Betriebsaufgabe

Larsen Danish Seafood will Standort in Bremerhaven schließen

Der Fischverarbeiter Larsen Danish Seafood will seinen Standort in Bremerhaven schließen. Grund dafür ist der Kostendruck in der Branche. 43 Beschäftigte sind von der Entscheidung betroffen.
23.08.2017, 16:42
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Von Lisa Boekhoff Maren Beneke
Larsen Danish Seafood will Standort in Bremerhaven schließen

Am Standort in Bremerhaven wurden Matjes und Seelachs verarbeitet.

Cora Sundmacher

Das Unternehmen Larsen Danish Seafood will seinen Standort in Bremerhaven schließen. Das gab die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Mittwoch bekannt. Unternehmenssprecher Kay Kramp bestätigte: Der Geschäftsführer des Fischverarbeiters habe den 43 Beschäftigten am Dienstag mitgeteilt, dass der Betrieb zum Ende des Jahres geschlossen werde. Grund für die Entscheidung ist laut Kramp der starke Wettbewerb.

In Bremerhaven verarbeitet Larsen Danish Seafood Matjes und Seelachs. Der Preisdruck für die beiden Artikel sei groß. Viele Wettbewerber hätten ihre Produktion aufgrund der niedrigeren Lohnkosten nach Osteuropa verlagert. Die Auftragslage habe dem Unternehmen zunehmend Probleme bereitet. "Wir können als kleiner Betrieb nur schwer mithalten." Zudem sei in der Vergangenheit ein großer Kunde abgesprungen. Hauptsitz der Larsen Danish Seafood ist Harrislee in Schleswig-Holstein mit dort etwa 100 Mitarbeitern.

In Schieflage geraten

Seit mehr als 80 Jahren wird am Standort in Bremerhaven Fisch verarbeitet. Doch bereits vor zwei Jahren ist Larsen Danish Seafood in Schieflage geraten: Damals wurde es von Christian i Grotinum mit Sitz auf den Färöer Inseln aus der Insolvenz heraus übernommen. Die Frage ist nun, ob Larsen Danish Seafood seitdem als neue Firma gezählt wird. Sollte dies der Fall sein, könnte die Unternehmensleitung versuchen, Verhandlungen über einen Sozialplan aus dem Weg zu gehen.

"Zieht sich das Unternehmen aus der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, sind wir stinksauer", sagte Dieter Nickel von der NGG. Gewerkschaft und Betriebsrat setzten nun alles daran, um die Schließung zu verhindern oder einen Sozialplan zu verhandeln. „Es kann nicht sein, dass hier ein Eigentümer versucht, sich mit juristischen Tricks aus der Verantwortung zu stehlen." Kay Kramp kündigte einen konstruktiven Dialog an. "Wir wollen einen guten Interessenausgleich."

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