Cadbury-Aktionäre nehmen Übernahme-Angebot an

Kraft will in Bremen mehr als 100 Stellen streichen

Bremen. Kraft Foods will in Deutschland bis Ende 2012 insgesamt zwölf Millionen Euro einsparen, vor allem durch die Streichung von über 100 Stellen in der Bremer Deutschlandzentrale.
03.02.2010, 18:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Annemarie Struss-von Poellnitz

Bremen. Kraft Foods will in Deutschland bis Ende 2012 insgesamt zwölf Millionen Euro einsparen, vor allem durch die Streichung von über 100 Stellen in der Bremer Deutschlandzentrale. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) haben am Dienstag begonnen.

Unternehmenssprecherin Silke Trösch betonte, es handle sich nicht um ein einseitiges Sparprogramm, sondern darum, die Voraussetzungen für mehr Wachstum für das Deutschlandgeschäft von Kraft Foods zu schaffen. Deshalb beinhalte das 'Zukunftsprogramm 2010-2020' auch Investitionen in Höhe von rund 41 Millionen Euro in moderne Produktionsanlagen an den norddeutschen Werksstandorten. Allein 21 Millionen Euro fließen in die Kaffeewerke Bremen-Hemelingen und Holzhafen.

Die Geschäftsprozesse in der Verwaltung müssten effizienter gestaltet werden. 'Wir werden uns alle Arbeitsabläufe in Bremen genau ansehen', so Trösch. Im Laufe der verschiedenen Wachstumphasen des Unternehmens seien Doppelstrukturen entstanden, die abgebaut werden sollen. Zudem werde das Produktsortiment unter die Lupe genommen. Unter dem Markennamen Milka zum Beispiel gebe es viele Produkte in unterschiedlichen Größen und Verpackungsvarianten. Man werde sich künftig auf die Produkte konzentrieren, mit denen man das meiste Geld verdiene. Auch dadurch würden Stellen in der Verwaltung eingespart, etwa im Marketing oder in der Logistik. Trösch trat allerdings Gerüchten entgegen, man wolle sich von Kaffee Hag trennen. Konkrete Angaben zu den geplanten Stellenstreichungen macht das Unternehmen nicht. Nach Informationen unserer Zeitung geht es um 137 Stellen, von denen 33 nicht besetzt sind. Verhandelt wird demnach über 104 Stellen.

Konkrete Zahlen für alle Abteilungen lägen auf den Tisch, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Rehner, 'aber wir werden alles versuchen, um betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern.' Rehner geht davon aus, dass es noch Verhandlungsspielraum gibt und man die Zahl der Entlassungen deutlich reduzieren könne. 'Aber die Arbeitsplätze sind natürlich trotzdem weg.' NGG-Vertreter Dieter Nickel geht davon aus, dass das Unternehmen eine schnelle Einigung anstrebe: 'Die haben es ungeheuer eilig.' Der größte Teil des Sparprogramms solle bis Ende 2010 umgesetzt werden. Entscheidend sei letztlich nicht die Zahl der gestrichenen Stellen, sondern das Erreichen des Sparziels von zwölf Millionen Euro. Für Helmut Rehner ist schon klar: 'Weitere Sparrunden werden kommen. Bremen wird weitere Teile der Verwaltung verlieren. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen.'

Unterdessen gab die Kraft-Zentrale in Northfield bekannt, dass die Aktionäre des britischen Schokoladenherstellers Cadbury das Übernahmeangebot von Kraft mehrheitlich angenommen hätten. Kraft kontrolliere jetzt 71,73 Prozent der Anteile.

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