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Mehr Beratungen bei Geld und Arzt

Bremens Verbraucherzentrale hat im vergangenen Jahr mehr als 19 000 Beratungsgespräche geführt. Großer Bedarf war bei einem Geldthema, bei dem Banken-Lobbyisten zuvor „ganze Arbeit“ geleistet hätten.
10.08.2017, 17:26
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Mehr Beratungen bei Geld und Arzt
Von Florian Schwiegershausen
Mehr Beratungen bei Geld und Arzt

Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

Frank Thomas Koch

Bremen. Im vergangenen Jahr hat die Verbraucherzentrale mehr als 19 000 Beratungsgespräche geführt. „Das bedeutet eine Steigerung von sechs Prozent“, sagte Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Zudem informierten sich mehr als 303 000 Besucher auf der Internetseite verbraucherzentrale-bremen.de über Themen und zahlreiche Beratungsangebote.

Ein Teil davon entstand durch eine Sonderregelung bei sogenannten Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen. Wenn diese zwischen November 2002 und Juli 2010 abgeschlossen wurden, konnten sie zeitlich unbegrenzt widerrufen werden. Oelmann sagte: „Und das war gut so.“ Denn bei der Überprüfung von mehr als 5000 Verträgen wurden in den vergangenen Jahren mehr als 80 Prozent beanstandet. Der Grund waren falsche Widerrufsbelehrungen. Doch nun mussten sich Ratsuchende beeilen, da die Bundesregierung das „ewige“ Widerrufsrecht“ zum 21. Juni 2016 beendete. Seitdem gibt es keine Möglichkeit mehr für einen Widerruf. Einzige Ausnahme laut Verbraucherzentrale: Wenn Geldinstitute überhaupt nicht über das Widerrufsrecht informiert haben. 258 Verbraucher ließen ihre Verträge noch „kurz vor Schluss“ überprüfen. „Da haben die Lobbyisten der Banken und Sparkassen ganze Arbeit geleistet, und zwar zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher, ärgerte uns ganz besonders die kurze Auflauffrist“, sagte Oelmann.

Gut angelaufen ist auch der Start des Verbrauchercafés. Bei Kaffee und Tee klären Fachleute kostenlos Fragen zu verschiedenen Themen. Die meistbesuchte Veranstaltung mit 120 Interessierten war zum Thema „Ärger mit dem Arzt“. Außerdem konnte die Verbraucherzentrale die zweite Phase des Projekts „Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten“ starten. Es wird vom Verbraucherschutzministerium gefördert und richtet sich an Menschen mit türkischem und russischem Migrationshintergrund. Es soll herausfinden, wie sich Online-Anbieter im Bereich Telekommunikation und Onlineverkäufe von Lebensmitteln und Reisen an diese Zielgruppen wenden und ob sie geltende Gesetze einhalten.

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