Sparkasse Bremen verkauft Anteile LBS wird nordrhein-westfälisch

Bremen. Die LBS West will die LBS Bremen rückwirkend zum 1. Januar komplett übernehmen. Darauf haben sich die beiden Landesbausparkassen nun mit der Sparkasse Bremen in einer Absichtserklärung geeinigt. In Bremen sind 60 Mitarbeiter betroffen.
17.01.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Beneke und Carsten Linnhoff

Bremen. Die LBS West will die LBS Bremen rückwirkend zum 1. Januar komplett übernehmen. Darauf haben sich die beiden Landesbausparkassen nun mit der Sparkasse Bremen in einer Absichtserklärung geeinigt. In Bremen sind 60 Mitarbeiter betroffen, Stellenstreichungen sind vorerst nicht geplant. Durch die Übernahme will die LBS Kosten einsparen.

Die LBS Landesbausparkasse Bremen wird nordrhein-westfälisch: Rückwirkend zum 1. Januar will Deutschlands größte Landesbausparkasse, die LBS West, den Bremer Zweig komplett übernehmen. Bisher waren die Nordrhein-Westfalen mit 75 Prozent an der LBS Bremen beteiligt, nun werden sie die restlichen 25 Prozent von der Sparkasse Bremen erwerben. Darauf haben sich die drei Parteien in einer Absichtserklärung geeinigt.

In einem weiteren Schritt wird demnach die Verschmelzung der beiden Landesbausparkassen angestrebt, die nötigen Verträge sollen zeitnah erarbeitet werden. Das gab Vorstandschef Gerhard Schlangen gestern bei der Bilanzpressekonferenz der LBS West in Münster bekannt. Als Grund nannte er Synergieeffekte für beide Seiten.

"Derzeit müssen wir in Bremen mit 60 Mitarbeitern das Gleiche leisten, wie die Kollegen aus Münster mit 750 Mitarbeitern", begründete Lothar Behrens-Rösner, Sprecher der LBS Bremen. "Wir müssen sehen, dass wir die Kosten senken." Dies geschehe vor allem im Bereich IT. "Da sparen wir durch die Zusammenlegung nun in Millionenhöhe."

Kein abschließender Personalplan

Nach Angaben von Vorstandschef Schlangen sollen nach der endgültigen Fusion in Bremen keine Stellen gestrichen werden. Allerdings würden Angestellte zur Sparkasse wechseln. Es werde aber auch geprüft, ob und wo Personalkosten gespart werden könnten, sagte Behrens-Rösner. Einen abschließenden Plan gebe es aber noch nicht.

Die Sparkasse Bremen wollte gestern nicht öffentlich machen, wie viel Geld sie von der LBS West für ihre Aktienanteile bekommt. "Der Verkauf bringt uns wirtschaftliche Vorteile", begründete die Sprecherin Nicole Oppermann.

Bislang war die LBS Bremen die kleinste der insgesamt zehn im Sparkassenverbund tätigen deutschen Landesbausparkassen. Im August 2001 wurde die LBS Landesbausparkasse Bremen AG gegründet. Seitdem hält die LBS West drei Viertel der Aktien. Im vergangenen Jahr gehörte die LBS Bremen zu den Testsiegern im Bereich Immobilienfinanzierung. Derzeit betreut sie mehr als 80000 Kunden. "Die Kundenaufträge werden selbstverständlich auch in Zukunft weiter in Bremen bearbeitet", sagte der Sprecher Behrens-Rösner. Die Fusion habe für die Kunden der LBS Bremen keinerlei Auswirkungen. Die Sparkasse Bremen bleibt exklusiver Vertriebspartner.

Im letzten Geschäftsbericht von 2011 wies die LBS Bremen mit einer Gesamtbausparsumme von 293,3 Millionen Euro ein Plus von 10,7 Prozent im Brutto-Neugeschäft aus. In dem Jahr wurden mehr als 13000 Bausparverträge abgeschlossen. Auch für das vergangene Jahr rechnete die Bremer LBS mit einer stabilen Weiterentwicklung ihres Neugeschäfts.

Wie die Landesbausparkasse West auf ihrer Jahrespressekonferenz gestern des Weiteren bekannt gab, sollen auch die Immobilientöchter der LBS West und der Hannoveraner LBS Nord noch in diesem Jahr zusammengelegt werden. Das zukünftige Geschäftsgebiet würde demnach mehr als ein Viertel der Deutschen umfassen.

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