Bremer Mieterschutzbund über Nebenkostenabrechnungen "Mieter werden manchmal bewusst getäuscht"

Bremen. Die meisten Mieter erhalten in diesen Tagen ihre Nebenkostenabrechnungen. Für die Berater des Bremer Mieterschutzbundes bedeutet das mehr Arbeit als sonst: Viele Abrechnungen sind fehlerhaft.
25.03.2010, 16:47
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Von Iris Hetscher

Bremen. Die meisten Mieter erhalten in diesen Tagen ihre Nebenkostenabrechnungen. Für die Berater des Bremer Mieterschutzbundes bedeutet das mehr Arbeit als sonst: Viele Abrechnungen sind fehlerhaft.

Falsche Abrechnungen seien vor allem ein Problem von privaten Vermietern oder kleineren Hausverwaltungen, erklärt Gert Brauer, Rechtsanwalt beim Mieterschutzbund Bremen: "Große Wohnungsgesellschaften wie die Gewoba haben das besser im Griff." Bei Mieterschutzbund in Bremen bearbeiten die vier spezialisierten Anwälte derzeit 20 bis 25 neue Anfragen pro Tag wegen mangelhafter Abrechnungen.

Besonders häufig fällt den Experten auf, dass Posten abgerechnet werden, die nicht komplett auf Mieter umgelegt werden dürfen, beispielsweise die Grundsteuer oder bestimmte Versicherungen. Auch die Kosten für einen defekten Aufzug oder für den Hausmeister muss der Mieter nicht grundsätzlich bezahlen. Brauer: "Wenn der Hausmeister Verwaltungsaufgaben übernimmt, beispielsweise Wohnungsbesichtigungen organisiert, darf der Vermieter das nicht umlegen." Auch beim Posten "Gartenpflege" lohne es sich durchaus, genau hinzusehen. Versteckt sich darunter auch eine neue Schaufel oder Hacke, hat der Mieter damit nichts zu tun. Gartengeräte muss der Mieter nicht bezahlen.

Laut Gert Brauer ist es aber durchaus gängige Praxis bei Bremer Vermietern, ihren Mietern dafür Geld abzunehmen: "Hier ist oft etwas falsch, hier werden Mieter manchmal bewusst getäuscht."

Das Geld, das man für Wasser oder Abwasser abgezogen bekommt, ist ein weiterer Streitpunkt zwischen den beiden Parteien. Wo es Wasserzähler gibt, sind diese nicht immer richtig geeicht, warnt Brauer. Oder: In Mehrparteienhäusern sind einige Wohnungen mit Zählern ausgestattet, andere nicht - in einigen Wohnungen wird der genaue Verbrauch, in anderen nach der Zahl der Personen abgerechnet. Dies könne zu Ungenauigkeiten und Ungerechtigkeiten führen.

Dasselbe gelte für die Heizkosten. Für diese würden ebenfalls häufig keine korrekten, dem Verbrauch des Mieters entsprechenden Rechnungen ausgestellt, so Brauer. Die Heizkosten seien häufig ein Streitpunkt, weil diese zudem in den vergangenen um bis zu 30 Prozent gestiegen seien, so Brauer: "Das sind erhebliche Beträge." Bei den übrigen Betriebskosten liege die Spanne bei einem Plus von drei bis fünf Prozent in den vergangenen Jahren, schätzt Brauer.

Insgesamt liegen die Heizkosten in Bremen bei 1,10 bis 1,15 Euro pro Quadratmeter und die Betriebskosten bei einem Euro pro Qudratmeter. Die Entwicklung der Mietpreise in Bremen sei in den vergangenen drei Jahren überwiegend konstant geblieben, so Brauer, allerdings mit Tendenz zur Erhöhung. Günstiger geworden seien Mietwohnungen in Bremen nicht.

Mehr Tipps zur Nebenkostenabrechnung finden Sie unter http://www.bremermieterschutzbund.de/261.html

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