Yachtbau Lürssen-Gruppe kauft Rolandwerft

Bremen. Die Rolandwerft in Berne (Niedersachsen) mit zuletzt 130 Mitarbeitern wird verkauft. Das berichtet der WESER-KURIER. Die Lürssen-Gruppe, weltweit führender Hersteller von Luxus-Yachten mit Hauptsitz in Bremen, soll den Zuschlag erhalten.
26.04.2010, 15:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Krischan Förster

Bremen. Die Rolandwerft in Berne (Niedersachsen) mit zuletzt 130 Mitarbeitern wird verkauft. Das berichtet der WESER-KURIER. Die Lürssen-Gruppe, weltweit führender Hersteller von Luxus-Yachten mit Hauptsitz in Bremen, soll nach Informationen aus Branchenkreisen den Zuschlag erhalten. Die Verkaufsverhandlungen sollen dem Vernehmen nach kurz vor dem Abschluss stehen.

Die Lürssen-Gruppe, weltweit führender Hersteller von Luxus-Yachten, erweitert ihr Imperium: Sie kauft die Rolandwerft in Berne von der Hegemann-Gruppe (Bremen). Noch fehlt die offizielle Bestätigung, doch stehen die Verkaufsverhandlungen dem Vernehmen nach kurz vor dem erfolgreichen Abschluss.

Die Hegemann-Werftengruppe, die im vergangenen Herbst nur dank eines Kredit- und Bürgschaftspakets von Bund, Ländern und Banken der Insolvenz entronnen war, will ihre Schiffbauaktivitäten künftig auf die Standorte Stralsund (Volkswerft) und Wolgast (Peenewerft) beschränken. Für die beiden anderen Werften, die Deutschen Industrie-Werke (DIW) in Berlin und eben die Rolandwerft in Berne wurden daher seit dem Jahreswechsel Investoren gesucht. Neben Lürssen hatten auch Fassmer, die zur Rönner-Gruppe gehörende Firma BVT in Vegesack sowie Abeking&Rasmussen (Lemwerder) Interesse an dem modernen und technisch gut ausgestatteten Areal bekundet.

Mit Fassmer ist offenbar lange parallel verhandelt worden, bevor die Wahl endgültig auf den Yachten-Hersteller gefallen ist. Wie zu hören ist, sind noch letzte Details zu klären, spätestens bis 1. Juni soll endgültig Vollzug gemeldet werden. Weder von Lürssen noch von der Treuhandgesellschaft, die derzeit über die Geschicke des Hegemann-Schiffbaus wacht, war eine Stellungnahme zu erhalten. Alle Beteiligten hätten sich zum Stillschweigen verpflichtet, heißt es.

Die Rolandwerft in Berne hatte zuletzt erfolgreich kleinere Containerschiffe gebaut, bevor mit der weltweiten Schifffahrtskrise die Aufträge ausblieben und die ganze Hegemann-Gruppe in Schwierigkeiten geriet. Derzeit zählt die Werft noch 130 Beschäftigte, für den Bau eines kleinen Schwimmdocks für die Marine in Wilhelmshaven sowie für die Reparatur eines Frachters und von zwei Pontons wird nach Angaben des Betriebsrats aktuell aber nur gut die Hälfte der Belegschaft gebraucht. Kurzarbeit für einen Teil der Mitarbeiter sei noch bis Ende Juni angemeldet, andere Werftarbeitern bummelten ihren Resturlaub oder Überstunden ab.

Lürssen ist Branchenprimus unter den Yacht-Herstellern. Insgesamt wurden Schiffe mit insgesamt rund 57.000 BRZ (Bruttoraumzahl) abgeliefert, darunter einige der größten Privatschiffe der Welt wie die 'Al Said' (155 Meter) für den Sultan von Oman oder die 'Rising Sun' (138 Meter) für Oracle-Chef Larry Ellison.

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