Arbeitsmarkt

Mehr Hilfe für Arbeitslose

Das Bremer Jobcenter ist zufrieden mit diesem Jahr. Für Langzeitarbeitslose hat es mehr Chancen gegeben, nachdem ein Gesetz geändert wurde. Und für 2020 soll es einige Millionen mehr an Fördermitteln geben
18.12.2019, 18:07
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Lakeband
Mehr Hilfe für Arbeitslose

Rund 12 000 Bremer wurden vom Jobcenter in Maßnahmen gefördert.

von Lachner

Bremen. Das Jobcenter Bremen ist mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. Das hat der kommissarischer Geschäftsführer Thorsten Spinn am Mittwoch gesagt. Man habe die Zahl der Menschen, die man mit entsprechenden Programmen unterstützen konnte, um 16 Prozent gesteigert; insgesamt wurden 12 000 Bremerinnen und Bremer gefördert.

„Gerade die abschlussorientierten Umschulungen sind uns wichtig, denn damit bekommen die Menschen eine gute berufliche Perspektive“, sagte Spinn. „Mit abgeschlossener Berufsausbildung sind sie Fachkräfte und werden viel besser gegen Arbeitslosigkeit geschützt sein.“ Trotz der wirtschaftlichen Delle habe das Jobcenter in diesem Jahr weniger Menschen betreut als zuvor. Laut Behörde beziehen in der Hansestadt insgesamt 78 000 Bremer Leistungen vom Jobcenter, davon sind etwa 21 000 Erwachsene arbeitslos gemeldet. Diese Zahl sei zwar noch immer hoch, sagte Spinn, der Rückgang sei dabei aber ein gutes Zeichen.

Wie mehrfach in den Jahren zuvor, konnte das Jobcenter auch 2019 sein Budget für Förderprogramme nicht voll ausschöpfen. Von den rund 70,5 Millionen Euro blieben laut Spinn etwa 13 Millionen ungenutzt. Das habe damit zu tun, das Maßnahmen verspätet begonnen oder gar nicht stattgefunden hätten oder aber günstiger als gedacht gewesen wären. „Außerdem habe wir nur Maßnahmen finanziert, die wir für sinnvoll halten und die unsere Kunden weiterbringen.“ Nach aktuellem Stand wird der Behörde im kommenden Jahr ein noch höheres Budget zur Verfügung stehen: Spinn rechnet mit etwa 74,3 Millionen Euro mit denen Eingliederungs- und Bildungsmaßnahmen finanziert werden sollen.

Erfolge sieht der Geschäftsführer auch durch das Teilhabechancengesetz. Es wurde vor gut einem Jahr eingeführt und habe in Bremen rund 600 Langzeitarbeitslosen eine Perspektive gegeben. Das neue Gesetz sieht vor, dass Arbeitgeber, die Menschen einstellen, die mehrere Jahre ohne Job waren, eine Förderung erhalten. So können bis zu fünf Jahren hohe Zuschüsse zum Lohn gewährt werden.

Auch intern gab es Veränderungen beim Jobcenter: Im September verließ die Geschäftsführerin Susanne Ahlers die Einrichtung und wurde Staatsrätin bei der Senatorin für Wirtschaft und Arbeit. Auch die Arbeitsweise sei anders organisiert worden, sagte Spinn, der den Geschäftsführerposten kommissarisch übernommen hat. Es gebe nun Teams, die sich beispielsweise speziell um Alleinerziehende oder Geflüchtete kümmern sollen. „80 Prozent unserer Kunden haben dadurch einen neuen Ansprechpartner bekommen“, sagte Spinn. Auch wenn das eine große Umstellung gewesen sei, ist er mit dem Ergebnis bislang zufrieden.

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