bremen wurde die Kundin beraten. Die Frau will nun die verlorenen 6435 Euro zurück, die sie in einen geschlossenen Computerspiele-Fonds investiert hatte.

Frank Thomas Koch

Renditen über denen eines Sparbuchs, bei denen das Geld aber sicher ist – so wollte es auch eine Kundin der Sparkasse Bremen. Am Ende verlor die Frau 6435 Euro. Das Geld will sie nun zurückhaben wegen falscher Beratung. Vor dem Bremer Landgericht wurden am Donnerstag sowohl sie als auch der Berater angehört.

Beratung und Abschluss fanden im September 2008 statt. Die Kundin suchte etwas, in das sie auf eine Zeit von gut vier Jahren ihr Geld mit einer guten Rendite anlegen könnte. "Die Sicherheit des Geldes war mir wichtiger als die Rendite", sagte die junge Frau vor dem Bremer Landgericht.

Das Geld landete dann in einem geschlossenen Spiele-Fonds der Gesellschaft BVT. Der Fonds investiert die Gelder in die Entwicklung von Computerspielen. Nach spätestens fünf Jahren sollte sie das Geld zurückerhalten. Am Ende war ihr Geld futsch. Die Kundin sagte vor Gericht: "Bei der Frage nach der Sicherheit wurde mir gesagt, das sei alles dreifach versichert."

Der Bankberater gab an, er sei damals nicht zu Beratungen über geschlossen Fonds berechtigt gewesen. Deshalb habe das eigentliche Gespräch ein Berater der Nordwestfinanz (NWF) geführt – einer Gesellschaft der Sparkasse Bremen. Der sei aber laut Klägerin nur zwei oder drei Minuten mit am Schreibtisch gewesen. Der Sparkassen-Berater gab an, die Idee zu diesem Fonds sei allerdings von ihm ausgegangen.

Er sagte vor Gericht, er habe es damals nicht für hochspekulativ gehalten, sondern eher für "maximal- bis wachstumsorientiert". Das Gericht muss klären, wer nun die Beratung geführt hat, ob ausreichend über die Risiken aufgeklärt wurde, und der Kundin explizit die Höhe der Provision genannt wurde, die die Sparkasse am Fonds verdient. Einen Vergleich lehnt die Klägerin ab, bei dem sie die Hälfte der Summe erhalten würde.

Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen sagt: "Wir hatten schon damals davor gewarnt, dass geschlossene Fonds dieser Art hochspekulativ sind. Das ist nichts für unbedarfte Kunden gewesen. Und die sollten einem Bankberater nicht alles glauben." Nach den Ferien sollen als Zeugen vor dem Bremer Landgericht die Schwester der Klägerin sowie der NWF-Berater angehört werden.

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