Reaktionen aus Bremen und Niedersachsen

Debatte um Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Das Echo ist geteilt: Soll es am Arbeitsplatz ebenfalls eine Maskenpflicht geben? Aus Niedersachsen und Bremen kommt Kritik und Zustimmung.
25.08.2020, 04:57
Lesedauer: 2 Min
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Debatte um Maskenpflicht am Arbeitsplatz
Von Lisa Boekhoff
Debatte um Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Ein Start-up in Paris hat schon umgesetzt, was ab September in Frankreich gelten soll: eine Maskenpflicht in Unternehmen.

Michel Euler / dpa

In Frankreich gilt ab September eine Maskenpflicht in Unternehmen. Einzelbüros sind davon ausgenommen, in Besprechungsräumen oder auch Gemeinschaftsbüros soll der Mund-Nasen-Schutz aber getragen werden. In Deutschland läuft derweil die Debatte um eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte dafür plädiert, diese bei steigenden Fallzahlen zu prüfen. Das Echo darauf ist geteilt.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sieht die Maskenpflicht in Unternehmen kritisch. Bereits zu Beginn der Krise seien Regelungen zum Schutz vor Ansteckungen während der Arbeit gemacht worden: „Die haben dafür gesorgt, dass in vielen Unternehmen sehr konkrete, sehr spezielle und in jedem Unternehmen konkret richtige Regelungen getroffen worden sind." Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hält es dagegen wie Kramp-Karrenbauer für notwendig, über die Ausweitung der Maskenpflicht nachzudenken, wenn sich damit Schließungen und ein Lockdown verhindern ließen. Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) spricht sich nicht eindeutig für oder gegen die Maskenpflicht aus. Dennoch: "Stellt sich heraus, dass sich viele Menschen am Arbeitsplatz infizieren, müssen wir anhand von Ursache und Wirkung genau überlegen, welche Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind." Ein zweiter Lockdown wäre fatal.

Die IG Metall in Niedersachsen lehnt eine pauschale Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. Auch Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände im Lande Bremen, geht sie zu weit. „Das ist nicht nötig. Die Betriebe handeln sehr verantwortungsbewusst“. Unternehmen hätten teils selbst eine Maskenpflicht eingeführt. Mercedes ist dafür ein Beispiel. Der Schutz muss getragen werden, wo der Abstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann.

Die Arbeitnehmerkammer Bremen weist daraufhin, dass laut Arbeitsschutz zunächst im Betrieb etwas verändert werden müsse, an Räumlichkeiten oder Abläufen, bevor es eine Maskenpflicht gebe. „Das Tragen einer Maske – etwa nach dem FFP-2-Standard – ist körperlich anstrengend“, so Geschäftsführerin Elke Heyduck. Darum müsse sie als Standard vermieden werden. Anja Piel, im Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds, fordert ebenfalls, dass in Gebäude und Technik investiert werde müsse. Es könne nicht sein, dass mit einer „billigen Maskenlösung“ Arbeitgeber und Länder aus der Pflicht entlassen würden, für wirksame Maßnahmen zu sorgen. Die Bremer Vorsitzende des DGB, Annette Düring, will eine Pflicht dagegen nicht ausschließen: „Menschen vergessen schnell wieder. Wir müssen uns aber weiter gegenseitig schützen.“ Die Maske sei bei engem Zusammenarbeiten nötig. Es gelte alles zu tun, um einen zweiten Shutdown zu vermeiden. „Die Maske zu tragen, ist das kleinste Problem.“

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