Bis 2015 soll es zehn Prozent mehr Ausstellungen geben Messe Bremen wächst gegen den Trend

Bremen. Die Messe Bremen hat vergangenes Jahr erneut zugelegt und sich von dem Negativtrend an den anderen Messestandorten in Deutschland deutlich abgesetzt. Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die am Dienstag vorgestellt wurde.
12.05.2010, 06:00
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Messe Bremen wächst gegen den Trend
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Die Messe Bremen hat vergangenes Jahr erneut zugelegt und sich von dem Negativtrend an den anderen Messestandorten in Deutschland deutlich abgesetzt. Das geht aus der Jahresbilanz hervor, die am Dienstag vorgestellt wurde. Bei den Besuchern wurde ein Zuwachs von 19000 erzielt, die Zahl lag am Ende bei 339000. 'Ein beachtliches Wachstum', sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD).

Mehr Veranstaltungen, mehr Aussteller und damit auch mehr Besucher - so weit geht die Kurve konsequent nach oben. Eine Delle gab es allein beim Umsatz, er lag 2009 bei 7,8 Millionen Euro und damit um eine Million niedriger als im Vorjahr. Messe-Chef Hans Peter Schneider erklärte diese Diskrepanz mit den Schwankungen bei den Eigenveranstaltungen, den eigentlichen Umsatzbringern: 'Einige davon finden nur alle zwei Jahre statt, und so kommt es zu diesen Einbußen.' Die Gastveranstaltungen brächten zwar ordentlich Einnahmen, aber eben nicht so viel Umsatz.

Günthner sieht die Messe 'gut positioniert', machte aber klare Vorgaben, die im kürzlich vorgelegten Messekonzept enthalten sind: 'Bis 2015 mindestens zehn Prozent mehr Besucher und Ausstellungen.' Und: 'Wenn eine Messe nach drei Anläufen noch keine schwarzen Zahlen schreibt, muss die Veranstaltung aufgegeben werden.'

Ein klares Wort, das auf Nachfrage allerdings relativiert wurde. Bei der Jazzahead - nach der mittlerweile fünften Auflage vor ein paar Wochen zwar international renommiert, aber ein reines Zuschussgeschäft - wollte Günthner dann doch lieber eine Ausnahme machen. 'Nein', sagte er, 'die rasieren wir nicht.' Es gehe bei der Betrachtung der einzelnen Veranstaltungen um die Balance zwischen einer rein betriebswirtschaftlichen Rechnung und Faktoren, die man nicht in Cent und Euro ausdrücken könne. 'In der Außenwirkung ist die Jazzahead total erfolgreich', betonte der SPD-Mann.

55 Veranstaltungen waren es im vergangenen Jahr, zu denen laut Jahresbericht 8350 Aussteller gekommen sind, rund 1500 mehr als im Vorjahr. 'Und das immerhin in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit', sagte Güntner. An den anderen Messestandorten hat die Krise dagegen voll durchgeschlagen. Der Verband der deutschen Messewirtschaft berichtet von einem Rückgang der Ausstellerzahlen um drei bis vier Prozent. Die Rückgänge der Besucherzahlen liegen dieser Quelle zufolge bei acht bis neun Prozent.

Die Messe Bremen wächst also gegen den Trend. Als Gründe dafür nannte Hans Peter Schneider zum einen, dass er in den vergangenen Jahren viele Nischen besetzen konnte, zuletzt in der vorigen Woche mit 'Leben und Tod', einer Messe über die letzten Dinge, die bei den Ausstellern großen Anklang fand. Zum anderen sei Bremen mit einer Hallenfläche von knapp 40000 Quadratmetern in einem gesunden Mittelfeld angesiedelt, das nicht so krisenanfällig sei wie die Wirtschaftsmessen mit weltweiter Ausstrahlung. Schneider: 'Eine große Messe bringt auch große Probleme, schauen Sie sich Hannover an.'

Ein Messe-Opfer der Wirtschaftskrise habe es allerdings auch in Bremen gegeben, räumte Schneider ein: 'Das 'Forum Robotik' haben wir mangels Nachfrage abgesagt.' Es solle aber einen neuen Anlauf geben.

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