Eine Studie untersucht Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung deutscher Städte Mäßige Prognosen für Bremen

Hamburg·Bremen. Wie günstig ist der Wirtschaftsstandort Bremen, wie wird er sich entwickeln? Eine Studie gibt darüber Auskunft. Das Hamburger Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) hat im Auftrag der Berenberg-Bank eine Hitliste der 30 größten deutschen Städte erstellt. Bremen landet auf Platz 18 und verschlechtert sich damit im Vergleich zu 2008 um zwei Plätze. Trotzdem steht die Hansestadt nicht schlecht da.
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Von HELGE DICKAU

Hamburg·Bremen. Wie günstig ist der Wirtschaftsstandort Bremen, wie wird er sich entwickeln? Eine Studie gibt darüber Auskunft. Das Hamburger Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) hat im Auftrag der Berenberg-Bank eine Hitliste der 30 größten deutschen Städte erstellt. Bremen landet auf Platz 18 und verschlechtert sich damit im Vergleich zu 2008 um zwei Plätze. Trotzdem steht die Hansestadt nicht schlecht da.

Was vor allem für Bremen spricht, ist seine Produktivität. Die zehntgrößte Stadt der Bundesrepublik steht auf Platz sieben, wenn es um das Bruttoinlandsprodukt geht. 2008 erwirtschaftete jeder arbeitende Bremer im Schnitt etwa 72000 Euro - Rang vier in der Produktivitätssteigerung nach Gelsenkirchen, Duisburg und Hannover. Auch die Zahl derer, die Arbeit haben, hat zugenommen, wenn auch kaum merklich. Eine Entwicklung von 0,8 Prozent zwischen 2003 und 2008 ist zwar positiv, aber kein Sprung. 'Viele Städte haben in dem Bereich enorm zugelegt', sagt Silvia Stiller, Studienleiterin am HWWI. Bonn oder Berlin hätten einen Anstieg von sieben bis acht Prozent vorzuweisen, 'da hat Bremen nicht mithalten können'. Dennoch attestiert sie Bremen eine solide Position, denn 'im Grunde stimmen die Standortfaktoren'.

Die Studie untersucht die Produktivität, Innovationskraft, Bevölkerungsentwicklung, Bildung und Internationalität der 30 größten Städte: Faktoren, die auf die Entwicklungsfähigkeit hindeuten. Schlusslichter sind Chemnitz und Bochum. Zu den Gewinnern gehören die Spitzenreiter Frankfurt am Main und München. Auf dem dritten Platz rangiert Düsseldorf. Berlin, Dresden und Leipzig haben sich vor allem wegen ihrer prognostizierten demografischen Entwicklung am deutlichsten verbessert. Die junge Bevölkerung wächst, die Zuwanderung steigt. Beides gute Voraussetzungen für einen weiterhin dynamischen und gesunden Wirtschaftsstandort.

Der Grund, dass Bremen nur im Mittelfeld rangiert, liegt vor allem in der demografischen Prognose. Die Zahl der Menschen unter 20 Jahren wird laut HWWI in der nächsten Dekade um über 5000 schrumpfen. Bremens Trendindex, eine Zusammenfassung der Entwicklung von Bevölkerung, Produktivität und Erwerbstätigkeit, ist leicht negativ. 'Bremen bleibt konstant, deshalb ist der Abstand zu anderen Städten größer geworden', so Silvia Stiller. Bremen sei zwar ganz gut aufgestellt, es müsse aber wirtschaftspolitisch gegengesteuert werden.

Holger Bruns, Sprecher des Bremer Senators für Wirtschaft und Häfen, stimmt dem zu. 'Gerade der Fachkräftemangel ist für viele Regionen eine Wachstumsbremse, auch für Bremen', sagt er. Die Weiterbildung müsse weiter gestärkt werden. 'Außerdem müssen die wirtschaftlichen Stärken Bremens gefördert werden, etwa die maritime Wirtschaft und regenerative Energien.' Wichtig sei vor allem eine punktuelle Förderung zukunftsfähiger Bereiche.

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